Warum den Taliban die Rückeroberung gelang

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gibt in einem Interview zu, daß der Afghanistaneinsatz ein Desaster ist und bestätigt den Missionscharakter des Einsatzes.

Seehofer: Was im Moment in Afghanistan geschieht, ist ein Desaster. Das große Ziel war es, die Lebensbedingungen für die Menschen zu verbessern und Stabilität ins Land zu bringen. Heute muss man leider festhalten: Das ist gescheitert. Das trifft mich auch menschlich sehr.

Jetzt, wo sich das Desaster sich nun wirklich auch nicht mehr leugnen lässt. Allerdings lag der, der Mission zu Grunde liegende Fehler, bereits bei der Truppenstationierung: Überheblichkeit! Operation Enduring Freedom war eine ideologisch motiviertte Operation.

Seehofer: Es ist eine völlig andere Kultur. Trotzdem sollte man immer wieder versuchen, die Grundwerte, die uns prägen und die uns auch hier in Europa stabile Demokratien beschert haben, in anderen Ländern zu etablieren. Wir haben leider auch nach dem arabischen Frühling erleben müssen, dass dies ein äußerst schweres, wenn nicht gar unmögliches Unterfangen ist. Jedenfalls kurzfristig.

Genau das ist das Problem, der missionarische Eifer. Es hat schon einen tieferen Grund, weshalb sich im Laufe der Geschichte Nationalstaaten herausgebildet haben. Um es mal klar und deutlich auszudrücken: Wir haben in fremden Ländern reinweg gar nichts zu etablieren. Das nennt sich dann nämlich Imperialismus. Jedes Volk hat seinen Staat und sein Territorium und sollte dort eigenständig seine Kultur leben können.

Aus der zutreffenden Erkenntnis, daß es sich um eine völlig andere Kultur mit konträren Wertvorstellungen handelt müsste auch die Erkenntnis folgen, daß eine quasi automatische systematische Übersiedlung von Flüchtlingen in unseren Kulturraum, wie von Grünlinken wie Annalena Baerbock, der Grünen Jugend und Anderen gefordert, nicht zwangsläufig eine gute Idee sein muss. Es wird von Grünen und Linken auch grundsätzlich davon ausgegangen, daß Deutschland aufnehmen muss, niemals werden aber islamische Länder, die den Migranten kulturell nahe stehen, in die Pflicht genommen, denn diese müssten sich doch ihren Glaubensbrüdern besonders verpflichtet fühlen, was sie aber in der Realität nicht tun.

Und, wie Sie gesagt haben, die Frage, mit Blick auf die weitere Vertreibung, gilt es das zu tun, was in Syrien auf fatale Weise nicht getan wurde, sich als Europäer darauf vorzubereiten, dass weitere Menschen in so einer dramatischen Situation ihr Land verlassen müssen, dass man dafür als Europäer und wenn wir das nicht gemeinsam können, mit 27, und diesen katastrophalen Fehler dürfen wir nicht wieder wiederholen, zu sagen, wir warten, bis alle 27 Ländern bereit sind, sondern sich dann mit den europäischen Ländern zusammen zu schließen, die wollen und vor allen Dingen mit den Amerikanern und den Kanadiern, damit wir klare Kontingentregeln gemeinsam vereinbaren.


Es wird mit einer Überheblichkeit, die Ihresgleichen sucht, angenommen, daß Andere grundsätzlich unsere Werte teilen und so leben wollen. Man ist dann hier ganz überrascht wenn dem nicht so ist, bestreitet das Vorliegen kultureller Unverträglichkeiten vehement und schiebt es dem angeblichen Rassismus der Einheimischen zu. Ein weiterer Denkfehler liegt in der Annahme begründet, daß jeder, der flüchtet, auch unsere Werte teile. Gerade bei Migration aus dem islamischen Kulturkreis trifft das nicht zu. Die rigiden Grundwerte des Islams mit seinen detaillierten Lebensartvorschriften, seiner Zweiteilung der Welt in haram (verboten) und halal (erlaubt) widersprechen den unsrigen Individuell-Freiheitlichen diametral, das lässt sich weder wegdiskutieren noch miteinander vereinbaren. So wird die Scharia von 99% der Afghanen, 91% der Iraker, 89% der Palästinenser 84% der Pakistaner unterstützt. Somit wird auch verständlich, warum den Taliban problemlos der Durchmarsch gelang. Die sogenannte afghanische Zivilgesellschaft ist ein ideologisches Wolkenkukucksheim des Westens. Praktisch niemand teilt dort die westlichen Grundwerte, nicht einmal die Frauen, und ist daher nicht bereit für sie zu sterben, im Gegensatz zu den Taliban, die bedingungslos für ihre Werte kämpfen. Stirbt ein Talib im Kampf für den Islam, so kommt er direkt ins Paradies und für seine Familie ist der Platz reserviert. Daher haben mohammedanische Mütter kein Problem damit ihre Söhne in den Dschihad zu schicken, denn stirbt er dabei ist auch ihr das Paradies sicher. Das religiöse Konstrukt des Islams hat für den Gläubigen dem Tod seinen Schrecken genommen. Militärisch lässt sich ein solcher Gegner weder „human“ besiegen, noch überzeugen, allenfalls ausrotten.

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