Alle, Herr Dobrindt!

Das ZDF versucht gerade Claudia Roth aus ihrer selbst gegrabenen Mistgrube zu befreien (Warum eigentlich?).

Die Geschichte beginnt mit einem ironischen Ausruf, mitten in einer lebendigen Bundestagsdebatte, am 28. Juni dieses Jahres. Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef, wirft den Grünen vor, sie hätten bis heute nicht erklärt, was sie eigentlich in punkto Flüchtlinge wollten. Und fragt dann, wie viele von den „70 Millionen“ Flüchtlingen die Partei denn aufnehmen wolle.

Die Grünen-Politikern Claudia Roth ist selten um einen Spruch verlegen, und so ruft sie in diesem Moment dazwischen: „Alle, Herr Dobrindt!“ Der Ausruf ist – in dem Moment eigentlich erkennbar für alle Anwesenden – ironisch gemeint.

Dieser Zwischenruf, nachzulesen im Bundestagsprotokoll vom 28.06.2018 (S. 4126, Rn. B), wird von Journalistenwatch unter dem Titel „70 Millionen mehr Menschen für Deutschland – Hat Claudia Roth jetzt endgültig den Verstand verloren?“ aufgegriffen (Wobei ich persönlich der Auffassung bin, daß sie ihn nicht verloren haben kann), verbreitet sich von dort und kehrt wieder an den Ausgangspunkt, den Deutschen Bundestag, zurück.

Ich habe erhebliche Zweifel ob das wirklich so ironisch von ihr gemeint war, wie es jetzt vom ZDF versucht wird darzustellen. Claudia Roth, wiewohl Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, gehört zu den eher schlichten Gemütern und reagiert hochemotional und wenig rational, offenbart also ihre Denkweise recht schnell. Obendrein hat sie einen enormen Hass auf alles Deutsche (Deutschland, Du mieses Stück Scheiße“ und „Deutschland verrecke). Entscheidend ist aber etwas Anderes, ihr vermeintlich polemisch-satririscher Zwischenruf deckt sich mit der von den Grünen vertretenen politischen Agenda: Jeder der möchte soll kommen dürfen, Obergrenzen und Grenzkontrollen werden ebenso abgelehnt wie Abschiebungen („Kein Mensch ist illegal“). Mithin verweigern die Grünen jenseits von alle jedwede Diskussion darüber, wie viele kommen dürfen sollen. Insofern ist die Satire, so es denn in dem Augenblick tatsächlich als solche gemeint gewesen sein sollte, nicht von der Wirklichkeit zu unterscheiden, demzufolge keine Satire mehr, und dient nur dazu die Auseinandersetzung mit dem Thema zu umgehen.

Übrigens ist es insbesondere bei Linken in Mode gekommen, irgendetwas in Welt hinaus zu posaunen und dann, wenn es zuviel Gegenwind gibt, dies als Satire zu bezeichnen, die vom Rezipienten nur nicht verstanden wurde.

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