Tweet eines Islamisten zum Tod vom Sylke Tempel

Nach dem Unfalltod von Sylke Tempel durch Erschlagen durch einen umfallenden Baum beim Sturm „Xavier“ am 5. Oktober 2017 hat der Journalist Martin Lejeune einen Tweet verschickt, der viel Mißmut und ihm eine Strafanzeige eingebracht hat.

Ich fürchte, seine im Tweet veröffentlichte persönliche Meinung ist keine Einzelmeinung und an der Realität näher dran, als uns lieb sein kann, selbst wenn man berücksichtigt, daß Hr. Lejeune ein Konvertit zum Islam im Erwachsenenalter ist. Erwachsene Konvertiten sind oftmals sehr orthodox in ihren Ansichten in der neu angenommenen Religion, auch weil sie sich in vielen Fällen eingiebiger mit dieser befasst haben, als viele derjenigen, die in eine Religion hineingeboren und darin sozialisiert wurden. Auch wollen und müssen Konvertiten sich und ihrer Umgebung stets auf’s Neue beweisen, daß ihre Konversion eine Ernst zu nehmende und ehrliche Angelegenheit darstellte.

Die durchaus auch in vielerlei Fällen fragwürdigen Standpunkte, die Sylke Tempel vertrat, dürften bei sehr vielen Mohammedanern, sofern sie sie kannten (ihre Reichweite wird meiner Meinung nach überschätzt, auch wenn die Kreise aus denen die Beileidsbekundungen kamen Anderes vermuten lassen), allergrößten Unmut ausgelöst haben — schon allein nur für ihr pro-israëlisches Eintreten — und daher dürfte bei diesen der Inhalt des Tweets auf heftige Zustimmung stoßen. Der Tweet spiegelt die islamische Denkweise sehr gut wieder, in der jeder, der nicht bedingungslos für die Sache des Islams entritt eine todeswürdiges Verbrechen begeht. Somit stellt ein Wegzensieren und eine Deklaration zur unbedeutenden Einzelmeinung eines derartigen Tweets eine Verharmlosung des Islams dar.

Tweet zum Tod von Sylke Tempel von Martin Lejeune

Tweet zum Tod von Sylke Tempel von Martin Lejeune
(الله أكبر = Allahu akbar, Gott ist am größten)

Nachtrag 10.10.2017:

Die Deutsche Welle beschließt ihren Artikel von Konstantin Klein „Strafanzeige gegen Lejeune wegen Tweet“ mit dem Abschnitt „Ansichten eines Trolls“, in dem auf die Definitionen von Troll aus der Wikipedia und von Carolin Emcke verwiesen wird.

In ihrer Dankesrede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises 2016 sagte die Schriftstellerin Carolin Emcke über Dogmatiker, die „Populisten und Fanatiker der Reinheit“: „Sie beliefern den Diskurs mit Mustern aus Ressentiments und Vorurteilen, sie fertigen die rassistischen Product-Placements, all die kleinen, gemeinen Begriffe und Bilder, mit denen stigmatisiert und entwertet wird, all die Raster der Wahrnehmung, mithilfe derer Menschen gedemütigt und angegriffen werden.“

Auf Martin Lejeune angewendet, ergeben diese Definitionen der im Netz beheimateten Enzyklopädie und der im Netz versierten Autorin den einen oder anderen Sinn.

Die Deutsche Welle macht hier genau das, was ich oben meinte. Hier wird versucht im Leser den Eindruck zu hinterlassen, die Meinung von Martin Lejeune sei die Einzelmeinung eines irrelvanten Trolls aus dem Internet, um den Islam ein weiteres Mal vor möglicher Kritik zu schützen.

Auch David Berger auf Philosophia perennis liegt falsch, wenn er schreibt „Unglaublich: So verhöhnt ein muslimischer Journalist eine Kollegin, die durch einen Unfall ums Leben kam“. Es ist kein Verhöhnen, Verspotten, sondern Martin Lejeunes feste, aus dem Islam kommende, Überzeugung. Gleiches findet man bei den Evangelikalen in den USA, die die Verwüstungen durch Hurrikane in den USA als Strafe Gottes bezeichneten, gesandt wegen Unzucht und Homosexualität. Das ist kein Spott, das ist tiefste, innere Überzeugung! Das ist im wahrsten Sinnes des Wortes Gottesfurcht.

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