Australien: Neue Hitzewelle erwartet

Das ZDF lieferte im heute-Journal vom 03.01.2020 einmal mehr feinstes Framing in seinem Bericht über die Brände in Australien ab.

Sowohl im heute-Journal mit Gundula Gause (ab Minute 16:44: „… verschärfen, weil eine neue Hitzewelle erwartet wird … “), als auch in der Beschreibung zum Einspieler wird der Eindruck erweckt, als ob die Brände in den australischen Bundesstaaten New South Wales und Viktoria durch eine übermäßig warme Wetterlage entstehen würden:

Die verheerenden Buschbrände wüten weiter, zahlreiche Menschen fliehen aus den Evakuierungszonen und sorgen für lange Staus auf den Straßen, doch der Sprit wird knapp. Die Prognose ist nicht gut:für das Wochenende wird eine weitere Hitzewelle erwartet.

Der Zuschauer soll gar nicht erst auf die Idee kommen, daß die Brände nicht durch den Klimawandel verursacht werden. Anstatt den Ursachen der Brände nachzugehen versteift man sich auf die Hitze als Ursache um einen Bezug zum Klimawandel beibehalten zu können. Bei den auf der Erde derzeit möglichen Temperaturen durch Wetterlagen ist es ausgeschlossen, daß sich Wälder und Buschwerk von selbst auf Grund einer Hitzewelle entzünden. Auch bei 60, 70 oder 80°C entzündet sich kein Holz. Es wird einfach nur knochentrocken. Man begebe sich einmal in Wüstengebiete, dort findet sich Holz, welches dort schon seit Jahrhunderten liegt. Umgekehrt wird ein Waldbrand bei -20°C auch nicht einfach ausgehen, weil es zu kalt ist. Einzig Wind und starker Regen haben einen signifikanten Einfluss auf das Fortschreiten eines Brandes sofern genügend brennbares Material vorhanden ist.

Nicht vergessen werden sollte, daß sich Australiens Natur im Laufe der Evolution nicht nur an regelmäßige Brände angepasst hat, sondern diese in vielen Fälle sogar für den Fortbestand von Flora und Fauna notwendig sind. Dazu gehören Samen, die erst dann austreiben, wenn eine Feuersbrunst über sie hinweggegangen ist oder wie beim Feuerkäfer, der seine Eier in frisch niedergebrannten, noch rauchenden oder glimmenden Stämmen ablegt, weil dem Eukalyptus-Baum dann die Abwehrkräfte fehlen um Fraßschäden der Larven zu unterbinden. Kurios wird es bei einigen Vogelarten (Habichtfalken, Keilschwanzweihen, Schwarzmilane), die mittels Feuer eine Art Treibjagd veranstalten und damit die Ausbreitung von bereits bestehenden Bränden fördern. [1] Diese Vögel nehmen brennende Zweige auf und werfen sie in einiger Entfernung in trockenes Gestrüpp um ein Feuer zu entfachen. Die daraufhin dem Feuer panisch entfliehenden Kleintiere bilden damit eine leicht zu fangende Beute.

Nichts desto trotz bleibt die Frage warum oder besser gesagt, wer an den Bränden die Schuld trägt (Fahrlässigkeit oder doch Brandstiftung?) vom heute-Journal nicht nur unbeantwortet, sie wird erst gar nicht gestellt.

Literatur

  1. Intentional Fire-Spreading by “Firehawk” Raptors in Northern Australia. Mark Bonta, Robert Gosford, Dick Eussen, Nathan Ferguson, Erana Loveless, Maxwell Witwer. Journal of Ethnobiology 2017, 37 (4): 700-719, DOI: 10.2993/0278-0771-37.4.700.

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