Theologen für Cybersicherheit

Die neu gegründete Cyberagentur des Bundes, genauer die „Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH“ in Halle soll nun ihre Arbeit aufnehmen, man suche Personal ließ der Forschungsdirektor Dr. Christoph Igel verkünden.

Dabei gehe es nicht nur um Entschlüsselungstechnik, Quantencomputer und Künstliche Intelligenz, sondern auch um wirtschaftliche, gesellschaftliche und ethische Fragen. „Stellen Sie sich vor, morgen wird Deutschland nicht von Covid-19, sondern von einem Computer-Virus befallen“, nannte Igel ein Beispiel. Das hätte Folgen für alle und verlange nach Antworten verschiedener Fachrichtungen.

Einen dümmeren Vergleich hat der Herr Forschungsdirektor wohl nicht finden können? Wo hat dieser Mann bisher gelebt? In Deutschland sind kontinuierlich Abertausende von Computern von Viren befallen (auf den Meisten ist sogar eines gewollt installiert: Windows). Dies hätten ihm sogar mehrere Bundesministerien aus eigener Erfahrung mitteilen können.

Bundesinnenminister Horst Seehofer: „Kernaufgabe der Cyberagentur ist es, die Entwicklung innovativer Technologien der Cybersicherheit voranzutreiben. Wir wollen damit auch unsere digitale Souveränität stärken. Mit der Ansiedlung der Agentur im mitteldeutschen Revier schaffen wir ganz bewusst Arbeitsplätze in einer Region, die vom Strukturwandel betroffen ist. Das ist gelebte Heimatpolitik.“

Wer ist eigentlich dieser Dr. Christoph Igel?

Forschungsdirektor und Geschäftsführer der Agentur für Innovation in der Cybersicherheit des Bundesministeriums der Verteidigung und des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Anschließend studierte er von 1989 bis 1996 Sportwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft und Erziehungswissenschaft an der Universität des Saarlandes. Ab 1996 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sportwissenschaft, Arbeitsbereich „Bewegungs- und Trainingswissenschaft“ von Reinhard Daugs.

Genau das sind die richtigen Grundlagen wie sie traditionell von der Bundesregierung für die IT und Digitalisierung eingesetzt werden: Alles außer Informatik! Darin dürften wir Weltspitze sein.

Passend dazu auch halt auch das Anforderungsprofil des Personals:

Dabei sucht die Agentur für Innovationen in der Cybersicherheit nicht nur nach Ingenieuren. Auch Theologen, Philosophen oder Hacker seien willkommen, sagte Igel.

Theologen, nicht zu fassen, man ist also gewillt die Cybersicherheit Deutschlands in die Hände ausgebildeter Märchenerzähler zu legen. Mehrere Jahrzehnte hat man in der IT alles verschlafen, aber nun sollen es Theologen und Philosophen richten können? Eine lachnummer!

Ich weiß nicht welchem Zweck diese „Agentur“ dienen soll, aber unter diesen Bedingungen bezweifele ich, daß sie die Cybersicherheit Deutschlands voranbringen wird. Entweder soll sie als weiteres Abkling- und Auffangbecken für Parteisoldaten oder als billiges Pendent der schweizer Crypto AG zur Abwicklung und Finanzierung geheimdienstlicher Operationen an einer Kontrolle vorbei dienen.

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