Meine Religion verbietet mir …

Vor ein paar Tagen ging die Geschichte durch die Presse, daß eine alte Frau in der U-Bahn ihre Tasche mit Goldschmuck und 14 k€ vergessen hat. Zwei Tage später wurde die Tasche dann samt Inhalt bei der Polizei abgegeben. Soweit so gut.

Trotz des erfreulichen Ergebnisses bleibt die Begründung, warum die Tasche zurückgegeben wurde, generell problematisch:

Meine Religion verbietet mir, Geld, das mir nicht gehört, zu behalten

Genau diese Art zu denken, daß eigene Handeln daran auszurichten was einem die eigene Religion ver- oder gebietet ist die Grundlage vieler Konflikte und Grausamkeiten im Zusammnleben. Hier mag der Gott die Rückgabe angeordet haben, aber was passiert, wenn dieser Gott zum Töten aufruft? Auch dann heißt es, „meine Religion gebietet mir …“. Ritualmorde, Ehrenmorde, das Töten von Un- und Andersgläubigen, Homosexuellen, angeblicher Hexen folgt genau dieser Denkweise. Man handelt nicht aus eigener Verantwortung, sondern lagert diese an einen Gott aus, der mangels Existenz nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Bei rein säkularen Gesetzen ist es ähnlich. Bringt man sein Gegenüber nicht um, weil es ein Gesetz gibt, welches dies verbietet oder gibt es dieses Gesetz weil es Einige gibt, die sich nicht scheuen ungeliebten Mitmenschen einen Todesfall zu vermitteln und man die Gesellschaft vor diesen Individuen schützen muss? Menschen, die allein deshalb nicht töten, weil es das Gesetz dagegen gibt, sind ebenso gefährlich, denn bei anders gearteten Gesetzen werden sie ohne Nachdenken diese vollziehen und sich darauf berufen.

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