Archiv für Theofiktion

Limburg-Leaks: Endausbaustufe der Diözesane veröffentlicht

Diözesanneubau in Limburg mit goldenem Kalb

Nach Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst soll die neue Diözesane zum Wahrzeichen der Stadt Limburg werden. Für die weithin sichtbare Vollgold-Skulptur wurde ein Zeichen mit hohem Wiedererkennungwert gewählt, um auch kirchenfernen Menschen etwas zu geben, was sie mit der katholischen Kirche verbinden.


Die Heimsuchung zu Limburg

Allmählich empfinde ich die allgegenwärtige Diskussion, um nicht zu sagen Belästigung, über die katholische Plage aus Limburg, dem Meineidbischof Tebartz-van Elst, als reichlich scheinheilig. Soweit wie ich das bisher verstanden habe, hat der Mann das Geld der katholischen Kirche verbrannt. Wenn diese Annahme stimmt, geht es im Grunde niemanden etwas an, was die mit deren Geld machen, es ist eine innerkatholische Angelegenheit und keine Staatskrise. Es müssten daher nicht die Ausgaben dieses einen Bischofs thematisiert werden, sondern es muss endlich die staatliche Alimentierung beider Kirchen mitsamt ihren Vergünstigen eine breite Diskussion erfahren. alles lesen ⇒

Radioaktivität wegbeten

Das Atommüll eher für längere Zeit sicher gelagert werden muss, hat unsere Regierung inzwischen begriffen. Daher sucht sie jetzt auch intensiv mit einer Expertenkommission ein Endlager, welches wirklich sicher ist. Wer ist für eine solche Expertenkommission besser geeignet, als Mitglieder einer Organisation für die das Hier und Heute nebensächlich ist, die in Jahrhunderten denken? Genau, die der Kirche! Und deshalb hat man den diplomierten Endzeitkundler Landesbischof Meister in die Expertenkommission für die Endlagersuche berufen. Jetzt müssen nur noch beteiligte Geologen durch Geomanten und Feng Shui-Fachleute ersetzt werden, dann kann nichts mehr schiefgehen.

Die Qualifikation im Fach Märchenerzählerei reicht also inzwischen aus, um über den Verbleib lebensgefährlicher Substanzen zu entscheiden. Was denkt sich die Regierung bei derartigem Blödsinn? Aber wahrscheinlich denken die überhaupt nicht. Warum ändern wir nicht gleich die Verfassung und richten einen Wächterrat aus Pfaffen ein, die alles absegnen müssen. Im Iran klappt das doch auch wunderbar.

Wozu brauchen Christen eine Krankenversicherung?

Christliche Wissenschaft — Willst Du gesund werden?

Christliche Wissenschaft — Willst Du gesund werden?
(Vitrine auf dem Ku’damm in Berlin)


Über den Unsinn mit dem Begriff „Christliche Wissenschaft“ hatte ich mich schon an anderer Stelle ausgelassen, da es sich dabei um ein selbsterklärendes Oxymoron handelt, aber dieser Missionierungsversuch läßt mich mal wieder am Geisteszustand der Missionare zweifeln. Wie gefährlich ist eigentlich dieser nahezu vollkommene Realitätsverlust für die Gesellschaft? alles lesen ⇒

Menschheitsbeglücker bei der Arbeit

Über ein mangelndes spirituelles Angebot konnte man sich heute auf dem Ku’damm in Berlin nicht beklagen. Seit’ an Seit’ versuchten hier zwei ausgewählte Unheilsbringer ihre Ware an Mann, Frau und Außerirdische zu bringen: Die Scientologen mit ihrem kostenlosen BauerfängerStresstest und die Salafisten mal wieder durch kostenlose Verteilung des Korans bei ihrer Aktion „Lies!“. alles lesen ⇒

Grüne Doppelmoral

Die Grünen wollen das Anbieten und Durchführen von Therapien zur Heilung von Homosexualität unter Strafe stellen, haben aber Ende letzten Jahres für die Legalisierung der Genitalverstümmelung bei Knaben gestimmt. Beides entspricht in grünen Augen dem Kindeswohl.

Die Grünen wollen Therapieangebote die auf die „Heilung von Homosexualität“ bei Kindern und Jugendlichen abzielen, wie sie bei uns von (fundamental)christlichen Gruppierungen angeboten werden, unter Strafe stellen:

Das Anbieten und die Durchführung von Therapien, die das Ziel haben, die sexuelle Orientierung bei Minderjährigen zu verändern, werden mit einer Geldbuße von mindestens 500 € geahndet.

Natürlich sind diese Angebote unsinnig, denn Homosexualität ist genausowenig heilbar wie schwarzes Haar oder blaue Augen, noch ist sie in einer freien Gesellschaft überhaupt behandlungsbedürftig. Religiöse Kreise rechtfertigen diese Angebote jedoch mit dem biblischen Verbot von Homosexualität. Immerhin schon ein gedanklicher Fortschritt, spricht doch die Bibel von der Todesstrafe für männliche Homosexuelle. alles lesen ⇒

Gott befahl das Opfern

Der gestrige Tag hat mal wieder sehr gut den Irrsinn von Religion verdeutlicht. Auf der einen Seite eine Mutter die ihre Kinder opfern wollte, weil es ihr Gott befohlen hat:

Die 36-Jährige habe nach anfänglichem Leugnen eine seltsame Erklärung abgegeben: Sie habe ihre 6, 13 und 16 Jahre alten Töchter “opfern” wollen. Gott habe ihr dies befohlen. Vor einem Jahr sei sie Augenzeugin eines Selbstmords geworden und nun überzeugt, dass eigentlich sie selbst habe sterben sollen. Deswegen habe sie auf ihre schlafende sechsjährige Tochter eingestochen. Die Frau sollte psychiatrisch untersucht werden.

