Adblocker: Eigentor der Verlage

Das hatten sich die Online-Angebote von Süddeutsche, FAZ, Zeit, Golem und RPOnline mit Sicherheit ganz anders vorgestellt. In einer gemeinsamen Aktion fordern sie Ihre Leser durch eine Einblendung auf, den Werbeblocker in ihrem Browser, namentlich Adblock Plus, auszuschalten. Eine Anleitung dafür wird gleich mitgeliefert.

Spiegel-Online Adblockerhinweis

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Die Leser reagieren auf diesen Aufruf prompt, allerdings wohl nicht ganz so wie erwartet, denn Adblock Plus vermeldet auf Twitter eine deutliche Zunahme an Installationen und Spenden!
AdblockPlus-Steigerung

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Man kann nur hoffen, dass die Verlage nun endlich ihre Strategie überdenken. Etliche Internetseiten, auch die der sogenannten Qualitätsmedien, sind ohne Werbeblocker gar nicht mehr vernünftig lesbar. Außerdem laden sie langsam weil das dabei übertragene Datenvolumen den redaktionellen Inhalt oftmals um ein Vielfaches übersteigt (Die Drosselpläne der Telekom lassen grüßen). Abgesehen davon stellt sich natürlich die Frage, ob diejenigen, die einen Werbeblocker benutzen überhaupt einen Verlust darstellen, denn Anzeigenplätze werden u.a. nach Klickzahlen bewertet, nicht nach Zuschauerzahlen. Die Leute müssen dazu gebracht werden, auf die Werbebanner zu klicken, nicht nur sie anzusehen, wer sie aber schon jetzt ausblendet wird sie erst recht nicht anklicken wollen. Offensichtlich schätzen die Verlage die Situation, wie schon beim Leistungsschutzrecht, vollkommen falsch ein.

3 Kommentare

  1. Sonstwer sagt:

    Wenn man den Adblocker ausschaltet, aber Flash weiterhin blockiert, bleibt der Großteil der anzeigen ebenfalls tot…

    Soviel zum Thema „nicht nervende“ Werbung.

  2. Tom Helker sagt:

    Wer Adblocker installiert, trägt dazu bei, dass Internetangebote verschwinden. So einfach ist das.

    1. Viele kostenlose Angebote gab es bereits lange bevor der Kommerz das Internet entdeckte.
    2. Keine Zeitung wird gezwungen ein Onlineangebot hochzuziehen. Bei vielen dieser Angbeote geht es nur um hohe Klickzahlen und nicht um Qualität. Beim Kampf des Axel-Springer-Verlags gegen Werbeblocker haben dessen Rechtsanwälte sogar die Argumentation angeführt, daß der redaktionelle Teil nur Vehikel für die Auslieferung von Werbung sei.

    Es werden also mit Sicherheit nicht alle kostenlosen Angebote verschwinden und etliche derer die verschwinden würden sind auch verzichtbar.

    Woher kommt übrigens die Einstellung, daß es ein wie auch immer geartetes Recht auf Kostenlosangebote im Internet gäbe? In der Einkaufsstraße wundert sich merkwürdigerweise niemand, daß dort jeder Händler Geld sehen will.

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