Thalianische Sperrfilter zum Schutze der Jugend

Thalia Sperrfilterhinweis

Die IP-Adresse 172.16.164.35 liegt dem privaten Bereich und kann von jedem verwendet werden. Der farbige Balken am Seitenkopf entspricht der Farbe der Deutschen Telekom.

In den Berliner Läden des bibliophilen Musentempels Thalia wird geneigten Flaneuren unter der Kennung „Thalia_eReading“ ein offener WLAN-Zugang angeboten, offen im Sinne von ohne Login mit Passwort sowie auch ohne Vorschaltseite, dennoch ist der Zugang nicht so ganz offen. Die Muse der komischen Dichtung hatte hier offenbar ein überaus heftiges Tête-à-Tête mit dem Zensor.

Twitter über die App geht ebenso wie Chat via XMPP (Jabber), aber ach feuerwaechter.org ist samt Unterseiten gesperrt, weil es „gegen die Leitlinien zum Jugendschutz“ verstößt. Ich will es mal in aller Bescheidenheit so ausdrücken: Ein WWW in dem das Feuerwächterblog nicht lesbar ist, ist zu 50% wertlos! Für so hart hatte ich den Stoff hier eigentlich bisher nicht gehalten aber man lernt dazu. Allerdings bin ich nicht allein. Private Webseiten wie Philosophia perennis und Danisch.de sind genauso grob jugengefährdend, wie die Scienceblogs und Prüfziffernberechnung.de. Desgleichen trifft der Bannstrahl größere Tageszeitungen wie die Berliner Morgenpost oder Bild mit voller Wucht. Völlig zu Recht und für jedermann sofort nachvollziehbar sind hingegen die Sperren wegen Jugendgefährdung bei den Parteiportalen von CDU, CSU und AfD.

Aber es gibt auch hier im thalianischen Imperium Censuricum die gallischen Webseiten, die der Zensur trotzen und deren Genuss der Jugend wohlfeil überlassen werden kann. Der geistigen Bildung der Jugend durch die Portalseiten von der Tageszeitung (taz), der SPD und den Die Grünen sind keine Grenzen gesetzt. Einem medialen Wunder gleich oder vielleicht war der Zensor auch nur Pinkeln, sind die Baseler Zeitung und einige kleinere Lokalzeitungen wie die Stuttgarter Nachrichten und You Tube nicht jugendgefährdend und daher ebenfalls zugänglich.

Wie oben en passant erwähnt sind 50% des WWW ohne Feuerwächter wertlos, aber dafür sind die verbleibenden 50% voll funktionsfähig und das ist eine richtig gute Nachricht, denn für das leibliche Wohl von Jugendlichen und Erwachsenen ist vollumfänglich gesorgt, niemand muss darben, jede noch so ausgefallene Fantasie findet ihre kinematografische Erfüllung. Aufrufe pädagogisch wertvoller filmischer Dokumentationen, wie sie auf der Indexseite von YouPorn kostenlos zur Verfügung gestellt werden, erfolgen flüssig und über die Videoübertragung vom paarungsbereiten Nagetier kann man wirklich nicht klagen, allerdings lässt das Angebot an frei verfügbaren Taschentüchern und bequemen Sesseln bei Thalia zu wünschen übrig. Hier könnte der Service deutlich besser sein, damit der Kunde nicht immer bei einer der Verkäuferinnen nachfragen muss, ob sie ihm mit etwas Saugfähigem aushelfen kann.

Die im Bildschirmfoto gezeigte IP-Adresse 172.16.164.35 entstammt dem privaten Bereich und kann von jedem nach Belieben im internen Netz verwendet werden, so das über sie keine Rückschlüsse möglich sind, aber der farbige Balken am Seitenkopf ist jedoch in exakt in der Farbe der Deutschen Telekom. Ein Blick in den Quelltext liefert dann einen Hinweis auf T-Online, eine Marke der Ströer Digital Publishing GmbH, als Hekunft. Das (nicht angezeigte) facicon.ico ist nach http://www.t-online.de/service/aktionen/favicon.ico verlinkt und TeleGrotesk als Schriftart eingestellt. Dementsprechend sollten bei anderen HotSpots ähnlich kreative Jugenschutzmaßnahmen zu finden sein.

Nachtrag 13.01.2018:

Kleiner Nachtrag auf Grund eines Kommentars. Auch die Portalseiten von ARD, WDR und Kika sind gesperrt. Hat man aber eine Unterseite bspw. zu einem Kika-Angebot, über das offene Google schnell zu erreichen, kommt man auf diese Seite. Ein ähnliches Verhalten zeigt sich bei Presseseiten. Während das Handelsblatt frei zugänglich ist, sind Focus, Spiegel und Welt gesperrt. Aber einzelne Artikelseiten lassen sich bspw. bei der Welt doch aufrufen, wohingegen bei anderen das komplette Angbot blockiert wird.

2 Kommentare

  1. s. sagt:

    Ich lese Ihr Blog seit Jahren und habe nie den Eindruck bekommen, dass es gegen die Leitlinien zum Jugendschutz verstoßen hat; daher ist die Sperrung dieses Blogs durch die Thalia Buchhandlung für mich nicht nachvollziehbar. Aber, jetzt wo wir beim Thema Jugendschutz sind, bitte ich Sie, zu überprüfen, ob der öffentlich-rechtliche Kinderkanal KiKa durch die Thalia gesperrt ist, denn dort wurde im November 2017 die Dokumentation „Schau in meine Welt – Malvian, Diaa und die Liebe“ gezeigt, die aus meiner Sicht nicht jugendfrei und für kleinere Kinder ungeiegnet und pädagogisch fragwürdig war. Es gibt heftige Kritik von Seitens der Experten. Auf gut Deutsch gesagt ist die Kacke am Dampfen, denn je mehr in diese Dokumentation hineingestochert wird, desto mehr Gestank über Ungereimheiten kommen an die Oberfläche.
    Wer in Deutschland die Flüchtlingspolitik der deutschen Regierung und die Legitimation des Islams als friedliche Religion in Frage stellet und die Lebens- und Dekweise der Moslems ablehnt, wird zensiert.

  2. Ich habe einen Nachtrag zu den Sendern im Artikel angehangen.

    So wie die Sperren jetzt sind, hat das mit Jugendschutz nichts zu tun. Wer immer diese Sperren erstellt hat, hat zumindest das Ziel Jugenschutz 100%ig verfehlt und einfach nur seine Inkomptenz offen gelegt, sofern Jugenschutz überhaupt beabsichtigt war.

    Bezüglich des Films hat sich der HR mit seinem Kika-Beitrag so richtig in die Nesseln gesetzt. Mohammed aka Diaa hatte auf Facebook die Seite von Pierre Vogel „geliked“ weil er an einem Gewinnspiel teilnehmen wollte, bei der es eine Pilgerreise nach Mekka zusammen mit den extremistischen Islampredigern Pierre Vogel und Abul Baraa zu gewinnen gab. Man kann nur hoffen das Malvina keine zweite Mia aus Kandel wird.

    Vielleicht ist aber die Angelegenheit doch nicht so ganz unerklärich, denn seit einigen Monaten sitzen auch Vertreter der DITIB, also der hiesige Zweig der türkischen Religionsbehörde Diyanet, im Rundfunkrat des HR. Kurz gesagt, Islamisten haben ein Mitspracherecht im einem öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland.

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