Sie kommt in die Psychiatrie und es erheben sich keine (christlichen) Stimmen wegen Gotteslästerei gegen die Behörden, denn die halten die das Hören von Stimmen für eine psychische Erkrankung. Offenbar geht es es vielen Gläubigen ebenso. alles lesen ⇒

Die katholische Kirche erlaubt — Mit welchem Recht?

Gestern wurde auf der Deutschen Bischofskonferenz beschlossen, daß vergewaltigte Frauen auch in katholischen Krankenhäusern unter bestimmten Bedingungen die „Pille danach“ erhalten können. Der Beschluss wird von den Medien an prominenter Stelle verkündet und von der Politik parteiübergreifend begrüßt. Nicht gestellt hingegen wird die Frage, mit welchem Recht die katholische Kirche befugt ist, die Allgemeinheit betreffende Entscheidungen zu treffen und was von Seiten der Politik unternommen wurde, um ähnlich gelagerte Fälle in Zukunft auszuschließen.

Quer durch den analogen und digitalen Blätter- und Senderwald wird seit gestern vollmundig verkündet, daß vergewaltigte Frauen jetzt auch in katholischen Krankenhäusern die „Pille danach“ erhalten können, sofern diese nur die Befruchtung der Eizelle verhindert. So haben es die deutschen Bischöfe auf der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) beschlossen und verkündet zu Trier (Frankfurter Rundschau, Focus, Süddeutsche, Tagesspiegel, Tagesschau). Selbst die ansonsten nicht zimperliche TAZ läßt ganz handzahm verlauten: alles lesen ⇒

Wahlkampfauftakt unter’m Kreuz

Anstatt sich um die Regierungs- und Parlamentsarbeit zu kümmern werden viele führende Mitglieder des Wächterrates der Bundesrepublik Deutschland als Amtsträger auf dem 34. Deutschen evangelischen Kirchentag (DEKT) ihre Zeit und unsere Steuergelder verschwenden. Man beklagt sich ansonsten immer über den Zeitdruck unter dem die Aufgaben der parlamentarischen Arbeit zu erledigen sind, aber offensichtlich findet man im Terminkalender genügend Platz für die aktive Teilnahme an einer privaten Veranstaltung zum Thema Märchenerzählerei, wohl auch um Wahlkampf zu betreiben. So wird Bundespräsident Joachim Gauck nicht nur am Eröffnungsgottesdienst teilnehmen, sondern auch an einer vom ZDF organisierten Gesprächsrunde. Neben Bundeskanzlerin Merkel, die einen Hauptvortrag halten wird, werden weiterhin Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, Verteidigungsminister Thomas de Maizière, Bundesumweltminister Peter Altmaier, Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt, SPD-Möchtegernkanzler Peer Steinbrück und die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen Hannelore Kraft erwartet. Da dies ein evangelischer Kirchentag ist, tauchen hier natürlich auch nur die Namen protestantischer Politiker auf, die Schar der katholischen wie Andrea Nahles, Wolfgang Thierse etc. fehlen daher an dieser Stelle. alles lesen ⇒

Chef-Exorzist dankt Benedikt XVI.

Der katholische Ex-Chef-Exorzist bedankt sich beim Ex-Papst Benedikt XVI für die freundliche Unterstützung der Geisteraustreiberei.

Chef-Exorzist Gabriele Amorth, der Anfang 2010 von sich selbst behauptete 70.000 Austreibungen vorgenommen zu haben (zum Vergleich: Der Mann weilte zum Zeitpunkt des Artikels am 10.3.2010 gerade mal 30.994 Tage auf dieser Welt und war rd. 19.400 Tage Priester, das wären mind. 3,6 Austreibungen pro Tag), hat sich bei Benedikt XVI. bedankt:

„Benedikt XVI. hat viel für uns Exorzisten getan. Er hat uns erlaubt, nicht nur vom Teufel besessene Menschen, sondern auch Personen, die teuflische Störungen erdulden müssen, zu behandeln“

Nur zur Erinnerung, falls es jemand vergessen haben sollte, das sind die Irren, die in unserem Lande haufenweise öffentliche Krankenhäuser und Kindergärten, bezahlt von unser aller Steuergeld, betreiben und die von den politischen Akteuren als unverzichtbarer Bestandteil einer Gesellschaft erachtet werden. Einige dieser Krankenhäuser haben übrigens auch eine psychiatrische Station, allerdings nicht zur Eigenbehandlung der Sektenmitglieder.

Ich kann jetzt nicht behaupten, daß ich die Nachricht, von was für Durchgeknallten weite Teile unseres Gesundheitssystems gekapert wurden, als beruhigend empfinde …

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird;
aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll.

Georg Christoph Lichtenberg

Nachtrag 19.02.2013:
Piotr Dobrowolski: