Archiv für Skurriles

Die Verfluchten: BuReg, BuPrä & BVerfG

Es ist offentsichtlich, daß in diesem Land seit einigen Jahren nichts mehr richtig rund läuft, nur die tiefere Ursache ist nicht zu so leicht erkennbar. Doch als ich nun heute Nachmittag meinen Briefkasten von der Bürde eines einzelnen DIN A6-Zettels befreite, wurde ich schlagartig von der wirklich wahren Wahrheit erleuchtet, wenn auch in Schriftgröße Augentöter: Ein Fluch lastet schwer auf den Verfassungsorganen und das schon seit 2015! Weiterlesen

Besuchen Sie uns auf Google …

Kein Name, keine Webseite, keine URL, einfach nur ein schlichtes „Besuchen Sie uns auf Google“. Unter mangelndem Selbstwußtsein leidet der Standbetreiber wirklich nicht.

Besuchen Sie uns auf Google.

„Besuchen Sie uns auf Google.“
Gesehen auf einem Stand eines Berliner Weihnachtsmarktes.

Zentrum für Materialumwandlung

Also fehlende Sprachkreativität kann man der NSA nicht vorwerfen, allerdings müssen sie den Leuten ihre eigenen Wortschöpfungen erklären. So findet sich auf der Webseite der NSA die Telefonnummer des „Material Conversion Center“. Allerdings kamen sie wohl nicht umhin ein erläuterndes „Destruction“, also Vernichtung, anzufügen um Missverständnisse zu vermeiden, schließlich kann Recycling auch eine Form von Konvertierung darstellen. Wieso haben übrigens ausgerechnet die keine e-Mailadresse? Bekamen die etwa e-Mails mit der Bitte um Vernichtung selbiger? Vermutlich ist das ohnehin ein ziemlich ruhiger Job, was für Einzelgänger, die es in einem abgelegenen Keller mit sich selber aushalten.

NSA — Material Conversion Center

NSA: „Material Conversion Center“

Für Sie arbeiteten 6 Mitarbeiter

Ausschnitt aus dem Lieferschein von Bringmeister.

Ausschnitt aus dem Lieferschein von Bringmeister: „Ihre Bestellung wurde von 6 Mitarbeitern für Sie zusammengestellt“.

Bringmeister ist der Lieferservice von Kaiser’s-Tengelmann. Insbesondere für Ältere und Behinderte eine gute Sache und soweit ich das bisher beurteilen kann, funktioniert das auch sehr gut, auch wenn die telefonische Bestellannahme etwas unterbesetzt zu sein scheint.

Ein gewisses Amüsement erzeugt jedoch ein Satz, der sich am Ende eines jeden Lieferscheines findet, mit dem dem Kunden mitgeteilt wird, wieviele Mitarbeiter für die Abarbeitung seiner Bestellung tätig gewesen sind.

Ihre Bestellung wurde von 6 Mitarbeitern für Sie zusammengestellt.

Daß man seit der Erfindung von Computern so gut wie alles was zählbar ist, auch zählt ist keine Überraschung, aber was um alles in der Welt will Bringmeister dem Kunden mit dieser Botschaft eigentlich vermitteln? Soll der Kunde

  • stolz sein, daß er mit seiner Bestellung so vielen Menschen einen Arbeitsplatz finanziert?
  • in tiefer Ehrfurcht und Dankbarkeit versinken?
  • ein Gefühl der Erhabenheit — im Sinne von „der Kunde ist König“ — entwickeln?

Unabhängig von dem eher skurrilen Nachsatz bei der Bestellabwicklung, scheint es mir, daß irgendwie immer mehr Leute das Gefühl für das rechte Maß der Dinge beim Einsatz von Computertechnik verlieren. Entweder man bekommt unvollständige Informationen oder man wird mit Daten überhäuft (am Besten noch durchsetzt mit Werbung, weil auf dem Zettel noch ein Flecken unbeschriftet war) und darf sich dann durch den Mist durchwühlen. Nur weil man technisch in der Lage ist, bestimmte Daten quasi nebenbei zu ermitteln, heißt das noch lange nicht, daß sie auch einen echten Informationszugewinn darstellen, aber offenbar fällt es immer schwerer, sich auch bei alltäglichen Geschäftsvorgängen bei der Übermittlung rein auf die wirklich notwendigen Daten zu beschränken und diese in übersichtlicher Art und Weise darzustellen.

Süchtig nach Motorrad auf dem Kopf

Man hat mir gerade einen Videolink über einen Inder geschickt, der zum Beladen eines Busses ein Motorrad auf dem Kopf balancierend per Leiter auf das Busdach hievt (Indian Guy puts motorbike on roof of a bus with his head, 1:23 min). Reife Leistung, muss man anerkennen, seine Wirbelsäule wird dies aber wohl weniger zu schätzen wissen.

Eine gewisse Absurdität bringt dazu die kuweitische Zeitung al Anba ins Spiel, die darüber spekuliert ob der Inder damit sein Geld verdient oder — ohne erkennbare Ironie — ob er nach Motorrädern auf Kopf süchtig sei.

Heiße Spiele

Immer wieder bemerkenswert, nach was es den Menschen verlangt:

http://search.tb.ask.com/search/GGweb.jhtml?searchfor=wie+quele+ich+meinen+schwanz+mit+feuer&cb=AYY&p2=%5EAYY%5Exdm095%5EYYA%5Ehr&n=780b61a1&qid=8fff7e02ee664401ae7370de5ef7990c&ptb=04A18E3F-F921-4769-A276-6EE5FCCBC73D&ct=PN&si=pconverter&pg=GGmain&ots=1391790496462&pn=2&ss=sub&st=tab&tpr=

Originale Fälschungen

Es gibt sie noch, die ehrlichen Gauner. Zumindest kann hinterher niemand mehr kommen und sagen er wusste von nichts.

Schild an einem Souvenirladen in Ephesos: „Genuine Fake Watches“

Schild an einem Souvenirladen in Ephesos (Ionien): „Genuine Fake Watches“.

In neuen Bahnen denken …

Es geht nichts über eine frühwinterliche Denkpause auf den Gleisen einer S-Bahnhauptverkehrslinie zur Hauptverkehrszeit. Zumindest wird die Gesellschaft für einige Zeit spürbar entschleunigt.

Denker auf den Gleisen

Ein Denker auf den Gleisen der Berliner S-Bahn (Wannsebahn, S-Bhf Rathaus Steglitz Richtung Mitte)

Fossilientoilette

Immer wieder interessant zu sehen, auf was für Ideen Menschen kommen. Waschbecken, teilweise durchaus sehr schön gearbeitete, aus poliertem fossilienhaltigen Orthocerenkalk habe ich schon öfter gesehen, aber eine ganze Toilettenschüssel inklusive Toilettendeckel und Spülkasten ist mir heute zum ersten Mal untergekommen.

Komplette Toilette aus Orthocerenkalk

Komplette Toilette aus Orthocerenkalk. Gesehen bei einem Marokkostand auf der jährlichen Messe „Import Shop“ (demnächst „Bazaar Berlin“) in Berlin.

Kinderwunsch? Ab zum Zahnarzt!

Nicht verboten, aber es gibt schon manchmal merkwürdige Kombinationen …

Kinderwunsch—Aesthetic dent

Informationsbüro in Berlin auf dem Ku’damm.