Tag Archiv für Journalismus

Das Land der Zwerge?

Die Welt titelt gerade:

Zwergenstaat Swasiland heißt künftig wieder eSwatini

Sowas kommt dabei raus, wenn Journalisten kein vernünftiges Deutsch mehr können. Weiterlesen

Liedgut und Hinrichtungen

Die Gleichstellungsbeauftragte Kristin Rose-Möhring (SPD) des leuchtend roten Bundesfamilienministeriums möchte laut eines Rundschreibens von ihr an die Mitarbeiter des Ministeriums die deutsche Nationalhymne gendergerecht geändert wissen. Vaterland soll zu Heimatland (haben Frauen keine Väter? Ist Herkunft und Heimat wirklich identisch?) und brüderlich soll zu couragiert (was inhaltlich etwas vollkommen Anderes ist) werden. Offenbar lasten sie die Aufgaben im Ministerium nicht aus, den nur so ist es zu erklären, daß diese mit öffentlichen Geldern hochbesoldete Kraft noch Zeit findet sich der Abänderung altdeutschen Liedguts zu widmen und anderen Mitarbeitern dort die Zeit für wichtigere Dinge zu stehlen. Weiterlesen

ZDF-Intendant Bellut bestätigt Desinformation

Seit mehreren Jahren nimmt die Kritik an dem über Zwangsgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu. Die Vorwürfe reichen von unausgewogen, über parteiisch und regierungsnah bis hin zu Lügenpresse. Die Sender haben sich gegen diese Vorwürfe, obwohl deren prinzipielle Richtigkeit kaum zu übersehen ist, mit Händen und Füßen verwahrt. Im Gegenzug werden Kritiker bisher pauschal über den Vorwurf der rechten Hetzerei versucht zum Verstummen zu bringen. Wer anderer Meinung ist, als das was über den Staatsfunk gesendet wird, gilt als rechtsextrem geächtet und ist daher für weitere Diskussionen diskreditiert und unglaubwürdig, so der Grundgedanke hinter dem Vorgehen. Weiterlesen

Pseudojournalismus und politischer Aktivismus bei Panorama (NDR)

Auf der Webseite des ARD-Politmagazins „Panorma“ hat der Mitarbeiter Kaveh Kooroshy mit seinem Artikel „Besorgte Bürger“ unterwandern Polizei ein fulminantes Beispiel zu Aktivismus unter dem Banner von Journalismus im öffentlich-rechtlichen Rundfunk abgeliefert. Weiterlesen

Käufliche Fake News

Die FAZ beschreibt in einem Artikel Metoden und Preise von Manipulation und Fake News im Internet. Die Daten stammen aus einem frisch erschienenen 80-seitigem Bericht der Fa. Trend Micro. Weiterlesen

Warum Wutbürger wütend sind

Die grandios gescheiterte Ex-Bürgermeisterin von Bremen und Journalistin Susanne Gaschke hat die wahren Gründe für des Wutbürgers Unmut ausgemacht. Nun gut Fr. Gaschke hat den Fehdehandschuh geworfen, dann will ich ihn mal aufnehmen. Weiterlesen

Tuğçe Albayrak: Heldenverehrung und Dämonisierung um jeden Preis

Die Geschichte mit der ums Leben gekommenen Tuğçe Albayrak beginnt sich inzwischen vollends von den Fakten zu lösen, wie bei Stille Post. Aus dem Einzeltäter wird eine Männergruppe, die zwei junge Mädchen in der McDonalds Toilette sexuell belästigten und anschließend Tuğçe auf dem Parkplatz gemeinschaftlich attackierten (Think Progress von Tara Culp-Ressler, Lieblingsthema: Vergewaltigung).

Thousands of German citizens are mourning a 23-year-old student who was murdered for sticking up for two teenage girls getting sexually harassed by a group of men.
[…]
She confronted their attackers, allowing the teens to escape the situation. But later, in the parking lot of the fast food restaurant, the same men attacked her and allegedly beat her with a baseball bat — an assault that was captured on grainy video footage.

