Archiv für Finanzen

Hochkonjunktur der Enteignung: EZB senkt Leitzins auf 0%

Nun hat also EZB-Chef Mario Draghi den Leitzins auf Null Prozent gesenkt und gleichzeitig wird das Anleihenkaufprogramm ab April nicht nur von bisher 60 Milliarden Euro pro Monat für Staatsanleihenankäufe auf 80 Milliarden Euro pro Monat ausgeweitet, sondern auch auf den Ankauf von Unternehmensanleihen. Damit kauft die EZB sowohl Staatsschulden als auch Unternehmensschulden. Das Gelddrucken für Banken hat bisher nicht den gewünschten Effekt gebracht, also lautet seine Schlussfolgerung, daß noch mehr Geld gedruckt werden müsse, weil die Banken schon jetzt nicht wissen wohin damit. Für mich klingt das so, als wolle man das Feuer eines lichterloh brennenden Treibstofflagers durch übergießen mit richtig viel Benzin ersticken. Weiterlesen

Bargeldabschaffung

Der amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff hat sich für die Abschaffung von Bargeld ausgesprochen. Gerade aus den USA, mit ihrem unterentwickelten Sozialsystem, mit unzähligen Armen und Obdachlosen, muss dieser Vorschlag kommen. Hinzu kommen Heerscharen an illegalen Wanderarbeitern, an denen im Süden der USA ganze Wirtschaftszweige hängen. Begründet wird der Vorschlag mit der leichteren Durchsetzung von Negativzinsen für Banken. Was für Banken gedacht ist, würde dann natürlich auch bei jedermann funktionieren und das ohne Zeitverlust und ohne mögliche Gegenwehr des Bürgers. Wenn die Beträge nur klein genug sind, gäbe es keinen Widerstand. Am einfachsten wäre dann auch die Einführung einer Transaktionssteuer, bei der für jede Buchung auf dem Konto ein Minimalbetrag für den Staat anfällt (wurde in Brasilien vor Jahren mal eingeführt). Wenn alles über Konten läuft eine beliebig anpassbare und sofort wirkende Einnahmequelle für den Staat, ohne weiteren Verwaltungsaufwand.

Die Leute mit ihren Kleinstbeträgen müssen auch irgendwie zu ihrem Geld kommen. Da ich mal annehme, daß er außerdem auch keine anonymen Geldkarten einführen möchte, müsste sich theoretisch jeder registrieren lassen. In jedem Falle würde sich mit Sicherheit eine Parallelwirtschaft mit kreativen Alternativzahlungs- bzw. Tauschmitteln (Zigaretten waren auf Schwarzmärkten beliebt; in West-Berlin gab es zu Mauerzeiten eine Kaviarwährung, weil russ. Soldaten keie Devisen haben durften) entwickeln, in dessen Folge diejenien, die ohnehin nichts haben noch abhängiger und noch mehr der Willkür der Arbeitgeber ausgesetzt wären. Da Alternativzahlungsmittel dann wohl auch für illegal erklärt werden würden — es gab schon mal eine Zeit in den USA, bei der privater Goldbesitz verboten war —, könnten diese ohne große Umstände ersatzlos konfisziert werden, wohingegen bei Bargeld die illegale Herkunft erst bewiesen werden muss. So kann man Menschen nach Belieben kiminaliseren. Halleluja, The Land of Free. Weiterlesen

Scheinheilige Kirchen: Nicht des Geldes wegen

Bei den Kirchen gibt es eine Welle von Austritten (FAZ), die mit der neuen Regelung zur Beitreibung der Kirchensteuer auf Kapitlerträge in Verbindung gebracht wird. Also wenn man Rendite und Inflationsrate vergleicht, müssten die Kirchen eigentlich Kirchensteuer großflächig zurückerstatten, aber den Teufel werden sie tun. Die Leute, die jetzt tatsächlich wegen der neuen Regelung austreten, waren der Kirche mit Sicherheit auch schon vorher nicht mehr verbunden, insofern mag die Umstellung bei denen eher Anlass als Grund — diese gibt es schließlich zu Hauf — für Austritt sein. Den Bock in dieser Diskussion schießt jedoch EKD-Oberkirchenrat Thomas Begrich ab: Weiterlesen

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