Warum Parteien zur Briefwahl aufrufen, aber von dieser dringend abzuraten ist

Viele Parteien, besonders SPD und Grüne, werben derzeit intensiv bei ihren Wählern für die Briefwahl offiziell diesmal natürlich nur wegen der grassierenden Coronaviruspandemie, inoffiziell hat das einen anderen Grund. Jede abgegebene Stimme durch Briefwahl ist eine im optimalen Fall um Wochen im Voraus abgegebene irreversibel sichere Stimme. Egal was bis zum Wahltag auch passiert, eine durch Briefwahl abgegebene Stimme kann nicht mehr durch den Wähler korrigiert werden.

Alle Parteien haben, vollkommen begründet, eine tiefsitzende Angst vor Skandalen, weil es in der Natur der Sache liegt, daß Kandidaten und Programme während des Wahlkampfes besonders durchleuchtet werden. Mit Recht, man stelle sich nur vor wir hätten bereits im Frühjahr die Möglichkeit zur Briefwahl gehabt. Wie viele Stimmen wären da wohl an die Grünen mit Pinocchio als Kanzlerkandidaten geflossen, was die Wähler jetzt bereuen würden? Oder dieser Tage bezüglich des nun offenkundig gewordenen und nicht mehr zu verheimlichenden erneuten Totalversagens der Bundesregierung, erst kürzlich zu der Flut in der Eifel, nun zu Afghanistan?

Dazu kommt noch, daß bei der Briefwahl die Möglichkeiten zur Wahlfälschung ansteigen, denn letztlich fehlt jegliche öffentliche Kontrolle bei der Stimmenauszählung. Das Ergebnis wird einfach nach dem Wahltag bekannt gegeben.

Also: Lasst sie mindestens bis zur letzten Sekunde vor dem Urteil des Souveräns zittern! Die diesmalig präsentierten Kandidaten sind ohnehin eine bodenlose Frechheit.

3 Kommentare

  1. Wollvieh sagt:

    Das ist Blödsinn.
    Jede Auszählung ist vom Anfang bis zum Ende öffentlich, auch die der Briefwahl. Einfach mal hingehen und zuschauen, die Adressen der Briefwahllokale sind veröffentlicht oder bei der Stadt-/Gemeindeverwaltung zu erfragen.

  2. @Wollvieh
    Das ist eine überaus eingeschränkte Sichtweise auf die Briefwahl, die eben nicht nur aus dem Akt der Auszählung besteht. Der Prozess der Briefwahl beginnt mit Zustellung der Wahlunterlagen und endet mit der Auszählung und Bekanntgabe des Ergebnisses. Die Auszählung ist der einzige öffentliche Teil des Wahlaktes. Bis es dahin ist es vollkommen im Dunkeln was mit den Wahlunterlagen passiert. Angefangen beim Ausfüllen des Wahlzettels, beim dem systembedingt nicht klar ist wer und unter welchen Bedingungen die Kreuze auf den Wahlzettel gesetzt hat, über den Transport der Wahlbriefe bis hin zur Lagerung Selbiger bis zum Zeitpunkt der Auszählung. Hier gibt es viele Möglichkeiten des Austauschs oder Verschwindenlassens von Wahlbriefen.

    Dass die Begehrlichkeiten an Wählerstimmen groß sind liegt in der Natur der Sache und die SPD hat dies 2015 deutlich gezeigt (glücklicherweise bisher erfolglos) in dem sie ein Wahlrecht für Komapatienten forderte, bei dem der Wahlzettel durch Dritte ausgefüllt werden sollte.

    Wie ein Wahlergebnis aussehen würde, wenn die Jünger von Fridays for Future helfend bei einer solchen Wahl eingriffen kann sich jeder selbst lebhaft bunt in Grüntönen ausmalen.

    Nebenbeibemerkt hat auch das BVerfG seit Einführung der Briefwahl stets betont, daß diese eine Ausnahme darstellen soll und nicht den Regelfall.

  3. Kunze Kerstin sagt:

    In einem Fernsehbericht ssh man,
    wie ein Postbote mehrer offene !
    Kisten mit Briefwahlunterlagen auf einer Sackkarre zum gelben Transporter brachte und hinein stellte. Ich weiß nicht . Was soll das? Es war keine Satire-Sendung. Ich war wie im falschen Film! Unglaublich

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