Religiöse Koevolution

Es ist immer wieder bemerkenswert in welchem Gleichklang die Vertreter verfeindeter Religionen miteinander schwingen.

Anfang dieses Monats forderte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick die (Wieder-)Einführung der Bestrafung von Blasphemie [1]:

„Wer die Seele der Gläubigen mit Spott und Hohn verletzt, der muss in die Schranken gewiesen und gegebenenfalls auch bestraft werden
[…]
Konkret forderte Schick, nicht nur das Christentum, sondern alle Religionen durch ein „Gesetz gegen die Verspottung religiöser Werte und Gefühle“ zu schützen. Spott und Satire über religiöse Einstellungen stellten eine Verletzung der Menschenwürde dar […]“

Das Vorpreschen der Purpurnen konnte die Konkurrenz natürlich nicht auf sich sitzen lassen und so legte die Ennahda in Tunesien der verfassungsgebenden Nationalversammlung dasselbe Gesetz in grün vor [2]:

Ce texte de loi prévoirait deux ans de prison pour quiconque s’en prendrait aux valeurs, objets et lieux liés à la religion.

Wer die Werte, Objekte und Orte von Religionen angreift soll mit Freiheitsentzug von zwei Jahren bestraft werden.

  1. Bischof fordert Anti-Blasphemie-Gesetz
  2. Tunisie: Ennahda préconise deux ans de prison contre l’atteinte au sacré

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