Es gibt kein „Jetzt“ mehr

Das literarische Kleinod „Jetzt: Wie wir unser Land erneuern“ von Annalena Baerbock wird vollständig aus dem Handel genommen, eine korrigierte Version wird es entgegen der ursprünglichen Ankündigung von vor der Bundestagswahl 2021, nicht geben. Angeblich hat Pinocchio keine Zeit dafür.

„Der Wahlkampf und die nachfolgenden Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen haben nicht den Raum für die notwendigen Ergänzungsarbeiten gelassen“, erklärte Baerbock nun in über den Verlag verbreiteten Zitaten. „Es ist absehbar, dass sich dies in den kommenden Monaten nicht ändern wird.“ Das Buch werde nicht mehr gedruckt, im Handel befindliche Exemplare nicht mehr verkauft und auch das eBook sei ab sofort nicht mehr verfügbar, sagte eine Verlagssprecherin der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage.

Nachvollziehbar, einerseits war das zusammengekupferte Buch ohnehin nur als Wahlkampfhilfe gedacht — Wahlplakate werden nach einer Wahl schließlich auch abgehangen und eingestampft —, andererseits dürften die Restexemplare nach Auffliegen der Plagiate wie Blei in den Regalen liegen und ein ökonomischer Erfolg für eine korrigierte Neufassung dürfte nicht zu erwarten sein. Baerbock hat ihre Wahl und die für die Grünen aus eigenem Verschulden grandios in den Sand gesetzt (glücklicherweise!), welcher größere Leserkreis sollte sich jetzt noch für ihr Machwerk interessieren? Außerdem ist aus ihrer Sicht die Gefahr viel zu groß, daß sie nicht mehr zusammenbekommt wo sie überall abgeschrieben hat und nach Erscheinen der Neufassung die ganze Affäre wieder hoch- und weiterkocht. Auch ökologisch ein richtiger Entschluss, die Bäume können stehen bleiben (sofern sie wegen Windrädern nicht auf Betreiben von Grünen doch abgeholzt werden). Darüberhinaus ist die Angelegenheit mit ihren Angaben zu ihrer Ausbildung und ihren mindestens über einem halben Dutzend unterschiedlichen Lebensläufen bislang auch nicht abschließend geklärt. Insgesamt ist also aus ihrer Sicht für ein mögliches Vorankommen ein richtiger Schachzug, über das verunglückte Buch den Mantel des Schweigens zu decken.

Wird es Morgen geben? Ja natürlich, aber ohne Annalena Baerbock.

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