Homöopathiegläubige in der Mausefalle

Einige ganz Schlaue haben bei Verkerskontrollen angegeben, vor Kurzem dringend benötigte Medikamente ausgehend von homöopathischen Muttertinkturen, welche gemeinhin auf mindestens 60%igem Alkohol beruhen, zu sich genommen zu haben, weshalb nun der Alkoholtest falsch-positiv ausgefallen sei. Mal davon abgesehen, daß man in jedem Falle seine Fahrerlaubnis verlieren kann, wenn man sich unter Alkohol- oder Medikamenteneinfluss auf den Bock schwingt und durch die Gegend kutschiert und außerdem sich ein an den Schnelltest anschließender Bluttest den Verdacht ausgeräumt hätte, stellt sich tatsächlich die Frage, ob Homöopathika zu falschen Testergebnissen führen können. Dieser Frage ist eine italienische Arbeitsgruppe mal nachgegangen.

Eine bunt gemischte Gruppe von gesunden, nüchternen (d.h. ohne nachweisbaren Alkohol) Versuchsmenschen hatte das wissenschaftliche Vergnügen 50 Tropfen einer 60 bzw. 90%igen homöopathischen Muttertinktur in 10 ml Wasser trinken zu dürfen. Anschließend wurde nach 1, 3, 5, 15, 30 und 60 min die Konzentration von Alkohol im Atem bestimmt. Nach einer Minute wurden Alkoholwerte in Höhe von 0,11 – 0,82 gl-1 gemessen und bei einem Drittel der Teilnehmer lieferte das Meßgerät den Meßfehler „ram“ zurück, der immer dann Auftritt, wenn noch Restflüssigkeit im Mund vorhanden ist (residual alcohol in mouth). Nach drei Minuten gab es noch positive Atemalkohlwerte, wenn auch mit stark fallenden Werten und nach fünf Minuten wurde nur noch bei denjenigen Atemalkohol in geringer Konzentration festgestellt, die anfangs hohe Werte um 0,8 gl-1 aufwiesen. Bei späteren Messzeiten war kein Atemalkohol mehr feststellbar.

Demenstsprechend lässt man den Nächsten, der in der Mausefalle behauptet, er habe gerade ein Homöopathikum eingenommen, einfach sofort eine Viertelstunde warten und mißt eben dann.

Fazit

Homöopathie taugt nicht einmal als Ausrede, um beruhigt besoffen Autofahren zu können.

Literatur

  1. Effects of Homeopathic Mother Tinctures on Breath Alcohol Testing. Gianpiero Boatto, Claudia Trignano, Lucia Burrai, Andrea Spanu, Maria Nieddu. J. Forensic. Sci. 2015, 60 (S1): S231-S233, DOI: 10.1111/1556-4029.12662, PubMed #25387897

2 Kommentare

  1. uwe hauptschueler sagt:

    Die positive Beantwortung der Frage: Nehmen Sie Globulis? macht einen Idiotentest überflüssig.

  2. Stimmt, aber dann ist der Lappen auch weg.

    Dabei könnte alles so schön sein: 60l Wasser in den Tank, einen halben Tropfen Benzin dazu und für den Rest des Autolebens nicht mehr tanken.

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