ZDF-Intendant Bellut bestätigt Desinformation

Seit mehreren Jahren nimmt die Kritik an dem über Zwangsgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu. Die Vorwürfe reichen von unausgewogen, über parteiisch und regierungsnah bis hin zu Lügenpresse. Die Sender haben sich gegen diese Vorwürfe, obwohl deren prinzipielle Richtigkeit kaum zu übersehen ist, mit Händen und Füßen verwahrt. Im Gegenzug werden Kritiker bisher pauschal über den Vorwurf der rechten Hetzerei versucht zum Verstummen zu bringen. Wer anderer Meinung ist, als das was über den Staatsfunk gesendet wird, gilt als rechtsextrem geächtet und ist daher für weitere Diskussionen diskreditiert und unglaubwürdig, so der Grundgedanke hinter dem Vorgehen.

Jetzt hat Thomas Bellut, der Intendant des ZDF, der „Die Zeit“ (51/2017) ein längeres Interview gegeben, in dessen letzten Absätzen er sich windend die Kritik an den Sendern grundsätzlich bestätigt.

ZEIT: Sind wir Journalisten mitverantwortlich für den Aufstieg der AfD?

Bellut: Das ist eine sehr schwierige Frage. Der Vorwurf an uns ist nicht fair. Wir haben auch die Lage in der Flüchtlingskrise nicht absichtlich beschönigt.

ZEIT: Haben Sie die Angst der Menschen hierzulande ausreichend abgebildet, die durch die Unberechenbarkeit dieser Krise entstanden ist?

Bellut: Wir Medien haben uns wohl gescheut, bei Migranten und Flüchtlingen, gerade auch mit Rücksicht auf die gut integrierten Zuwanderer, kritischer nachzufragen. Insbesondere beim Thema Ausländerkriminalität. Es wurde nicht verdrängt, aber es war wohl eine Hürde. Aber wir dürfen nun auch nicht jeden Flüchtling unter Generalverdacht stellen. Da hilft nur der Versuch, tatsächlich die Wahrheit zu finden.

Man hat also aus Versehen eine hochselektive Bildauswahl getroffen und dadurch die Lage beschönigt? Man hat intutiv gezeigt, was man gesehen haben wollte? Diese Einstellung zeugt nicht gerade von Professionalität der Akteure in den Sendern. Dies ist auch wenig verwunderlich, da viele Mitarbeiter in den Sendern hochgradig ideologisiert sind und eine vollkommen falsche Berufsauffassung haben. Man möchte nicht als beobachtender Dritter über das berichten was passiert, sondern selbst als aktiver Part in die Geschehnisse eingreifen und eine gesellschaftliche Veränderung herbeiführen. Man sieht sich selbst als eine gut informierte Elite, die einzig — im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung — in der Lage ist, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. So kommt es, daß Journalismus dann nicht mehr als Berichterstattung, sondern als Lehrfunktion wie aus sozialistischen Systemen bekannt verstanden wird.

Entscheidend ist aber die letzte Antwort, hier bestätigt Hr. Bellut die Richtigkeit der Vorwürfe, die den Sendern gegenüber seit Jahren gemacht werden. Es ist doch eine einzige Bankrotterklärung, zugeben zu müssen nicht kritisch nachgefragt zu haben. Es ist seit jeher die ureigenste Aufgabe des investigativen Journalismus zu berichten, kritisch nachzufragen und zu versuchen die Wahrheit zu ergründen. Genaugenommen ist die Feststellung „Versuch, tatsächlich die Wahrheit zu finden“ eine bodenlose Frechheit gegenüber den Gebührenzahlern. Man kassiert Milliarden über Zwangseinnahmen, lässt sich davon recht fürstliche Gehälter mit weit überzogenen Rentenansprüchen zahlen, fühlt sich aber nicht grundsätzlich immer der Wahrheit verpflichtet.

Das Schlimmste daran ist aber, daß es keine personellen Konsequenzen geben wird — Wer sollte sie auch ziehen? Man ist ja weiterhin der tiefen Überzeugung, daß die Kritiker ausschließlich Rechtsextremisten und Nazis sind. Der Zwangsgebührenzahler darf zahlen, hat aber kein Stimmrecht, wodurch er diese Leute nicht los wird und sie weiter von seinen Geldern überaus großzügig alimentieren muss. Wer die Rundfunksteuer nicht zahlt, wird gepfändet, kommt in Beugehaft, aber bei grober Pflichtverletzung, Verbreitung von Desinformation und Propaganda der Intendanz und Redakteure passiert nichts, weiter wie gewohnt, the show continues, solange die Gehälter fließen und die fließen. Noch zu allem Überfluss ist seit Längerem eine Erhöhung der Zwangsgebühren im Gespräch.

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