Archiv für Medien

Käufliche Fake News

Die FAZ beschreibt in einem Artikel Metoden und Preise von Manipulation und Fake News im Internet. Die Daten stammen aus einem frisch erschienenen 80-seitigem Bericht der Fa. Trend Micro. Weiterlesen

RRG, RGR, R2G, R₂G, R²G oder doch 2RG?

Eine kleine Lehrstunde zur Syntax von Formeln. Der Kürze wegen ist man dazu übergegangen, die parteipolitischen Koalitionsmöglichkeiten in Deutschland als Buchstabenkombinationen zu schreiben. Besonders häufig sind derzeit Gedankenspiele mit den Buchstaben R und G, auch wenn beide dem Wähler ein x für ein u vormachen. Bei den parteipolitischen Formelspielen steht nun das R für die SPD, G für die Grünen/Bündnis 90 und ganz schlau nocheinmal R, jetzt für Die Linke, SED, WASG, PDS oder wie auch inmmer sie sich gerade nennen, wobei für 𝔻R gelten soll R ≢ R, R > 0, ℝ ∩ ℝ. Weiterlesen

Michael Born zu Fake News im Fernsehen

Der verurteilte Filmfälscher Michael Born äußert sich in einem Interview zu Fake News im Fernsehen: Weiterlesen

Tuğçe Albayrak: Heldenverehrung und Dämonisierung um jeden Preis

Die Geschichte mit der ums Leben gekommenen Tuğçe Albayrak beginnt sich inzwischen vollends von den Fakten zu lösen, wie bei Stille Post. Aus dem Einzeltäter wird eine Männergruppe, die zwei junge Mädchen in der McDonalds Toilette sexuell belästigten und anschließend Tuğçe auf dem Parkplatz gemeinschaftlich attackierten (Think Progress von Tara Culp-Ressler, Lieblingsthema: Vergewaltigung).

Thousands of German citizens are mourning a 23-year-old student who was murdered for sticking up for two teenage girls getting sexually harassed by a group of men.
[…]
She confronted their attackers, allowing the teens to escape the situation. But later, in the parking lot of the fast food restaurant, the same men attacked her and allegedly beat her with a baseball bat — an assault that was captured on grainy video footage.

Auch der Spiegel widmet sich heute ganz ausführlich, im neuen Heft sogar mit einem eigenen Beitrag, dem Leben des angeblichen Täters. Ich schreibe hier absichtlich angeblich, weil bisher öffentlich überhaupt noch nicht feststeht, daß er überhaupt ein Täter ist! Weiterlesen

Das Tuğçe-Beweisvideo

In den letzten Tagen hat die Presse eine Geschichte zu dem Vorfall auf dem Parkplatz von McDonalds in Offenbach aufgebaut, die einem Märchen, bei dem es nur schwarz und weiß gibt, gleichkommt: Junge schöne Frau hilft zwei noch jüngeren Mädchen, die von einem ungehobelten Kerl bedrängt werden. Anschließend wartet der Täter außerhalb des Restaurants bis die junge schöne, perfekt integrierte Migrantin das Restaurant verläßt, um sie brutal niederzuschlagen. Abgerundet wurde die Geschichte mit Hinweisen auf einschlägige Vorstrafen des Täters und der Darstellung seiner Person als Komplettversager. Natürlich forderte der Mob daraufhin härtere Gesetze und selbstredend die Todesstrafe. Allein schon das permanente Hervorheben in der Presse auf ihre Jugend und Schönheit waren eindeutig zu viel des Guten. Sicher, den Bildern nach zu urteilen war sie tatsächlich recht attraktiv, aber welche Rolle spielt das in diesem Zusammenhang? Wäre der Vorfall weniger schlimm und nicht weiter bemerkenswert gewesen, wenn es sich „nur“ um eine fette, häßliche, deutsche, erfolglose Mitvierzigerin auf Hartz IV gehandelt hätte?

Jetzt hat Bild das Überwachungsvideo, allerdings eine bearbeitete Version, von dem Parkplatz mit dem Vorfall veröffentlicht. Nimmt man mal an, daß nur unwesentliche Teile herausgeschnitten wurden, um es auf das Wesentliche zu kürzen, stellt sich der Vorgang nicht mehr ganz so eindimensional dar. Weiterlesen

Ein Hund namens Erdoğan

Vor einigen Tagen gab es Aufregung um eine Karikatur (Greser & Lenz, „Türken in Deutschland – Eine Erfolgsgeschichte“) aus einem baden-württembergischen Schulbuch, in der als Beiwerk ein angeketteter Hund in einer mit „Erdogan“ beschrifteten Hundehütte liegt (FAZ, Spiegel). Offenbar fühlte sich jemand in der türkischen Regierung durch den Hund angesprochen und es kam zu öffentlicher und diplomatischer Erregung. Die Berichterstattung darüber in den deutschen Medien ist ein weiteres Beispiel dafür, daß es nur darum geht irgendetwas zu schreiben um Klickzahlen zu generieren. Wirklich informiert wird man aber nicht, das Kernproblem wird nicht angegangen. Es ist im Grunde nur eine Kleinigkeit, aber sie ist mit ein Beleg für die Ursachen der zunehmenden Zahl an Lesern, die für derartige Inhalte nicht mehr bereit sind Geld auszugeben. Weiterlesen

