Politische Gesundheitsexperten

Daß Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine eklatante Fehlbesetzung ist und er wie ein tollpatschiger Junge durch das Amt stolpert, ist nicht erst seit der Coronaviruspandemie (Covid-19 durch SARS-CoV-2 vormals 2019-nCoV) offensichtlich. Im Grunde versteht er nicht wirklich die Aufgabe, die diesem Amt zu Grunde liegt, für ihn ist es ein politisches Amt wie jedes andere auch. Einerseits möchte er darin seine religiösen Vorstellungen für alle umgesetzt wissen (Organspende, Konversionstherapien), zwischenzeitlich macht er mal aus wahltaktischen Gründen einen Ausflug zum Euroislam, andererseits dient ihm das Amt nur als Sprungbrett um seine politische Karriere weiterverfolgen zu können. Für die dringend benötigte aktive Politik zur Verbesserung des Gesundheitssystems fehlen im einfach die Grundlagen. Auf der anderen Seite der Koalition sieht es allerdings keineswegs besser aus. Hier hält sich Karl Lauterbach (SPD) für die Koryphäe im Gesundheitswesen.


Zwischen diesen beiden inhaltlich völlig entgegengesetzten Tweets von Karl Lauterbach liegt genau ein Monat. An der Situation hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert, außer das die Coronaviruspandemie inzwischen Deutschland ernsthaft zu erreichen beginnt. Der Gefahrengrad des Virus’ war im Januar genauso hoch wie heute und am Gesundheitssystem selbst hat sich in diesem einen Monat rein gar nichts geändert. Wenn wir also das Gesundheitssystem heute nicht vorbereitet ist, war es das vor einem Monat auch nicht. Der Mann weiß also nicht wovon er redet, er plappert wieder mal nur die Presse nach und ist somit völlig unglaubwürdig.

Schon zu Zeiten der Ebolaepidemie 2014 war unser Gesundheitssystem, noch unter Hermann Gröhe (CDU) als Bundesgesundheitsminister, nicht auf eine derartige Epidemie vorbereitet, wie ich damals schrieb. Zu jener Zeit hatte Deutschland schlicht und einfach Glück, daß nichts passiert ist. Abgesehen davon, daß es auch keine absolute Sicherheit geben kann, fehlt es in Deutschland eben nicht nur an medizinischem Personal, sondern auch an politischen Entscheidern, die wissen, was wann zu tun ist und die auch den Willen haben dies umzusetzen. Im Grunde ist es bei Eintritt einer Epidemie für das Schmieden von Plänen ohnehin bereits zu spät, diese müssten fertig in der Schublade liegen und bei Bedarf umgesetzt werden, denn grundsätzlich unterscheiden sich die notwendigen Maßnahmen nicht wesentlich von Erreger zu Erreger. Und das gilt übrigens für alle Gebiete, nicht nur im Gesundheitssystem. Zur Unterbrechung von Infektionsketten bedarf es eben manchmal einschneidender Maßnahmen, doch um der politischen Korrektheit Willen riskiert man hier lieber die Gesundheit der eigenen Bürger. Und bei derartig inkompetentem politischen Personal der Parteien wundern diese sich dann, weshalb sie in der Bevölkerung kein Vertrauen genießen und diese anfängt sich wie in einem Dritte Welt Land selber zu organisieren.

Ein Kommentar

  1. […] hatte ich noch die fehlende Kompetenz im Bundesgesundheitsministerium beim Vorgehen zur Eindämmung der Coronaviruspandemie (Covid-19) beklagt, da kannte ich allerdings […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.