Künstliche Intelligenz statt Parlamentarier

Eine Studie soll ergeben haben, daß ein erheblicher Anteil von Bürgern zustimmen würde zumindest einen Teil der Parlamentarier durch eine künstliche Intelligenz (KI) zu ersetzen (CNBC via heise).

Die Hälfte der Europäer spricht sich einer Umfrage zufolge dafür aus, Abgeordnete in Parlamenten durch eine Künstliche Intelligenz mit Zugriff auf ihre Daten zu ersetzen. Das geht aus einer Studie hervor, die das Center for the Governance of Change der spanischen Privatuniversität IE University veröffentlicht hat.

Demnach würden sich 51 Prozent der Europäer für den Austausch von Parlamentariern gegen eine KI entscheiden
[…]
Für die Studie wurden 2769 Menschen aus 11 Ländern befragt. Jüngere Menschen waren demnach deutlich offener für die Idee, berichtet CNBC.


Mal die Validität dieser Studie außer acht gelassen, da einerseits Dinge gegenübergestellt werden die nicht so recht passen (KI mit Zugriff auf die persönlichen Daten versus heutige Palamentarier, also ohne den Zugriff) und die geringe Teilnehmerzahl (Eine weltweite Befragung in 11 Ländern von über 190, 2.769 Befragte ÷ 11 Länder = 251 Befragte/Land), klingt das Ergebnis dennoch plausibel und verwundert keineswegs.

Betrachtet man mal nur Deutschland ist es doch erschrenkend was in der Summe für ein dummes Volk die Parlamente besiedelt. Es ist nun mal Teil des demokratischen Systems, das unterscheidet es fundamental von einer Meritokratie, daß Mindestanforderungen an Abgeordnete so gut wie nicht vorhanden sind. Einzig deutsche Staatsbürgerschaft und vollendetes 18. Lebensjahr sind erforderlich. Rein formal muss ein Abgeordneter also weder lesen noch schreiben können. Man hat zunehmend quer durch alle Parteien, allerdings durchaus mit Schwerpunkten wie bei Grünen und SPD, aber genau den Eindruck, daß etliche Parlamentarier einzig nur diese zwei unbedingt notwendigen Mindestanforderungen von Alter und Staatsbürgerschaft erfüllen und ansonsten völlig unbelastet von Bildung und Fachkenntnissen handeln.

Vollständigkeitshalber sei noch erwähnt, daß der potentielle Kandidat weder durch Richterspruch vom Wahlrecht ausgeschlossen sein darf noch ihm die Befähigung zum Führen eines öffentliches Amts fehlen darf, wobei die beiden Punkte in der Praxis zahlenmäßig irrelevant sind. Wenn auch nicht im derzeitigen juristischen Sinne, fehlt dennoch etlichen Parlamentariern einfach das intellektuelle Rüstzeug für die Befähigung zum Bekleiden eines öffentliches Amtes.

Kurz und prägnant zusammengefasst: Jeder Idiot kann gewählt werden und wird es offenbar auch, leider. Warum ist das so? Unter diesen Gegebenheiten ist es nicht überraschend, daß viele Bürger meinen, der Einsatz einer künstlichen Intelligenz könnte zu einer drastischen Zunahme der Güte von Entscheidungen führen, weil dann wenigstens mit Sicherheit etwas Intelligentes an diesen beteiligt wäre.

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