Journalistische Unabhängigkeit

Die FAZ versucht sich an einem medienkritischen Artikel und dem Versuch zu verstehen, warum die Kritik an Medien und der Presse in Blogs und Büchern immer exzessiver und agressiver werde. Unbestreitbar ist der Ton in vielen Fällen äußerst rauh, nicht immer sachlich und die Kritik nicht immer gerechtfertigt, andererseits ist oftmals die einseitige und voreingenommene Berichterstattung, wie bspw. in der Ukrainekrise oder beim Genderfeminismus, einfach nicht zu übersehen. Allerdings scheint dies bei der FAZ natürlich vollkommen anders zu sein, zumindest findet sich in dem Artikel nichts von der dringend notwendigen Selbstkritik, es sind nur die anderen Medien. Der ARD-Chefredakteur Christian Nitsche sieht keinen Vertrauensverlust und verweist auf die hohe Zuschauerquote. Weiterlesen

Milliardenmarkt Kinderpornografie — Wer bietet mehr?

Nachtrag beachten!

In einem Kommentar im Deutschlandfunk schreibt Ines Pohl (Twitter @InesPohl) von der taz („die tageszeitung“) über den Milliardenmarkt Kinderpornografie:

In jeder Sekunde sind weltweit 750.000 Pädophile online, sagen die Experten. Im vergangenen Jahr haben 250.000 Deutsche rund 20 Milliarden Euro für Bilder und Filme mit nackten Kindern ausgegeben. Der Markt ist riesig.

Wer sind diese sogenannten Experten? Leider gibt sie in ihrem Beitrag keine Quelle an, von der sie die Zahlen übernommen hat und wie diese ermittelt wurden. Das erinnert fatal an die Situation zu Zeiten von Familienministerin Ursula von der Leyen („Zensursula“), wo auch ohne Belege mit dem „Milliardenmarkt KiPo“ jongliert wurde

20 Milliarden sind ein erheblicher Betrag, der durchaus einer Erklärung bedarf um ihn einordnen zu können. Weiterlesen

Adblocker greifen vehement in das Recht der Publisher ein

In der Ausgabe 26/2013 der Internetworld (PDF) hat sich einer der Geschäftsführer der InteractiveMedia CCSP GmbH — ein Werbeunternehmen der Deutschen Telekom —, Philip Missler, in einem Interview zu Werbelockern im Internet geäußert:

Wie stehen Sie zum Thema Adblocker?
Missler: Der Dienstleitungsansatz von Adblockern ist aus unserer Sicht hochgradig problematisch. Jeder Publisher hat das Recht, sein Angebot so zu präsentieren, wie er das für richtig hält — inklusive Werbung. Der Nutzer kann dann frei entscheiden, ob er das Angebot nutzen möchte. In dieses Recht der Publisher greifen die Adblocker vehement ein, indem sie Teile der Inhalte ausblenden.

Merkwürdige Auffassung. Jeder Publisher kann sein Angebot präsentieren wie er will, denn die Adblocker arbeiten auf den PCs der Kunden, nicht bei den Providern oder gar auf den Servern des Publishers. Es ist allein der Kunde, der sich entschieden hat, auf seinem Rechner einen Adblocker zu installieren. Es liegt allein in der Entscheidungshoheit des Kunden, wie er das Angebot des Publishers auf seinem eigenen Rechner nutzen will und offensichtlich will dieser die angebotenen Werbeanzeigen gerade nicht sehen. Die Adblocker verletzten somit in keinster Weise die Rechte des Publishers, sondern sind eher eine unverblümte, wenn auch indirekte, Meinungsäußerung des Kunden zu dem Angebot, die da lautet: „Ich will den ganzen Werbemüll einfach nicht sehen!“. Hr. Missler hat genug Anlass darüber nachzudenken, warum das wohl so ist, aber offenbar ist er der Meinung der Kunde sei verpflichtet, sich alles dargebotene auch ansehen zu müssen. Zum Glück irrt er sich hierbei.

Es ist eine echte Krankheit dieser Zeit, daß sich bei einer ganzen Reihe von Leuten die Meinung festgesetzt hat, sie hätten auf den Bildschirmen und Festplatten fremder Leute irgendwelche Rechte.

Wir waren Papst

Na toll, ein Mann in leitender Stellung gibt aus Altersgründen seinen Job auf und auf allen Kanälen gibt es Sonderberichte. Der überwiegende Teil von Tagesschau und Tagesthemen berichtet darüber, das heute-Journal ebenfalls und zusätzlich hinterher noch ein ZDF-Spezial, selbst die Nachtprogramme werden gekippt und jeder greifbare Pfaffe vor eine Kamera gezerrt. Die Zeitungsticker können da natürlich nicht zurückstehen. Das Meiste davon hört und liest sich, wie vorbereitete Nachrufe auf den toten Papst, dabei hat er nur gekündigt, auch wenn der Unterschied nicht groß ist. Weiterlesen