SEPA-Überweisung als Briefportooptimierer

Jetzt haben einige Konzerne (Versicherungen) die Möglichkeit der Portoeinsparung durch SEPA-Überweisungen für sich entdeckt. Dem Kunden werden 0,01 € überwiesen und im Verwendungszweck erfolgt dann die Kurzmitteilung an ihn. Der Vorteil für den Absender liegt klar auf der Hand, 0,01 € für die Überweisung zu 0,60 € für Briefporto (unter Vernachlässigung von Mengenrabatten) zzgl. Papierverbrauch beim Versender.

Wenn alle beteiligten Banken mitspielen, könnten so rein theoretisch maximal 2.660 Zeichen (140 im Verwendungszweck + 9 ✕ 280 AOS [„Addtional Optional Services“]) auf dem Kontoauszug auftauchen. Da bisher nicht alle Banken die AOS vollständig unterstützen, werden derartige Textmengen noch nicht verschickt werden, da es in der Entscheidung jeder empfangenden Bank liegt, in welchem Umfang sie AOS unterstützen möchte. Kommt mehr an als sie unterstützt, werden überschüssige Zeichen ohne Vorwarnung gestrichen. Da aber eine deutliche Kosteneinsparung erzielbar ist und bei zunehmender Vernetzung auch die Logistik vereinfacht wird (= Verkleinerung Poststelle), dürfte der Trend zur Informationsübermittlung über den Kontoauszug zunehmen. Wird das Problem der unterschiedlichen Unterstützung von AOS durch die Banken gelöst, entfiele auch das Verlustrisiko beim Versand.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie das langfristig aus Kundensicht zu bewerten ist. Einerseits ist es bei nicht zeitkritischen, kürzeren Mitteilungen wirklich nicht notwendig jedes Mal einen ganzen Brief zu erhalten, andererseits gibt es auch potentielle Nachteile:

  • Angaben zu einem Vorgang liegen beim Kunden dann nicht nur verstreut vor, sondern vermengt mit anderen Angelegenheiten. Für Freunde der Ordnung keine schöne Vorstellung.
  • Beim Wegwerfen von älteren Kontoauszügen muss in Zukunft vorsichtiger agiert werden.
  • Bei der Weitergabe von Akten müssten Kontoauszüge weitergereicht werden.
  • Erwartungsgemäß werden die Kosten für Kontoauszugsdrucke wohl steigen.
  • Zusätzlicher Aufwand beim Kunden, wenn nicht vom Konto des Vertragspartners abgebucht wird.

Man wird sehen, wohin sich das entwickelt.

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