Von den Hürden des Pinkelns an Universitäten

Wer kennt sie nicht, die Situation bei der man an der Uni ist, sich in der Mensa gefüllte Getränkeflaschen stapeln, der Mate-Tee Schimmel ansetzt, Kaffee und Tee hinter dem Institut ökologisch wertvoll auf dem Kompost landen und alles nur, weil sich von den tausenden Studenten niemand, also grob geschätzt so ungefähr zwischen Null und Eins, traut auf‘s Klo pinkeln zu gehen. Man steht vor den Toiletten und weiß einfach nicht wohin mit dem Natursekt, denn es gibt dort sage und schreibe zwei Türen, eine für Männlein und eine für Weiblein, hinter denen die ersehnte Erleichterung wartet. Die AG Femistisch Sprachhandeln hat das in ihrem Sprachführer [1] richtig erkannt und auf den Punkt gebracht:

Welche Leute können an der Uni ohne nachzudenken aufs Klo gehen und welche trinken zur Vermeidung nichts und verdrücken sich das Pinkeln stundenlang? Klosituationen sind nicht für alle selbstverständlich, Interventionen dagegen können Blasen retten und Anwesenheiten normalisieren.

Ja es ist ein gar schweres Los Student zu sein. Simple Gemüter mögen nun denken, könnte man nicht einfach die Anwesenden normalisieren, statt der Anwesenheiten? Aber nein, wir sind doch Genderstudenten. Wo ist das Problem fragen sich viele von dem tiefen Sinne der Lehre Unbeleckte, denn eigentlich ist Geschlecht doch nur eine soziale Konstruktion, meinen die Genderisten und nicht nur die von der AG Femistisch Sprachhandeln um Fr. Prof. Dr. Antje alias Lann Hornscheidt an der Humbug-Universität zu Berlin. Man könnte sich doch vor den Toren der Becken einfach ein passendes Geschlecht konstruieren, ganz nach Belieben. Heute so, morgen so und übermorgen wieder ganz anders. Was für eine Freiheit. Aber weil viele die Selbstde- und konstruktion noch nicht so richtig gelernt haben — man ist ja noch Student —, klappt das noch nicht so richtig. Es fehlt wohl die Übung und wenn man wagt so manch‘ ein Institut zwischen Philosophie und Soziologie zu betreten, beschleicht einen der Verdacht, daß tatsächlich nicht nur Klosituationen nicht für alle selbstverständlich sind.

Doch Problem erkannt und fast gebannt, kommt nun von den Blasenrettern des Asta der Universität Kassel, wie es sich für einen Hort der Wissenschaft gehört, endlich ein bahnbrechendes Experiment: Eine Woche lang wird die „All-Gender Welcome-Toilette“ erprobt. Natürlich sollen diese Unisex-Toiletten an allen Standorten der Uni angeboten werden, denn die herkömmlichen, nach Männlein und Weiblein getrennten „Klos würden immer wieder zu Ausschlüssen, Diskriminierungen und unangenehmen Situationen für Personen führen, die nicht der zweigeschlechtlichen Norm entsprechen“ lässt uns Asta-Sprecherin Raphaela Becker wissen.

Ein Hoch auf die steuerfinanzierte Genderzukunft, so daß wir denn schon bald aller Orten durch eines von drei Portalen schreiten können dürfen: Männlein, Weiblein und Gestörte.

Literatur

  1. Was tun? Sprachhandeln — Aber wie? W_ortungen statt Tatenlosigkeit! AG Feministisch Sprachhandeln, Hrsg. Anna Damm, Evelyn Hayn, Lann Hornscheidt, Sonja Weeber. 2. Auflage 2014, 2015, 66 Seiten.

Ein Kommentar

  1. […] denn es sind längst weitergehende Vorschläge in der Pipeline. Eine Tabelle aus dem bereits an anderer Stelle gewürdigten Machwerk von Lann Hornscheidt [1] von der Humbug-Universität Berlin zeigt wo es langgehen soll (vgl. […]

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