Einheitsfeiern

Im Zeitraum zwischen dem 9. November 2019 und 3. Oktober 2020 sind von offizieller Seite Feiern zum Fall der Mauer vor 30 Jahren geplant. Dafür wird wegen eines „unvorhergesehenen Bedürfnisses“ ein Mehrbedarf von 61 M€ geltend gemacht. Nun gut, aber was kommt aus der SPD als Vorschlag:

Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck (65, SPD) hatte im September ein Konzept (liegt BILD am SONNTAG vor) präsentiert, das unter anderem eine neue, zentrale Gedenkstätte vorsieht: Das „Zentrum Aufbruch Ost“ sollte „Stein gewordener Respekt“ vor der Lebensleistung derer sein, die die DDR beendet und das vereinigte Deutschland aufgebaut haben. Stehen sollte es nicht etwa in Berlin oder Leipzig, sondern in Cottbus.

Kosten: 200 bis 300 Millionen Euro. Doch die Idee scheiterte am Veto der Union. Man wollte kein ostdeutsches „Disneyland“ aufbauen.

Was, nur 200-300 M€? Warum die Aufregung? Das Geld dafür wird schließlich niemandem weggenommen, denn der Staat hat gut gewirtschaftet. Gedenkstätten aller Art sind ein Lieblingsprojekt aller linken oder besser gesagt totalitären Parteien. Wenn man an der Macht ist als Selbstbeweihräucherung und zur „Volksbildung“ und wenn man noch nicht an der Macht ist oder gar von der Bildfläche zu verschwinden droht genau das, was man braucht, um in kleinen Biotopen schlechte Zeiten zu überleben, denn einmal eingerichtet bleiben sie meist recht lange erhalten.

Einmal eingerichtet benötigen die dann auch ein jährliches Budget und man hat kontinuierlich die Möglichkeit abgewrackte Parteikader weiterhin bzw. rechtzeitig mit einkömmlichen Posten auf Staatskosten zu versorgen.

Wo immer man sein Kreuz bei der EU-Wahl 2019 setzen mag, auf jeden Fall nicht auf Platz 1 bei der SPD.

2 Kommentare

  1. uwe hauptschueler sagt:

    „200 bis 300 Millionen Euro“
    Dafür bekommt man grob geschätzt 100000m² Wohnraum. Aber was brauchen wir in Deutschland Wohnraum, wenn wir steingewordenen Respekt haben. Wenn das Wort Respekt fällt, frage ich mich automatisch, was mir diesmal für ein Blödsinn untergejubelt werden soll.

  2. Ja, die SPD hat ein wirklich selten feines Gespür dafür entwickelt, an Bedarf und Bedürfnissen vorbei Ideen in die Welt zu setzten.

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