Coronaschutzimpfung: Zurück auf Anfang

Daß die Coronaschutzimpfung bei Weitem nicht so verläuft, wie von der Politik vollmundig versprochen — abgesehen davon, daß Wissen um Infektionserkrankungen ohnehin außerhalb jeglicher Kompetenz von Politikern liegt — ist offensichtlich. Es hieß, mit der Impfung sei in ein paar Wochen alles vorbei, dann kehre die Normalität zurück, die Freiheitseinschränkungen würden aufgehoben, die übrigens von Politikern eingeführt wurden (der Ministerpräsidentenkonferenz), die dazu keine Befugnis haben und sich der Deutsche Bundestag in Arbeitsverweigerung übte. Die Coronalage ist nicht nur weit weg von „vorbei“, sondern zahlenmäßig schlechter als sie jemals, auch ohne Impfung, war.

Seit einigen Wochen unke ich, daß wohl demnächst die Impfzertifikate wie Fisch und Hackfleisch ein Ablaufdatum erhalten werden, nach denen der Impfling seinen Status als geimpft verliert, sich unversehens bei der Gruppe der Ungeimpften wiederfindet und damit die eben zurückgewonnenen Freiheitsrechte auch verlieren wird. Mit einem gewissen Hochmut gehen gegen Corona Geimpfte meist implizit davon aus, daß unter den Status „ungeimpft“ nur Personen fallen, die noch keine Nadel gesehen habe. Ihnen kommt nicht in den Sinn, daß es sie selbst demnächst betreffen könnte. Besser gesagt kam, denn dies dürfte sich jetzt rasch ändern, denn Österreich hat das Ablaufdatum für Impfzertifikate beschlossen:

Auf Grund der steigenden Corona-Zahlen muss Österreich einen erneuten Corona-Hammer verkünden. Im ganzen Land kommt nun schon ab nächster Woche ein Freizeit-Lockdown für Ungeimpfte. Alle Infos hier.

Neuerung bei Impfungen

Auch bei den Impfungen gibt es jetzt eine Neuerung. Denn die Gültigkeit der Zweitimpfung für den Grünen Pass gilt ab sofort nur noch für neun Monate. Danach braucht es eine 3. Dosis für ein gültiges Zertifikat. Für diese Regel gibt es für akut Betroffene allerdings eine Übergangsfrist von drei Wochen.

Gleiches muss man der Logik nach auch für Deutschland erwarten. Die geschäftsführende Bundesregierung und die Abgeordneten wollen die Epidemische Lage von nationaler Tragweite zum 25. November auslaufen lassen. Warum eigentlich? Einer der vielen Widersprüche bei der Coronapolitik. Die Lage ist schlechter als sie es jemals auch ohne Impfung war. Dann müsste man die Epidemische Lage von nationaler Tragweite beibehalten oder zugeben, daß sie von vornherein überzogen war. Andererseits basteln die Koalitionäre in spe, SPD, Grüne und FDP, an einem neuen Gesetz.

Warum ein Ablaufdatum von Impfzertifikaten zu erwarten ist, geradezu logisch zwingend erscheint, lässt sich in einer Ende Oktober erschienenen Studie aus Schweden nachlesen.

This study showed a progressive waning in vaccine effectiveness against symptomatic Covid-19 through 9 months of follow-up. Following the peak during the first month after vaccination, effectiveness of BNT162b2 and mRNA-1273 declined to about 30% and 60% respectively, after 6 months. From 7 months and onwards, no effectiveness of BNT162b2 could be detected. The effectiveness waned across all subgroups although it was lower andwaned more rapidly among men and older frail individuals, and for ChAdOx1 nCoV-19. Effectiveness against hospitalization and death was maintained through 9 months, although not in men, older frail individuals, and individuals with any comorbidity. Together, these findings strengthen the evidence-based rationale for administration of a booster dose, where the parts of the population who are at high risk of severe illness and death should be prioritized.

Lange Rede kurzer Sinn in der Studie:
Die Schutzwirkung der Impfstoffe Johnson & Johnson und AstraZeneca ist nach neun Monaten de facto nicht mehr vorhanden.

Literatur

  1. Effectiveness of Covid-19 Vaccination Against Risk of Symptomatic Infection, Hospitalization, and Death Up to 9 Months: A Swedish Total-Population Cohort Study. Nordström, Peter and Ballin, Marcel and Nordström, Anna. Lancet, 25 Oct 2021, preprint.

Nachtrag 07.11.2021:

Mit Hochmut meinte ich beispielsweise solche Individuen wie den sozial engagierten Referatsleiter und Leiter des Corona Krisenstabs in der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales:


Man kann sich manchmal schneller auf einer Seite wiederfinden, wo man eventuell gar nicht hin wollte.

2 Kommentare

  1. Bill Miller sagt:

    Der benutzt „Ungeimpfte“ in dem selben Tonfall wie er vor einigen Jahrzehnten in Berlin für Juden verwendet worden wäre.
    Brecht hatte recht mit dem unverändert fruchtbaren Schoß.

  2. Er steht damit leidser nicht so ganz allein. Diese totalitäre Denkweise Gruppen öffentlich zu markieren, diesmal per bunter Armbänder nicht per Stern, kommt derzeit an verschiedenen Orten wieder auf.

    Ich fand das allein schon in Touristenorten merkwürdig, wenn die Touristen dort mit farbigen Armbändern markiert rumlaufen. Für die Einheimischen Händler ggf. eine Goldgrube. Die wissen nicht nur ab Ü, Voll- oder Halbpension gebucht wurde, sondern auch welches Hotel. Damit können sie die Preise an die Kunden anpassen.

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