Stand der Digitalisierung Deutschlands: Wirecard

Ich hatte gerade was zum Krieg der Bundesregierung gegen Telegram, im Grunde geht es aber gegen alle Messenger, geschrieben, angeblich weil die Führung von Wirecard über Telegram kommunizierte und man die Botschaften rekonstruieren wolle. Da Telegram bzgl. Auskunftsersuchen unkooperativ ist, wird selbst eine Sperrung von Telegram in Betracht gezogen.

Nun stellt sich heraus, daß die Behörden nicht in der Lage sind, Daten in deren Besitz sie bereits sind auszuwerten:

Der Bundestagsabgeordnete der FDP, Markus Herbrand, wirft dem für die Finanzaufsicht Bafin zuständigen Bundesfinanzministerium eklatantes Politikversagen vor. Seine Kritik bezieht sich auf eine Antwort des Finanzministeriums auf seine Anfrage zu den Geldwäscheverdachtsmeldungen mit Bezug zu Wirecard, die in der Zentrale für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) eingegangen sind. Herbrand interessieren die Meldungen bis Mitte 2017, als die FIU vom Bundeskriminalamt (BKA) auf den Zoll, der dem Finanzministerium unterstellt ist, übertragen wurde.

Die Staatssekretärin Sarah Ryglewski antwortet in ihrem der F.A.Z. vorliegenden Schreiben: „Eine valide Auswertung der Alt-Datenbestände des BKA ist hierbei regelmäßig nicht möglich.“ Sie nennt technische Gründe, die einem automatisierten Abgleich entgegenstehen. Dabei kann es sich um fast 10 000 Verdachtsmeldungen handeln, die nicht mehr aufgearbeitet werden können.

Alt-Datenbestände, lachhaft, das hört sich an als ob hier Daten aus der Anfangszeit der Computerei vorlägen. Wirecard wurde 1999 gegründet und Ende 2020 aufgelöst. Die Hinweise zu Geldwäscheverdachtsmeldungen dürften ohnehin neueren Datums sein. Man muss es sich einmal klar machen, deutsche (Ermittlungs)Behörden schaffen es nicht 10.000 Datensätze lesbar von einer Behörde zu einer Anderen zu transferieren.

Aber jetzt hat man als Schuldigen Telegram ausgemacht und droht sogar mit dessen Sperrung in Deutschland, ein Vorhaben, bei dem selbst Russland die Waffen strecken musste.

Übrigens ist Staatssekretärin Sarah Ryglewski (SPD), studierte Politologin, die Nachfolgerin von Christine Lambrecht (SPD) im Finanzressort unter Olaf Scholz (SPD) als diese zur Justizministerin ernannt wurde. Das sagt eigentlich alles über die Personalpolitik des Hauses.
Der Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, wäre das natürlich nicht passiert, die hat für sowas Notfallflugtaxis.

Ein Kommentar

  1. Bill Miller sagt:

    Man weiß nicht mehr ob man heulen oder kotzen möchte. Das Merkel und ihre Luschentruppe ruiniert Deutschland gründlicher als die Weltkriege. An deren Ende stand jedenfall weiter eine kompetente Verwaltung und Bevölkerung.
    Wenn die nicht so doof wären, man könnte meinen es wäre Absicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.