Auch der Spiegel widmet sich heute ganz ausführlich, im neuen Heft sogar mit einem eigenen Beitrag, dem Leben des angeblichen Täters. Ich schreibe hier absichtlich angeblich, weil bisher öffentlich überhaupt noch nicht feststeht, daß er überhaupt ein Täter ist! Weiterlesen

Das Tuğçe-Beweisvideo

In den letzten Tagen hat die Presse eine Geschichte zu dem Vorfall auf dem Parkplatz von McDonalds in Offenbach aufgebaut, die einem Märchen, bei dem es nur schwarz und weiß gibt, gleichkommt: Junge schöne Frau hilft zwei noch jüngeren Mädchen, die von einem ungehobelten Kerl bedrängt werden. Anschließend wartet der Täter außerhalb des Restaurants bis die junge schöne, perfekt integrierte Migrantin das Restaurant verläßt, um sie brutal niederzuschlagen. Abgerundet wurde die Geschichte mit Hinweisen auf einschlägige Vorstrafen des Täters und der Darstellung seiner Person als Komplettversager. Natürlich forderte der Mob daraufhin härtere Gesetze und selbstredend die Todesstrafe. Allein schon das permanente Hervorheben in der Presse auf ihre Jugend und Schönheit waren eindeutig zu viel des Guten. Sicher, den Bildern nach zu urteilen war sie tatsächlich recht attraktiv, aber welche Rolle spielt das in diesem Zusammenhang? Wäre der Vorfall weniger schlimm und nicht weiter bemerkenswert gewesen, wenn es sich „nur“ um eine fette, häßliche, deutsche, erfolglose Mitvierzigerin auf Hartz IV gehandelt hätte?

Jetzt hat Bild das Überwachungsvideo, allerdings eine bearbeitete Version, von dem Parkplatz mit dem Vorfall veröffentlicht. Nimmt man mal an, daß nur unwesentliche Teile herausgeschnitten wurden, um es auf das Wesentliche zu kürzen, stellt sich der Vorgang nicht mehr ganz so eindimensional dar. Weiterlesen

ebolafrei

Spiegel-Online titelte heute „New Yorker wieder gesund: Die USA sind Ebola-frei“. Doch was genau bedeutet eigentlich ebolafrei in diesem Zusammenhang? In den ersten Zeilen des Artikels wird klargestellt, daß der mit dem Ebolavirus infizierte New Yorker Arzt Craig Spencer am Dienstagmorgen aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Obwohl er der letzte bekannte Ebolapatient in den USA war, kann man die USA dennoch nach bisherigher Definition nicht als ebolafrei bezeichnen. Immerhin könnten sich bei ihm noch Personen infiziert haben, bei denen die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist. Genau um diesem Umstand Rechnung zu tragen, hat man sich in der WHO darauf geeinigt, eine Region erst dann als ebolafrei zu bezeichnen, wenn seit mindestens 42 Tagen, also dem doppelten der Inkubationszeit des Virus, keine neuen Fälle mehr aufgetreten sind. Daher ist die Überschrift von Spiegel-Online zwar prägnant, aber falsch. Die Washington Post hatte die paar Bytes für einen korrekten Titel übrig: „New York doctor cleared of Ebola, which means there are no known Ebola cases in the U.S.“. Es geht also, wenn man will und wenn man weiß wovon man schreibt. Das Problem an der laxen Ausdrucksweise ist immer, daß sich einmal verbreitete Fehlinformationen nachträglich praktisch nicht mehr richtig stellen lassen und es zu einer immer weiter zunehmenden sprachlichen Divergenz kommt.

Ein Hund namens Erdoğan

Vor einigen Tagen gab es Aufregung um eine Karikatur (Greser & Lenz, „Türken in Deutschland – Eine Erfolgsgeschichte“) aus einem baden-württembergischen Schulbuch, in der als Beiwerk ein angeketteter Hund in einer mit „Erdogan“ beschrifteten Hundehütte liegt (FAZ, Spiegel). Offenbar fühlte sich jemand in der türkischen Regierung durch den Hund angesprochen und es kam zu öffentlicher und diplomatischer Erregung. Die Berichterstattung darüber in den deutschen Medien ist ein weiteres Beispiel dafür, daß es nur darum geht irgendetwas zu schreiben um Klickzahlen zu generieren. Wirklich informiert wird man aber nicht, das Kernproblem wird nicht angegangen. Es ist im Grunde nur eine Kleinigkeit, aber sie ist mit ein Beleg für die Ursachen der zunehmenden Zahl an Lesern, die für derartige Inhalte nicht mehr bereit sind Geld auszugeben. Weiterlesen