Den klaren Auftrag zur Regierungsbildung hat …

Die prozentualen Anteile der gültigen Stimmen entscheiden zwar über die Regierungsbildung, vernebeln aber das tatsächliche Geschehen, welches sich bei Betrachtung der absoluten Stimmen im direkten Vergleich mit der vorhergehenden Wahl 2009 offenbart.

Wie bei vielen Wahlen der letzten Jahre in Deutschland stellt auch hier der „Nichtwähler“ die größte Gruppierung dar (rd. 40%). Trotz der Abnahme der Wahlberechtigten (-7.109) haben die Nichtwähler um 45.508 zugelegt und das bei nur 797.513 Wahlberechtigten. Die Wahlbeteiligung sank um 6 Prozentpunkte, auf nunmehr nur 61,6%. In anderen Ländern riskiert man sein Leben um überhaupt wählen zu dürfen und bei uns ist man zwar unzufrieden und mäkelt rum, sorgt aber durch intensives Nichtwählen dafür, das alles beim Alten bleibt. Danke liebe Nichtwähler.

Die CDU feiert überschwänglich ihren „Sieg“, hat sie sich doch von 34,5% in 2009 auf 35,2% in 2012 hochgearbeitet, oder doch nicht? In absoluten Zahlen hat sie gegenüber 2009 14.943 Stimmen verloren! Das ist immer noch weniger als die 36.052 verlorenen Stimmen von DIE LINKE, aber die feiert auch keinen Sieg. Der Sieg der CDU ist ein rein rechnerischer, der sich leider auch machtpolitisch manifestieren wird. Hier fühlt sich eine Gruppierung zur Regierung berufen, die nur ein Fünftel der Wahlberechtigen hinter sich vereint. Man kommt dabei langsam in Bereiche, wo man aufrichtigerweise nicht mehr von „demokratisch legitimiert“ sprechen kann, auch wenn das Wahlprozedere korrekt abgelaufen ist.

Die Einzigen die wirklich von einem Erfolg (gesiegt haben sie genaugenommen nicht) sprechen können sind die PIRATEN. Von Null auf 35.646 Stimmen, immerhin das Sechsfache der FDP und 12.000 vor den GRÜNEN, ist ein beachtlicher Erfolg. Was sie daraus machen wird sich zeigen.

Bei der FDP kommt noch etwa anderes hinzu. Normalerweise werden Parteien unter 4% in Presse und Rundfunk unter „Sonstige“ geführt. Es wird interessant sein zu sehen wie man in Zukunft mit der FDP verfährt. Mit ihren 1,2% gehört sie jetzt dort hin, denn zumindest im Saarland gibt es keinen Grund mehr die FDP aufzuführen, aber die FAMILIE (1.7%) oder die NPD (1.2%) nicht mit einem eigenen Balken zu schmücken.

Ein guter Kommentar jenseits von Zahlenspielereien zur gestrigen Landtagswahl im Saarland findet sich übrigens beim Tagesspiegel.

Quelle: Landesergebnis Saarland

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