Gabriel schiebt die Schuld auf die Unionsparteien

In welcher Höhle befand sich Gabriel die letzten Jahre? Immerhin haben wir seit einigen Jahren eine große Koalition aus C[DS]U und SPD und Sigmar Gabriel ist sogar Vizekanzler. Hat man vergessen ihm das mitzuteilen? Es ist schon dreist und vor allen ziemlich schäbig, was Gabriel hier mal wieder von sich gibt. Er tut so, als ob er und seine Partei mit der Politik der letzten Jahre überhaupt nichts zu tun hatten und die Entscheidungen der Union zwangsweise haben ertragen müssen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel unterstützt die Kritik von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering an der Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin. „Er scheut sich nicht, die Wahrheit zu sagen: Dass die Union in der Flüchtlingspolitik große Fehler gemacht hat“, wurde Gabriel in einer am Freitag in Schwerin verbreiteten Mitteilung zitiert.

Während der ganzen Zeit kam kein Wort der Kritik von Seiten der SPD, jetzt kurz vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern, wo das gläserne Schiff schwer Leck geschlagen hat, steht Gabriel auf der Kommandobrücke und wirft mit Steinen um sich. Er distanziert sich von der Politik, die er nicht nur passiv mitgetragen, sondern aktiv verteidigt, sowie ein Mehr davon gefordert hat. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, stammt sogar die Merkelphrase „Wir schaffen das“ ursprünglich von Sigmar Gabriel. Wer auch nur leiseste Zweifel am Kurs angemeldet hat, wurde und wird weiterhin verunglimpt und in die rechte Ecke gestellt. Natürlich gibt es zweifelsohne diese rechte Ecke, aber eben nicht jeder, der mit der Richtung nicht einverstanden ist, ist Teil des „braunen Sumpfes“.

Es ist wie immer mit der SPD, sie hat alles vollkommen richtig gemacht, die Fehler liegen grundsätzlich bei den Anderen und wenn es kritisch wird hat man mit Allem nichts zu tun gehabt. Sicher, es ist der Versuch zu retten was zu retten ist, aber sollte man einen solchen Mann, durchtrieben, verlogen und janusköpfig (man denke auch an seine Rolle bei TTIP), wirklich zum Bundeskanzler machen, wie er sich das für sich vorstellt? Warum eigentlich wählt überhaupt noch jemand SPD? Selbst wenn die SPD endlich mal richtig kräftig abgewählt werden würde, wäre kein einziges Problem damit wirklich gelöst. Danach fängen die Reparaturarbeiten erst richtig an. Hinzu kommt, daß die SPD es in den letzten Jahrzehnten geschafft hat, viele Stellen im öffentlichen Dienst mit treuen Parteigängern zu besetzen, die dort ihr staatlich finanziertes Auskommen auf Lebenszeit gefunden haben. Somit ist Gabriel, als Herr über ausgedehnte rote Sümpfe, genau der Richtige sich über den braunen Sumpf zu beklagen.

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