Archiv für Medizin

Der Pieks mit Lust

Die Kampagne zur Coronavirusschutzimpfung treibt seltsame Blüten: In Wien kann man sich ab November im Bordell impfen lassen.

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Indische δ-Variante

Genau so habe ich mir das vorgestellt. Nachdem die WHO Ende Mai vorgeschlagen hat für die öffentliche Kommunikation die Ländernamen in denen eine Variante des SARS-CoV-2 („China-Virus“) gefunden wurde gegen griechische Buchstaben auszutauschen, damit sich niemand stigmatisiert und diskriminiert fühlt, wird nun beides verwendet, was die Idee ad absurdum führt und es noch dazu komplett falsch macht. Sprachlogisch führt die Formulierung Indische δ-Variante nun dazu, das es mindestens auch noch eine indische α-, β- und γ-Variante geben muss. Weiterlesen

Geimpft oder eingeäschert

Laut eines Berichtes von CBS wird nach dem Ausbruch des Vulkans Soufrière auf der Karibikinsel St. Vincent mit der Evakuierung der Bewohner begonnen, allerdings nur derjenigen die bereits eine Covid-19-Schutzimpfung hinter sich haben: Weiterlesen

Neue Coronavirustypinfektion erreicht Deutschland

Das bayrische Gesundheitsministerium hat aus dem Landkreis Starnberg den ersten Fall einer Infektion mit dem neuen aus China stammenden Coronavirustyp 2019-nCoV in Deutschland gemeldet. Näheres in einer Pressekonferenz im Laufe des Dienstag.

Homöopathie im Gesundheitswesen ist bandenmäßiger Betrug

Vor Kurzem gab bei der Deutschen Welle ein Interview mit Prof. Dr. med. Hendrik Schulze-Koops (LMU, DfG), Inhaber der Schwerpunktprofessur Rheumatologie und Klinische Immunologie am Klinikum der Universität München Sprecher des Fachkollegiums Medizin in der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DfG) zum Thema Homöopathie und ihrem vielfachen Einsatz trotz Wirkungslosigkeit. Inhaltlich kann man dem Gesagten zwar zustimmen, dennoch werden einige wesentliche Punkte des Problems nur sehr unzureichend angesprochen. Weiterlesen

Hirnströme bei Fehlhandlungen lassen Rückschlüsse auf biologisches Geschlecht zu

Frisch reinkommen, die Ergebnisse eines recht interessanten Experiments zu geschlechtsspezifischen Gehirnaktivitäten, durchgeführt von drei neurowissenschaftlichen Arbeitsgruppen, in einer Kooperation der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, dem MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leizig und der Schule für Psychologie der Universität Nottingham [1]. Weiterlesen

Mobilfunk und Spermienqualität

Wieder mal zirkuliert (heise.de) eine Studie [1], in der man meint herausgefunden zu haben, daß Mobiltelefonnutzung die Spermienqualität negativ beeinflusst. Ein näherer Blick auf das, was da untersucht wurde lohnt, da in gewissen Kreisen mit hoher Resonanz dieser Studie gerechnet werden kann. Weiterlesen

ebolafrei

Spiegel-Online titelte heute „New Yorker wieder gesund: Die USA sind Ebola-frei“. Doch was genau bedeutet eigentlich ebolafrei in diesem Zusammenhang? In den ersten Zeilen des Artikels wird klargestellt, daß der mit dem Ebolavirus infizierte New Yorker Arzt Craig Spencer am Dienstagmorgen aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Obwohl er der letzte bekannte Ebolapatient in den USA war, kann man die USA dennoch nach bisherigher Definition nicht als ebolafrei bezeichnen. Immerhin könnten sich bei ihm noch Personen infiziert haben, bei denen die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist. Genau um diesem Umstand Rechnung zu tragen, hat man sich in der WHO darauf geeinigt, eine Region erst dann als ebolafrei zu bezeichnen, wenn seit mindestens 42 Tagen, also dem doppelten der Inkubationszeit des Virus, keine neuen Fälle mehr aufgetreten sind. Daher ist die Überschrift von Spiegel-Online zwar prägnant, aber falsch. Die Washington Post hatte die paar Bytes für einen korrekten Titel übrig: „New York doctor cleared of Ebola, which means there are no known Ebola cases in the U.S.“. Es geht also, wenn man will und wenn man weiß wovon man schreibt. Das Problem an der laxen Ausdrucksweise ist immer, daß sich einmal verbreitete Fehlinformationen nachträglich praktisch nicht mehr richtig stellen lassen und es zu einer immer weiter zunehmenden sprachlichen Divergenz kommt.

Quarantäne

Ich schrieb kürzlich ohne nähere Ausführung, daß ich die Begründung zur Zurückweisung der behördlichen Quaratäneauflagen durch die amerikanische Krankenschwester Kaci Hickox problematisch finde. Die Gründe dafür will ich hier jetzt etwas ausführlicher erläutern.

Die amerikanische Krankenschwester kam von einem Ebolaeinsatz als Freiwillige aus dem betroffenen Liberia Sierra Leone zurück. Bei ihrer Rückkehr in die USA wurde sie von den Behörden der USA unter Quarantäne gestellt, um ein mögliches Einschleppen des Virus in die USA zu verhindern. Fr. Hickox hat sich den Maßnahmen von Anfang an erfolgreich widersetzt und die behördlichen Auflagen auch gebrochen. Nach den angelsächsischen Medienberichten zu dem Fall, erfolgte dies mit den folgenden Begründungen: Weiterlesen

Gesundheitsminister Gröhe: Ebola keine Gefahr für Deutschland

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU; @Groehe) verkündete großspurig, daß man in Deutschland auf Grund des guten Gesundheitssystems keine Angst vor Ebola haben müsse.

Unser Gesundheitssystem ist sehr gut aufgestellt. Deshalb muss sich niemand in Deutschland Sorgen machen.

Herr Gröhe ist Jurist und bisher nicht durch medizinisch-wissenschaftliche Expertise positiv in Erscheinung getreten, was zu der Überlegung führt, wie er zu dieser Aussage kommt. Wollte er einfach auch mal was zum Thema gesagt haben oder sind ihm diese Worte von seinen Einflüsterern im Miniserium in den Mund gelegt worden? Mir persönlich erscheint seine Einschätzung eher grob fahrlässig zu sein, weil sie von Unverständnis zum Umfang des Problems zeugt. Weiterlesen