Tod unterm Pflaumenbaum

Bild 1: Habicht

Bild 1: Habicht (Accipiter gentilis, ♀)

Aufgenommen wurden diese Bilder eines Habichts (Accipiter gentilis) heute bei seinem Mittagessen im Garten eines Reihenhauses in einem Berliner Vorort, mitten zwischen den Häusern. Es gab Taube. Sie entstammen einem 54 minütigem Video, währenddessen der Habicht seine Beute rupft und frißt.

Bild 2: Habicht (Accipiter gentilis, ♀)

Bild 2

Es ist erstaunlich, wieviele Zufälle für das Video zusammenkommen mussten. Der Habicht schlug die Beute nicht nur im Garten, sondern auch gleich in freier Sichtachse einer Terrassentür, so daß die zufällig bereitliegende Kamera auf ein ebenfalls zufällig griffbereites Stativ (zurechtgelegt für das „Festival of Lights“.) in Augenhöhe des Habichts angebracht werden konnte.
Bild 3: Habicht (Accipiter gentilis, ♀)

Bild 3

Gefilmt wurde durch eine glücklicherweise saubere Glasscheibe, die verhinderte daß der Habicht die Bewegungen im Zimmer wahrnahm.

Der Habicht ist übrigens beringt, ist also irgendwo registriert. Die CSI-Spezialisten würden nun natürlich an dieser Stelle als nächstes Bild eine gestochen scharfe Vergrößerung der Ringgravur zeigen, hier bleibt nur CSI für Arme. Ich habe das Video aber noch nicht komplett nach Ringbildern durchsucht. Vielleicht lassen sich ja tatsächlich Bruchstücke identifizieren, die mich zum Täter führen.

Bild 4: Habicht (Accipiter gentilis, ♀)

Bild 4

Ganz ruhig konnte ich im Zimmer nicht bleiben, denn nach einigen Minuten begann eine panische Suche in Zeitlupe nach einem vollen Akku und einer neuen Speicherkarte. Hier hat sich bewährt, daß das Gewindeloch an der Kamera für das Stativ nicht direkt unter der optischen Achse lag, denn nur so konnten Speicherkarte und Akku in einem wenige Sekunden dauernden Arbeitsgang ausgetauscht werden, ohne die Kamera vom Stativ zu schrauben und ohne ihren Standort und Winkel zu verändern. Nur der Zoom musste nach Unterbrechung der Stromversorgung wieder neu eingestellt werden.
Bild 5: Habicht (Accipiter gentilis, ♀)

Bild 5

So entstand am Sonntagmittag von 13 bis 14 Uhr ein Zweiteiler von immerhin fast einer Stunde Dauer mit satten 5,8 GB. Es passiert nicht oft, daß einem ein Greifvogel eine Stunde lang Modell steht, bis er mit dem Gerippe von dannen fliegt.
Bild 6: Tatort aus der Vogelperspektive

Bild 6: Tatort aus der Vogelperspektive

Alles was nach einer Stunde von der Taube zurückblieb waren die Federn und zwei, drei kleine blutige Knöchlein.
Technische Daten

Kamera Nikon Coolpix S9300
4,5-81 mm (≙ 25-450 mm KB), 1:3,5-5,9
Firmware Coolpix S9300 Ver 1.1
Zoom maximal, jedoch kein Digitalzoom
Videoeinstellung HD 1080p* (1920×1080)
Autofokus AF-S¹
Speichermedium SDHC: SanDisk 8 GB & Tanscend 16 GB
Abstand Kamera – Habicht 10,85 m
Beobachtungszeit 13-14:00 Uhr, Berlin (11-12 UTC)

Jetzt stellt sich noch die Frage, wo man 6 GB Videomaterial hochladen kann. Youtube will ja immer nur 15 min in HD. Es böten sich „Pornotubes“ an, das Video hat ja etwas mit Vögeln zu tun.

Nachtrag 27.02.2013:
Die beiden unbearbeiteten Videos können vom Filehoster Mega, zu dem ich inzwischen was geschrieben habe, heruntergeladen werden:


1 Permanenter Autofokus, also die Einstellung AF-P hätte wohl bessere Ergebnisse erzielt, aber immerhin der Habicht ist zu erkennen.

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