Archiv für Theofiktion

Für die Rolle eines aufgeklärten, europäischen Islam kämpfen

Innenminister Thomas de Maiziére möchte der Propaganda des Islamischen Staates Gegenpropagande entgegensetzen und verlangt, wir sollten für einen aufgeklärten europäischen Islam kämpfen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) möchte mit einer Aufklärungsoffensive auf die Propaganda des Islamischen Staates (IS) reagieren. Diese Idee scheint mir das Ergebnis einer fundamentalen Hilflosigkeit zu sein und dürfte wirkungslos verpuffen. Wie so oft stammt sie nicht mal von ihm, sondern ist von den Amerikanern abgekupfert, die genau dies seit einiger Zeit im Internet versuchen. Die Bundesregierung ist derart in ihrem Denkschema verhaftet, daß sie schon gar nicht mehr anders kann, als den USA hinterherzulaufen.

Die Verlautbarungen des IS sind im engeren Sinne keine reine Propaganda, sondern man steht tatsächlich hinter den dort dargestellten Zielen. Nebenbei sollen durch die öffentlichen Auftritte die Gefolgsleute auch an den IS gebunden werden. Den Kämpfern soll die einfache Rückkehr in ihre Heimatländer verunmöglicht werden, da sie dort nach ihren Auftritten endgültig als Terroristen und Mörder gebrandmarkt sind und mit hohen Gefängnisstrafen zu rechnen haben. alles lesen ⇒

Ein Hund namens Erdoğan

Vor einigen Tagen gab es Aufregung um eine Karikatur (Greser & Lenz, „Türken in Deutschland – Eine Erfolgsgeschichte“) aus einem baden-württembergischen Schulbuch, in der als Beiwerk ein angeketteter Hund in einer mit „Erdogan“ beschrifteten Hundehütte liegt (FAZ, Spiegel). Offenbar fühlte sich jemand in der türkischen Regierung durch den Hund angesprochen und es kam zu öffentlicher und diplomatischer Erregung. Die Berichterstattung darüber in den deutschen Medien ist ein weiteres Beispiel dafür, daß es nur darum geht irgendetwas zu schreiben um Klickzahlen zu generieren. Wirklich informiert wird man aber nicht, das Kernproblem wird nicht angegangen. Es ist im Grunde nur eine Kleinigkeit, aber sie ist mit ein Beleg für die Ursachen der zunehmenden Zahl an Lesern, die für derartige Inhalte nicht mehr bereit sind Geld auszugeben. alles lesen ⇒

Radikale Friedensstifter: Die andere Wahrheit des Imam Abdul Adhim Kamouss

Titel und Gestaltung der Talkshow „Gewalt in Allahs Namen – wie denken unsere Muslime?“ von Günther Jauch waren äußerst unglücklich gewählt. Gerade einen Salafistenprediger, zu Gast war der Imam Abdul Adhim Kamouss (Facebookseite, @AKamouss), der gern und oft in der al-Nur Moschee in Berlin-Neukölln predigt, als stellvertretenden Sprecher für die in Deutschland lebenden Moslems heranzuziehen war mehr als gewagt und zeugt von Unkenntnis der Situation. Die Vertreter der größeren Islamverbände in Deutschland nehmen zwar für sich in Anspruch die Moslems in Deutschland zu vertreten, aber die Mitgliederzahlen sprechen objektiv dagegen, jetzt also ausgerechnet einen Imam einer radikalen Splittergruppe zum Sprachrohr für alle hiesigen Moslems zu ernennen war grob fahrlässig, denn ihm wurde dadurch weitaus mehr Bedeutung zugeschrieben als real vorhanden ist. Die Redaktion wäre wohl kaum auf die Idee gekommen, einen Pius-Bruder zu einer Talkshow „Wie denken unsere Christen?“ als einzigen Gast für das Christentum einzuladen. Jedenfalls muss aus Sicht von Hr. Kamouss dieser Auftritt auf großer Bühne ein Gottesgeschenk für ihn gewesen sein. Dennoch scheint aber bisweilen untergegangen zu sein, daß Hr. Kamouss auf seine Art die Wahrheit sagt, sofern man ihm mit den Ohren des Islam zuhört. alles lesen ⇒

Sondergipfel wegen Scharia-Polizei

Inzwischen bewegt der Vorfall mit der Scharia-Polizei nicht nur die Presse, sondern auch die Politik bis ganz oben. Ein voller Erfolg mit maximaler Werbewirkung für die Salafisten. Aber angesichts des Agierens unserer Regierung(en) wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen, überkommen mich Zweifel an deren Zurechnungsfähigkeit. Während die Angelegenheit mit der Straßenmaut zunehmend ins Lächerliche abgleitet, versteigt sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in der Sache der Scharia-Polizei gar in die Forderung nach einem Sondergipfel der Innenminister von Bund und Ländern. Es wird ein Verhalten an den Tag gelegt, als ob Deutschland kurz vor dem Kollaps stünde. Ich frage mich ernsthaft, wie diese Leute handeln würden, wenn akut ein wirklich ernsthaft bedrohliches Ereignis einträte, welches ein überlegtes Vorgehen erfordern würde. alles lesen ⇒

