Bundesverwaltung investiert in OpenSource für eigene „Bundescloud“

Die Bundesverwaltung soll für den internen Datenaustausch eine eigene „private“ Cloud für ihre rund 300.000 Nutzer bekommen. Hierfür setzt das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund), der IT-Dienstleister der deutschen Bundesverwaltung, auf OpenSource Software, da die „Bundescloud“ in eigener Regie von ITZBund betrieben werden soll (Golem, Spiegel):

„Gegenstand des Vergabeverfahrens war der Aufbau einer privaten Cloud für den Bund“, schrieb der Sprecher in einer E-Mail. Deshalb sei es „nicht verwunderlich“, dass sich weder Microsoft, noch andere große US-Cloudanbieter wie Amazon oder Google um den Auftrag beworben hatten.

Die Auschreibung hat das deutsche Unternehmen NextCloud gewonnen. Die Software ist lizenzfrei und OpenSource, kann also von jedermann eingesehen und ggf. auch abgeändert werden. Kosten fallen allenfalls für Support und Änderungswünsche an der Software an, sofern man diese nicht selber manchen möchte/kann.

Auf den ersten Blick sehe ich das als eine ausgesprochen positive Nachricht. Einerseits weil ich der Auffassung bin, daß generell mehr in OpenSource-Software investiert werden sollte. Bis Mai 2019 werden allein die Bundesbehörden 250 M€ an Lizenzgebühren an Microsoft gezahlt haben. Gerade die Bürosoftware ließe sich recht problemlos und in relativ kurzer Zeit durch OpenSource-Software ersetzen. Deutlich größer wäre der Aufwand bei dem Betriebssystem, aber langfristig wird allein aus Sicherheitstechnischen- und Datenschutzgründen kein Weg daran vorbeiführen.

Andererseits erhoffe ich mir insgesamt eine positive Rückwirkung auf die Software NextCloud für alle. Längerfristige Supportaufträge sichern dem Unternhemen sein Auskommen und eine große weniger technikaffine Benutzerbasis können erheblich dazu beitragn die Software wirklich weiter benutzerfreundlich und sicher werden zu lassen.

Man kann nur hoffen, daß derartige Bestrebungen nicht wie in München das LiMux-Projekt durch selbstherrlich agierende Individuen, getrieben von eigenen Vorlieben und sachfremden Vorstellungen beerdigt wird (Golem, heise).

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