Tag Archiv für Adblocker

Adblocker: Programmcode und Softwareverschlüsselung

Bild.de hatte Mitte Oktober auf seiner Webseite Änderungen der Gestalt vorgenommen, daß Surfer, die mit Adblocker unterwegs sind, vom Lesen der redaktionellen Inhalte abgehalten werden sollen. Ohne das Pressecho auf die Abmahnung druch den Axel-Springer-Verlag im Zusammenhang mit AdblockPlus hätte ich die Maßnahme auf Bild.de auf Jahre hinaus wohl überhaupt nicht bemerkt. Aber den Verlagsjuristen muss man nach Lesen des Beschlusses juristische Kreativität und dem Gericht zumindest Unkenntnis bescheinigen. Weiterlesen

Adblocker: Irreführende Warnmeldungen

Die Aktion von 1 & 1 bei GMX und Web.DE mit den irreführenden Sicherheitshinweisen um unbedarfte Nutzer zum Entfernen von Werbeblockern zu verleiten passt vollkommen ins Bild. Das dürfte auch nicht die letzte Aktion gewesen sein. Vor zwei Wochen hatte ich hier auf ein Interview der Internetworld mit Philip Missler, dem Geschäftsführer des Werbeunternehmens InteractiveMedia CCSP GmbH (Deutschen Telekom), in dem er klar stellt, daß seiner Meinung nach Adblocker „vehement in das Recht der Publisher eingreifen“. Das ist natürlich blanker Unsinn, da die Veränderungen auf dem Rechner des Benutzers und auf Veranlassung des Benutzers stattfinden. Noch darf man auf dem eigenen Rechner tun und lassen was man will, auch wenn es den Werbefuzzies nicht passt. Aber die Einstellung der Werbebranche ist damit deutlich formuliert worden. Das Feindbild sind Adblocker und aus Sicht der Werbeunternehmen tatsächlich so etwas wie Schadsoftware. Unter diesem Aspekt sind die Aussagen der Unternehmen die Malware-Warnungen dienten nur zur Sicherheit der Kunden und seien keine Täuschungsabsicht wenig glaubwürdig und meiner Meinung nach eine reine Schutzbehauptung. Es geht ausschließlich darum, Werbeblocker ausszuschalten, egal wie, um mehr Umsatz generieren zu können.

Die Unternehmen regen sich zwar über die „Kostenloskultur“ auf, aber begründen nie warum sie unbedingt daran teilnehmen wollen. Genausowenig wie eine Brauerei gezwungen ist Freibier auszugeben, ist irgendjemand verpflichtet eine Internetseite zu unterhalten oder Dienstleistungen im Internet anzubieten, schon gar nicht kostenlos. Wenn die Unternehmen meinen, sie verdienten zu wenig, hindert sie niemand daran ihre Dienste von heute auf morgen einzustellen, gemäß der in den meisten AGB’s enthaltenen Klausel. Das ist ihr gutes Recht. Aber offensichtlich ist der Nutzen immer noch groß genug, als das eine Einstellung in Frage käme. Insofern ist die Klage über Adblocker nur ein Lamentieren mit vollem Bauch.

Weiterführendes:

Adblocker greifen vehement in das Recht der Publisher ein

In der Ausgabe 26/2013 der Internetworld (PDF) hat sich einer der Geschäftsführer der InteractiveMedia CCSP GmbH — ein Werbeunternehmen der Deutschen Telekom —, Philip Missler, in einem Interview zu Werbelockern im Internet geäußert:

Wie stehen Sie zum Thema Adblocker?
Missler: Der Dienstleitungsansatz von Adblockern ist aus unserer Sicht hochgradig problematisch. Jeder Publisher hat das Recht, sein Angebot so zu präsentieren, wie er das für richtig hält — inklusive Werbung. Der Nutzer kann dann frei entscheiden, ob er das Angebot nutzen möchte. In dieses Recht der Publisher greifen die Adblocker vehement ein, indem sie Teile der Inhalte ausblenden.

Merkwürdige Auffassung. Jeder Publisher kann sein Angebot präsentieren wie er will, denn die Adblocker arbeiten auf den PCs der Kunden, nicht bei den Providern oder gar auf den Servern des Publishers. Es ist allein der Kunde, der sich entschieden hat, auf seinem Rechner einen Adblocker zu installieren. Es liegt allein in der Entscheidungshoheit des Kunden, wie er das Angebot des Publishers auf seinem eigenen Rechner nutzen will und offensichtlich will dieser die angebotenen Werbeanzeigen gerade nicht sehen. Die Adblocker verletzten somit in keinster Weise die Rechte des Publishers, sondern sind eher eine unverblümte, wenn auch indirekte, Meinungsäußerung des Kunden zu dem Angebot, die da lautet: „Ich will den ganzen Werbemüll einfach nicht sehen!“. Hr. Missler hat genug Anlass darüber nachzudenken, warum das wohl so ist, aber offenbar ist er der Meinung der Kunde sei verpflichtet, sich alles dargebotene auch ansehen zu müssen. Zum Glück irrt er sich hierbei.

Es ist eine echte Krankheit dieser Zeit, daß sich bei einer ganzen Reihe von Leuten die Meinung festgesetzt hat, sie hätten auf den Bildschirmen und Festplatten fremder Leute irgendwelche Rechte.

Adblocker: Eigentor der Verlage

Das hatten sich die Online-Angebote von Süddeutsche, FAZ, Zeit, Golem und RPOnline mit Sicherheit ganz anders vorgestellt. In einer gemeinsamen Aktion fordern sie Ihre Leser durch eine Einblendung auf, den Werbeblocker in ihrem Browser, namentlich Adblock Plus, auszuschalten. Eine Anleitung dafür wird gleich mitgeliefert. Weiterlesen