Beleidigung und Erniedrigung mit Menstruationsblut

Vorgestern hatte ich im Rahmen meiner Zweifel an der Echtheit der Morddrohungen per Twitter gegen Anita Sarkeesian u.a. auf die hohe Unwahrscheinlichkeit hingewiesen, daß Männer einer Frau damit drohen, ihr die blutige Vulva auszulecken (auch wenn in diesem Falle kein Menstruationsblut gemeint war), da Männer in der Regel beim Thema blutige Scheide sehr schnell auf Distanz gehen. Hinzu kommt das Menstruationsblut in vielen Kulturen als überaus unrein, gar als Tabu gilt. Eine solche Äußerung entspringt daher eher der Fantasie einer Frau. Menstruationsblut kann als geeignetes Mittel angesehen werden, einen Mann zu erniedrigen.

Genau diesen Umstand hat sich nun eine drastische fotografische Meinungsäußerung aus dem Femenumfeld mit Aliaa Magda Elmahdy (@aliaaelmahdy), jener ägyptischen Bloggerin, die Ende 2011 auf ihrem Blog Fotos von sich selbst nur mit Nylonstrümpfen und roten Schuhen sowie Blüte im Haar bekleidet veröffentlichte, zu nutze gemacht. alles lesen ⇒

Leyenscher Sinneswandel: Sie haben Kitas!

Tweet zu Kindergärten der IS

Eine Kita der IS, kann von der Bundeswehr vor Ort direkt übernommen werden.

Vorgestern noch wurde eine Aufrüstung der Kurden von Kriegsministerin Ursula von der Leyen kategorisch ausgeschlossen: alles lesen ⇒

Der gütige Kalif

Es begab sich vor einem Mond in einem fernen Land, dort wo sich die Sonne allmorgendlich über den Horizont erhebt, als seine Erhabenheit der Kalif von Bagdad, Abu Bakr al-Baghdadi, — Friede sei mit ihm — geruhte, uns, das gemeine Volk, einen Tropfen aus der unerschöpflichen Quelle seiner Weisheit schmecken zu lassen, in dem der Auserwählte — Friede sei mit ihm — uns an einer Begebenheit aus seinem gottgefälligen Leben teilhaben ließ, auf das wir ihm alle, unserer Unvollkommenheit zum Trotze, nacheifern können: alles lesen ⇒

Scheinheilige Kirchen: Nicht des Geldes wegen

Bei den Kirchen gibt es eine Welle von Austritten (FAZ), die mit der neuen Regelung zur Beitreibung der Kirchensteuer auf Kapitlerträge in Verbindung gebracht wird. Also wenn man Rendite und Inflationsrate vergleicht, müssten die Kirchen eigentlich Kirchensteuer großflächig zurückerstatten, aber den Teufel werden sie tun. Die Leute, die jetzt tatsächlich wegen der neuen Regelung austreten, waren der Kirche mit Sicherheit auch schon vorher nicht mehr verbunden, insofern mag die Umstellung bei denen eher Anlass als Grund — diese gibt es schließlich zu Hauf — für Austritt sein. Den Bock in dieser Diskussion schießt jedoch EKD-Oberkirchenrat Thomas Begrich ab: alles lesen ⇒

Wundergläubigkeit: Eltern finden totgeglaubte Tochter wieder

In Indonesien hat wohl eine Familie zehn Jahre nach dem veheerenden Tsunami in 2004 ihre totgeglaubte Tochter wiedergefunden. Mal angenommen es ist tatsächlich ihre Tochter — Mütter sehen in solchen Situationen durchaus, was sie sehen wollen — ist es natürlich eine Riesenfreude für die Familie, aber wenn ich dann Aussagen lese, wie

„Das ist ein Wunder Gottes“, sagte die gerührte Mutter nach der Familienzusammenführung.

graust es mir immer wieder ob der intellektuellen Scheuklappen die Gläubige aller Religionen tragen. Verständlich, daß sich die Familie über die Rückkehr der Totgeglaubten freut, aber dann auch noch die Güte Gottes zu preisen macht fassungslos. Immerhin ist dieser Gott ursächlich für den Tsunami und damit für tausende Tote — meist auch noch derer die er ohnehin schon im Leben benachteiligt hat — verantwortlich und dann braucht er anschließend noch zehn Jahre um die Familie zusammenzuführen. Die Einstellung, die sich in solchen Fällen offenbart ist im Grunde dieselbe, aus der sich die barbarische Schlächterei der ISIS (IS) in der Leavante speist, … Gott ist gütig und es steht geschrieben … .

