Der Führer hat gesprochen

Sie nennen sich Demokraten, sie predigen Toleranz, sie wollen Vielfalt aber sie sind einfach nur Linksfaschisten! Wieder mal eine beachtenswerte Rede in einem Sportpalast diesmal jedoch von Herbert Grönemeyer, aber die Ähnlichkeit ist frappierend:

Herbert Grönemeyers „Sportpalastrede“ bei seiner Arena Tour 2019 in der Wiener Stadthalle (Wien, 12. September 2019)

[…] auch wenn Politiker schwächeln, und das ist, glaube ich, in Österreich nicht anders als in Deutschland, dann liegt es an uns, zu diktieren, wie ’ne Gesellschaft auszusehen hat! […]

Frenetischer Jubel, Heil Dir Grönemeyer. Ja so waren sie, Joseph Göbbels sowie der von uns allen so geliebte Führer.

Man beachte mal den Stil. Hitler, übrigens wie Grönemeyer Vegetarier — sicherlich nur eine Koinzidenz, und Göbbels mussten damals mangels guter Tontechnik schreien, damit sie auch hinten noch verstanden werden. Daher auch immer die vor Anstrengung verzerrten Bilder der Gesichter von damals. Grönemeyer muss nicht schreien, er benutzt das Gebrülle ausschließlich als Stilmittel um die Menge aufzupeitschen.

Weitaus Besorgnis erregender als Grönemeyers Gebrülle empfinde ich allerdings die grölende Masse dort, denn die sind vermutlich der innigen Überzeugung, daß gerade sie bei den Nazis nicht willfährig und mit Inbrunst den Arm gehoben hätten. Es fehlte nur noch die Frage „Wollt ihr den totalen Kampf gegen rechts?“

Nachtrag 15.09.2019:

Nicht nur das Publikum goutierte Grönemeyers totalitäre Hetzrede, auch Außenminister Heiko Maas (SPD) sprang ihm in einem Tweet unter Zitierung des Videos zu Seite, was nicht verwundert, ist er doch der Erfinder des Netzdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) und setzt sich mit anerkannten Stasi-Leuten an einen Tisch:

Das Eintreten für eine freie Gesellschaft erfolgt nach linker Lesart also dadurch daß man diktiert wie eine Gesellschaft auszusehen hat. Im Grunde nicht neu, aber in dieser Deutlichkeit wird es nur selten in der Öffentlichkeit gesagt. Heiko Maas ist, wie die SPD als Ganzes überhaupt, nun endgültig nicht mehr tragbar für ein liberale Gesellschaft.

Ralf Stegner (SPD) signalisiert in selbst für Twitter ungewohnter Kürze ebenfalls uneingeschränkte Zustimmung:

Ich habe nie einen glaubwürdigeren Tweet als diesen von Ralf Stegner gelesen, denn wer würde bezweifeln, daß er diktieren möchte wie die Gesellschaft auszusehen habe, denn dies entspricht genau seiner politischen Überzeugung.

Presse und Staatsfunk versuchen mit aller Kraft den Vergleich mit Göbbels Rede im Sportpalast für absurd zu erklären und die Deutungshoheit wieder einzufangen, aber man möge ein Gedankenexperiment durchführen. Was wäre, wenn jemand von der AfD, sagen wir mal z. B. Bernd Höcke, an Stelle von Herbert Grönemeyer dort gestanden und mit gleichem Habitus und Intonierung mit ein und denselben Worten diesen Satz gesprochen hätte? Ein ungeheurer medialer Sturm der Entrüstung bräche los und die Medien wären voll von Split-Screen-Film/-Fotomontagen mit beiden Reden nebeneinander.

Auch das Argument, daß es Grönemeyer so wie unterstellt nicht gemeint habe, geht fehl. Herbert Grönemeyer hat nie verborgen weit links außen zu stehen und in seiner Rede formuliert er nur seine Gedanken, daß jede Einstellung rechts von seiner Meinung („keinen Millimeter nach rechts“) illegitim ist. Es ist das grundlegende Kennzeichen eines freiheitlichen Rechtsstaats, daß eben gerade nicht diktiert wird, wie die Gesellschaft, bzw. dessen Mitglieder zu sein haben. Wer dies dennoch fordert hat dieses Prinzip nicht verstanden oder — was wahrscheinlicher ist — lehnt es rundweg ab.

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