Abmahnung, aber wenigstens ökologisch wertvoll

Bilschirmfoto Homepage Zooland Music GmbH

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Die We Save Your Copyrights Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (WSYC) überzieht das Land mal wieder mit einer weiteren Abmahnwelle der Zooland Music GmbH (Wieso heißen die eigentlich wie eine Tierhandlung? Affenmusik?). Diesmal für 450,- € im Angebot:

„Turn This Club Around“ („R.I.O. Feat. U-Jean“) aus einem Dateiarchiv „Fetenkult_Huettenzauber_2012-3CD“.

Bei der Mandantschaft von WSYC handelt es sich um

[…] ein national und international erfolgreiches Independent-Label (Tonträgerhersteller).

Aha, und dieses Unternehmen kann es sich auf auf Grund seines enormen Erfolges leisten, seine Homepage über Jahre hinweg mit „under construction“ zu kennzeichnen. Hoffentlich hat Mark Thies bei dem Logo aufgepasst, das Pink ähnelt doch sehr stark dem Telekom-Pink… Dies ist bezeichnend für die ganze Musikindustrie, besser kann man es nicht ausdrücken, daß man an neuen Geschäftsmodellen keinerlei Interesse hat. Übrigens, ein Blick in die Bilanz 2010 offenbart uns, mit was für einem (Schein-)Riesen wir es zu tun haben.
Aber die Abhmanhnung ist kein Grund zur Aufregung, denn alles läuft politisch korrekt ab, wie stolz auf der ersten Seite verkündet wird:

Gedruckt auf Papier, das aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft stammt.

Wäre es nicht noch ökologisch korrekter gewesen, den 10-seitigen Schriftsatz zzgl. sieben Seiten mit Anlagen auf weißem, holzfreiem Papier gar nicht erst in Umlauf zu bringen?

Es ist auch immer wieder interessant unser Rechtssystem in Aktion zu sehen. Der Vorwurf beruht auf der (angeblichen) Zugänglichmachung einer einzigen Datei innerhalb von weniger als sechs Minuten. Hier haben die Richter Pichlmaier, Rhein und Meinhart vom LG München nach intensiver Sichtung glasklar festgestellt, daß es sich um ein gewerbliches Ausmaß handelt und die Auskunftserteilung durch den Provider gestattet.

Das man mit dem µTorrent 2.2.0, eine Windows-Version, nicht auf unixoiden Rechnern agieren kann, wird natürlich später niemanden interessieren, denn wozu gibt es die praktische Störerhaftung. So einfach kann man sein Geld verdienen, man braucht nur seine eigene kleine Privatpolizei, hier die Excipio UG mit ihrer Ermittlungssoftware NARS (Network Acticity Recording and Supervision), und schon kann es losgehen. Kaum noch erwähnenswert:

Fehlerhafte Ermittlungsdatensätze sind folglich ausgeschlossen.

Na, wenn das so ist.

Aber wenn man schon für etwas bezahlen muß, was man weder hat noch haben will, bekommt man dann wenigstens die mp3 hinterher zugemailt?

 
Zum Teufel mit Euch!

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