Auf die Idee, daß sich viel Leid, wenn schon nicht verhindern, so doch zumindest hätte lindern lassen, wenn die staatlichen Strukturen funktioniert hätten, denn normalerweise tauchen vierjährige Kinder nicht einfach aus dem Nichts auf, kommen solche Leute nicht. Anstatt also von Wundern Gottes zu reden und ihre Energie bei religiösen Riten zu vergeuden, sollten sie ihre Regierung auf Trapp bringen, denn die nächste große Katastrophe, gerade in Indonesien(Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis), kommt mit Sicherheit.

Religionszugehörigkeit muss Privatsache sein

Warum der Übermittlung der Religionszugehörigkeit an die Banken von Allen, also nicht nur Konfessionslosen, unbedingt widersprochen werden sollte.

Inzwischen sollte nicht nur jeder von seiner Bank per Brief informiert worden sein, daß in Zukunft die Banken über die Religionszugehörigkeit oder auch deren Abwesenheit informiert werden, um die Kirchensteuer direkt abzuführen, sondern auch gegen diese Informationsübermittlung beim Bundeszentralamt für Steuern Widerspruch eingelegt haben. Wer dies jetzt noch nicht getan hat, für den ist es für dieses Jahr wohl zu spät, aber er kann dennoch für die Zukunft widersprechen. Der Widerspruch gilt bis auf Widerruf, muss also so wie es bisher aussieht nur einmalig eingelegt werden.

In meinen Augen ist es in jedermans Interesse dieser Informationsübermittlung der Religionszugehörigkeit an die Banken zu widersprechen, auch wenn es für den Kirchensteuerpflichtigen einen kleinen zusätzlichen Aufwand bedeutet, da er die Kirchensteuer selbst an das Finanzamt abführen muss.

Zunächst einmal geht es die Banken nicht das Geringste an, ob und wenn ja welcher Religionsgemeinschaft jemand angehört. Religionszugehörigkeit sollte Privatsache sein, bzw. allein eine Angelegenheit zwischen der Religionsgemeinschaft und dem Mitglied. Man stelle sich die gesellschaftliche Diskussion vor, wenn der Staat die Mitgliedsbeiträge von Sportvereinen oder gar Parteien würde einziehen wollen. Analoges gilt übrigens auch für die Arbeitgeber, die sogar von Anfang an über die Lohnsteuerkarte über die Religionszugehörigkeit in Kenntnis gesetzt werden. Der Gesetzgeber drückt sich hiermit nicht nur um die Durchsetzung einer Trennung von Staat und Kirche, sondern er weitet den Kreis derer, die über die Religionszugehörigkeit eines Bürgers zwangsinformiert werden, auch noch weit in die Privatwirtschaft hinein aus. Allein aus diesen Gründen sollte sich bei allen Bürgern, unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft, Widerstand regen und diesem durch eine Erklärung zum Sperrvermerk Ausdruck verliehen werden. Wenn beim Bundeszentralamt für Steuern genügend Sperrvermerke eingehen, wird der Gesetzgeber über kurz oder lang tätig werden müssen, da damit das System ad Absurdum geführt wird.

Auch wenn das Eintreiben der Kirchensteuer für die Kirchen nicht kostenfrei ist, obwohl man bezweifeln darf, daß der von den Kirchen entrichtete Betrag tatsächlich für den Staat kostenneutral ist, gehört dieses System abgeschafft. Jede Organisation hat selbst vollumfänglich für das Eintreiben ihrer Mitgliedsbeiträge zu sorgen. Außerdem geht es auch den Staat nichts an, welche Religionszugehörigkeit seine Bürger haben.

Zu berücksichtigen ist auch, daß die Religionszugehörigkeit bei den Banken gespeichert wird, aber auf den Datenschutz kein Verlass ist. Bei all den Ansprüchen die die USA auch auf Bankdaten erheben, scheint es nur ein Frage der Zeit zu sein, bis sie auch über die Religionszugehörigkeit informiert sein wollen, denn es wird alles über eine Person gesammelt, dessen man habhaft werden kann. Bei Fluggastdaten erfahren sie es bereits jetzt indirekt, wenn bestimmte Essenswünsche vorab geäußert werden.

Das für den Widerspruch notwendige Formular findet sich im Formularzenter des Bundesministeriums der Finanzen. Die Suche nach dem Schlüsselwort „Kirchensteuer“ führt zum Formular 010156 Erklärung zum Sperrvermerk. Am Bildschirm ausfüllen, ausdrucken und unterschrieben an das Bundeszentralamt für Steuern senden. Alternativ kann man auch ein einfaches PDF herunterladen: http://www.formulare-bfinv.de/printout/010156.pdf.