Kohlendioxid verantwortlich für Antisemitismus

Der Beauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg gegen Antisemitismus, Dr. Michael Blume, legte am 28.06.2019 seinen 1. Bericht (PDF, 63 Seiten, 688 kB) dem Landtag (Drucksache 16/6487, PDF, 1,4 MB) vor. Zur Grundlage seiner Arbeit und Empfehlungen verwendet Michael Blume die Definition für Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) vom 15. Mai 2016:

Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen. Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.

Ausgehend von dieser Definition kommt er am Ende seines 62-seitigen Berichts zu dem wundersamen Schluss und der Empfehlung für die Landesregierung, daß zur Bekämpfung des Antisemitismus eine schnelle Dekarbonisierung zwingend notwendig ist (S. 62).

Ein ehrlicher Bericht zum Antisemitismus darf daher nicht nur die lokalen Herausforderungen thematisieren. Er muss darüber hinaus unsere eigenen, wirtschaftlichen und politischen Abhängigkeiten und daraus resultierenden Widersprüche benennen. Wenn wir den Antisemitismus global und glaubwürdig bekämpfen, für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einstehen wollen, dann muss dies auch stärkere Anstrengungen für die Wende zu erneuerbaren Energien und die Dekarbonisierung bedeuten. Die Verfeuerung fossiler Rohstoffe vergiftet nicht nur Umwelt und Klima, sondern verformt auch Gesellschaften, Staaten und religiöse Lehren ins Autoritäre. Gleichzeitig droht schon die Ausweitung neuer Abhängigkeiten etwa bei Seltenen Erden oder Coltan.

Zwar gehören Energie-, Umwelt-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik nicht zum Gestaltungsbereich des Beauftragten gegen Antisemitismus. Aber es steht ihm zu, auf die große Bedeutung dieser Themen hinzuweisen und für mehr „vernetztes Denken“ in Politik und Gesellschaft zu werben. Baden-Württemberg ist wirtschafts- und forschungsstark und verfügt auch im internationalen Vergleich über herausragendes, technologisches Know-How. Mit jedem Schritt zur Dekarbonisierung, der Förderung erneuerbarer Energien, von Bildung und der Verbesserung von Recycling können Akteure in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft nicht nur den Umwelt- und Klimaschutz fördern, sondern auch Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Frieden und die Überwindung antisemitischer Propaganda. Idealerweise können wir baden-württembergisches Engagement mit globaler Verantwortung verknüpfen und auch damit für eine Welt mit weniger Zerstörung, Hass, Antisemitismus und Rassismus wirken.

Das es Antisemitismus bereits seit mehreren tausend Jahren gibt, also aus Zeiten stammt, in denen es mit Sicherheit keinen globalen anthropogenen Klimawandel gegeben haben kann, ficht Michael Blume nicht an, Hauptsache er konnte in seinem Bericht neben Antisemitismus noch damit ursächlich verknüpfend die Modeworte Klimawandel und Dekarbonisierung/Kohlendioxid unterbringen, egal wie lächerlich das Ergebnis auch sein mag.

Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, daß Michael Blume hier mit seinem Fazit dem grünen Teil der Landesregierung genau das auf den Weg gibt, was sie hören will. Um es mal polemisch überspitzt zu auszurücken lautet sein Resümee, wer fliegt, SUV fährt und die derzeitigen Aktivitäten unter dem (unsinnigen) Sammelbegriff „Klimakrise“ für Hysterie hält ist Antisemit. Das passt natürlich ausgesprochen gut mit der grünen Ideologie zusammen, die ohnehin jeden als Nazi ansieht, der ihren links-grünen totalitären Ideen nicht folgt.

Ein Zeitgeist von Irrationalität und Pseudowissenschaft hat Politik und weite Teile der Gesellschaft ergriffen. Wer heute im Politik- und Wissenschaftsbetrieb nicht überdeutlich Dekarbonisierung oder etwas mit Gender fordert, völlig unabhängig vom Thema, boykottiert seine eigene Arbeit und sein Fortkommen, da keine Forschungsmittel mehr zu bekommen sind.

Ein Kommentar

  1. Bill Miller sagt:

    Das Erschreckende ist, dass das Niveau des Denkens auf vorzeitliche Analogmagie abgesunken ist:
    CO2 ist Gift,
    Antisemitismus ist auch so eine art Gift
    ergo:
    beide sind miteinander verbunden und mehr CO2 gebiert mehr Antisemitismus.

    Da muß ich an Goya denken:
    Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.