Die 100 gefährlichsten Dinge der Welt

Die 100 gefährlichsten Dinge der Welt

Die 100 gefährlichsten Dinge der Welt,
ISBN_978-3-7607-4109-3

Das 112-seitige Kinderbuch „Die 100 gefährlichsten Dinge der Welt“ kommt in dem weniger gebräuchlichen Format von 13,5 cm ✕ 24,0 cm daher, kann also nicht mehr so ganz als Taschenbuch gelten und steckt in einer leuchtend-gelbend, transparenten Buchhülle aus Plastik. Es ist durchgehend systematisch aufgebaut, da jede der 100 angesprochenen Gefahren immer nach demselben Schema, auf exakt einer Seite behandelt wird. Es ist kein Comic oder Bilderbuch, das Kind muß lesen wollen. Die Sprache ist der Zielgruppe entsprechend (Kinder zwischen 9-11 Jahren) sehr leicht verständlich und vermeidet Fremdwörter, erklärt an einigen Stellen aber den entsprechenden Fachausdruck. Es ist in fünf Gefahrengruppen gegliedert:

  • Naturkatastrophen
  • Gefährliches Wetter
  • Verschollen in der Wildnis
  • Gefährliche Tiere
  • Gefahren der Zivilisation

Die Auswahl der Gefahrensituationen ist angemessen, ausgeschlossen sind die Themen Straßenverkehr, Krankheit (abgesehen von einem Hinweis auf Malaria unter „Mücke“) und Radioaktivität.

Der Text ist aufgelockert und jede Gefahr mit einem aussagefähigen (Farb-)Foto illustriert. Zunächst wird immer in einigen Sätzen die Gefahr beschrieben, ein gelb-schwarz umrandeter Kasten rechts auf der Seite enthält jeweils sowohl eine Risikoabschätzung in symbolischer Form (1-5 Totenköpfe) und mit einem Erläuterungssatz, als auch eine Überlebenschance (in Prozent), ebenfalls mit einer prägnanten Erläuterung. Den größten Teil der Seite nimmt der Abschnitt „Was zu tun ist“ ein, in dem durchaus adäquate Verhaltensmaßnahmen gegeben werden. Es sind sinnvolle, aber allgemeingültige Verhaltensregeln, also durchweg nicht nur für Kinder. So findet sich bspw. unter „Hitzewelle“ (S. 42) der Hinweis:

Plane keine anstrengenden Wanderungen, Sport oder Bauvorhaben […]

Der Hinweis zur Vermeidung von Bauvorhaben mutet bei 9-11-jährigen zunächst kurios an, aber wenn man an die Errichtung von Baumhäusern oder an Abenteuerspielplätze denkt, erhält der Hinweis auch für Kinder einen Sinn.
Auch bei der Erklärung zu „Im ewigen Eis“ (S. 45) stockt man kurz, wenn sie schreibt:

[…] Du könntest verschollen gehen, weil ein Expeditionsfahrzeug ausfällt oder dein Flugzeug abstürzt.

11-jährige (oder jünger) in einem Expeditionsfahrzeug am Pol? Betrachtet man ihre Erklärung aber altersunabhängig einfach unter der Fragestellung „Wie kann so etwas passieren?“ ist es eine auch für Kinder sinnvolle Erklärung, denn welche Kinder träumen nicht von Abenteuern?

Ausgesprochen positiv ist, daß die Autorin keine Panik verbreitet, denn die Abschätzungen zu Eintrittswahrscheinlichkeit und Überlebenschange sind durchweg realitätsnah, auch wenn sie oftmals entgegen dem was viele Menschen annehmen ausfallen. Bemerkbar macht sich dies insbesondere bei den Seiten zu australischen Tiere, denn hier wird in Presse und Reiseliteratur häufig der Eindruck erweckt, als ob man sich dem Kontinent überhaupt nur mit einem Ganzkörperschutzanzug nähern darf. Sie hat sich also glücklicherweise nicht die in der Tagespresse verbreitete Effekthascherei zu eigen gemacht, aber sie scheut sich auch nicht, an einigen Stellen zu sagen „keine Chance“. Alles in allem, wäre es sicherlich sinnvoll, wenn sich im Falle eines Falles auch Erwachsene mindestens an das Beschriebene erinnern und danach handeln würden. Die insgesamt vielleicht nützlichste Aussage die dem Leser mitgegeben wird, ist einerseits, daß es einfach Gefahren in unserer Umgebung gibt, mit denen wir leben müssen und andererseits, daß man oftmals durchaus die Möglichkeit hat, seine Überlebenschance zu erhöhen, wenn man ruhig bleibt und vor allen Dingen überlegt handelt.

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