Wirtschaftswoche entdeckt die Kritik an der Frauenquote

Die Wirtschaftswoche rechnet in dem lesenswerten Artikel „Der Quotenstaat opfert die Gleichberechtigung“ mit der Frauenquote ab. Offensichtlich kommt jetzt auch das ein oder andere Leitmedium zu der Erkenntnis, dass Gleichstellung und Frauenquote Unfug sind.

Anlass war eine Podiumsdiskussion über Frauenförderung, u.a. mit der nordrhein-westfälischen Ministerin für Emanzipation Barbara Steffens (Die Grünen) und der Vizepräsidentin der Westfälischen Hochschule Katrin Hansen. Zu einer echten Diskussionn kam es wohl nicht, da alle Geladenen bereits einer Meinung waren und die Frauenquote uneingeschränkt befürworten (sehr schöner Kommentar: „ein kollektiver Monolog, in dem die Sinnhaftigkeit der Quote nicht begründet, sondern vorausgesetzt wird.“). Fr. Steffens fiel aber mal wieder durch bemerkenswerte, aber nicht wirklich hintergfragte Äußerungen auf:

„Ohne Quote werden wir es erst schaffen, wenn es zu spät ist.“

Hier fragt man sich zu spät für was? Welche versteckte Agenda vertritt hier Fr. Steffens?

Nicht fehlen dürfen in jeder Quotenpredigt auch die Klagen über die zu bekämpfenden „Seilschaften“ der Männer in Führungspositionen und der Wunsch nach mehr „Netzwerken“ von aufstiegswilligen Frauen. Auf die Frage, was denn der Unterschied zwischen beiden sei, erklärte Emanzipationsministerin Steffens geduldig: Männer-Seilschaften seien gleichbedeutend mit Klüngel, also: „Wenn inkompetente Männer trotzdem nach oben kommen“. Die Netzwerke der Frauen hingegen seien „inhaltlich“ motiviert, es gehe darum, geeignete Kandidatinnen zu finden. Da mochte Hochschulvizepräsidentin Hansen nicht widersprechen. Sie bekannte freimütig, ihre Professur über das „Netzwerk Frauenforschung NRW“ bekommen zu haben. Mit Klüngel habe das selbstverständlich nichts zu tun. Hansens Kompetenz besteht unter anderem darin, dass sie nun Gender-Aspekte in alle Lehrveranstaltungen einfließen lassen kann.

Kann man es besser formulieren wie die Doppelmoral bei Genderisten mit zweierlei Maß misst? So ist denn auch dem Resümee des Artikels nichts mehr hinzuzufügen:

Auf dem Arbeitsmarkt des Quotenstaats wird jeder Mensch nicht allein nach seinen Fähigkeiten bewertet, sondern auch nach seinem Geschlecht, also einem angeborenen Merkmal. Die Quote ist daher ein Schritt zurück zur vormodernen Privilegiengesellschaft, in der die Geburt über Lebenschancen mitentschied.

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