SPD: Doppelspitze

Die SPD hat angekündigt eine Doppelspitze ähnlich wie bei den Grünen zulassen zu wollen, welche von allen Parteimitgliedern gewählt werden soll. Das nutzt sie gleichzeitig für die Anwerbung Mitgliedern, denn wer bis zum 14. September 2019 in die SPD eintritt, kann an der Mitgliederbefragung teilnehmen. Soweit der Plan, aber lässt sich eine Doppelspitze mit der Parteidoktrin überhaupt in Einklang bringen?

Das Nachfolgende wird manch Einem als absurde Hirngespinnste erscheinen, aber ich versuche nur offizielle SPD-Positionen in der Praxis anzuwenden.

Seit Jahren gehört das „gender mainstreaming“ fest zur Parteidoktrin der SPD, nach der es nicht nur zwei Geschlechter gibt, sondern weitaus mehr, wenn auch noch über die genaue Anzahl gestritten wird und man diese Geschlechter jederzeit beliebig frei wählen und sogar wechseln kann. Auch werden biologische Merkmale als Geschlechtskennzeichen nicht anerkannt, da Geschlechter als „soziale Konstrukte“ gelten. Daher sollen Personen keine Geschlechtszuschreibungen vornehmen, sondern die Person fragen zu welchem Geschlecht sie sich momentan zugehörig fühlt und sie dementsprechend ansprechen. Dies führt, sofern man es Ernst nimmt und die SPD vertritt diese Hypothese ja immer wieder öffentlich, zu einigen Problemen:

  • Die Doppelspitze solle also aus einem Mann und Frau bestehen. Das ist gemäß der Parteipolitik blanke Diskriminierung, denn die SPD hat vehement für das „Dritte Geschlecht“, gekämpft und nun wird dieses nicht berücksichtigt. Sie müsste also, zumindest wenn sie ihren Verlautbarungen gerecht werden will, einen Dreispitz zulassen.
  • Mittels welchen Verfahrens wird das Geschlecht festgestellt?
  • Wenn die primären Geschlechtsmerkmale keine Aussagekraft haben, woran erkennt man dann objektiv ob es sich um einen Mann, eine Frau oder um „divers“ handelt?
  • Wenn das Geschlecht jederzeit frei wählbar ist, welcher Zeitpunkt ist dann ausschlaggebend für die Feststellung des Geschlechts bei einer bipolaren Doppelspitze?
  • Was passiert, wenn nach der Wahl ein Vorsitzender sein Geschlecht ändert?

Nach dem von der SPD vertretenen „gender mainstreaming“ wäre es daher denkbar, daß, sagen wir mal, Ralf Stegner, der als Mann vorstellig wird und Karl Lauterbach, der sich als Frau fühlen könnte — sozusagen die Xantippe der SPD — als Team aus Mann und Frau für die Doppelspitze antreten. Hört sich absurd an, entspricht aber dem aktuellen Gender-Parteidogma.

Natürlich wird nichts davon wird geschehen. Warum? Einerseits ist es nichts Neues, daß die SPD etwas Anderes macht, als sie in ihren Positionen verkündet hat, andererseits weil die Parteioberen — Viele vom Fußvolk in der SPD sind von der Richtigkeit dieses Unsinns tatsächlich felsenfest überzeugt — von dem Betrug und um die Absurdität der logischen Konsequenzen den das „gender mainstreaming“ mit sich bringt wissen, es aber aus rein taktischen Gründen forcieren, um damit Wählerstimmen einer kleinen Minderheit einzufangen und um Staatsgelder systematisch veruntreuen zu können. Daß sie u.a. damit mehr von ihrer Stammklientel verschrecken, als sie in der Minderheit an Wählerstimmen zugewinnen können übersteigt deren Intellekt allerdings. Man möchte dafür lieber die Stammklientel umerziehen.

Es wird kommen, wie es kommen muss: Die SPD will eine Doppelspitze, bekommen wird sie eine Deppenspitze.

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