Hebammen unverzichtbar?

Die Hebammen fordern auf Grund des Mißverhältnisses von Einkommen zu stark steigenden Beiträgen zur Haftpflichtversicherung politische Unterstützung, auch um langfristig den Berufsstand der Hebamme zu erhalten, wie dies selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte.

Ich glaube, dass es gemeinsames Ziel ist, Hebammen als Berufsgruppe zu erhalten.

War eine andere Aussage von ihr zu erwarten? Sie hätte sich wohl kaum in Erwartung der nächsten Wahlen hingestellt und eine populistische Steilvorlage für ihre Gegner geliefert, in dem sie erklärt, daß der Berufsstand der Hebammen nicht benötigt würde. Insbesondere auch im Hinblick auf das Wohlwollen, welches Hebammen in der Bevölkerung genießen, wie dies in der Anzahl der Unterzeichner von Petitionen (Bundestag, Campact) zum Ausdruck kommt.

Dennoch scheint das eigentliche Problem nicht allein an der, aus Sicht der Hebammen, ökonomisch berechtigten Forderung zu liegen. Stark steigende Versicherungsprämien sind immer eine Folge von mehr Schadensfällen oder Schadensfällen mit höheren Regressforderungen (oder einer Kombination aus beiden). Warum also steigen die Versicherungsbeiträge derart stark an? Könnten wir es hier evtl. mit einem Qualitätsproblem bei dem Berufsstand der Hebammen zu tun haben? Muss sogar die Ausbildung der Hebammen modernisiert werden?

Es sollte nicht außer acht gelassen werden, daß sich viele Hebammen in gewisser Weise als die Nachfolgerinnen der weisen Frauen und Kräuterweiber verstehen und auch so handeln, in dem sie vorgeblich sanfte Methoden bei den werdenden Müttern mindestens empfehlen. Diese sogenannte sanfte Medizin schöpft ihr Repertoire größtenteils aus Behandlungsmethoden von dubiosen Naturheilverfahren und Heilpraktikern, der anthroposophischen Scharlatanerie und ganz vorne weg aus der teuren, nutzlosen und vollkommen unsinnigen Homöopathie. Da wird selbst vor Kursen zur „homöopathischen Notfallapotheke für Kleinkinder“ und „Cranio-Sacral-Therapien“ nicht zurückgeschreckt. Dies sind stellvertretend nur zwei Beispiele aus der Angebotsfülle esoterischer Pseudomedizin, die von Hebammen praktiziert wird. Gemein ist allen diesen Hebammen das Fehlen fundamentaler naturwissenschaftlicher Kenntnisse über die Funktionsweise der Welt. Anders ausgedrückt: Im Berufsstand der Hebammen ist Quacksalberei an der Tagesordnung! Genaugenommen müsste all diesen Hebammen auf Grund unethischer Praktiken die Zulassung dauerhaft entzogen werden.

Das Gesagte mag nicht auf alle Hebammen zutreffen, aber wenn der Anteil der Wunderammen groß genug ist, würden mich steigende Regressforderungen und damit einhergehend steigende Versicherungsprämien nicht sonderlich überraschen. Allerdings dürfte der durch die Kostensteigerung verursachte Ammenschwund wohl eher nicht den Esoterikanteil reduzieren, im Gegenteil. Die Esoterik dürfte genügend einbringen um die Versicherung querzufinanzieren, schließlich bietet der frühe Zugriff auf Mütter und Kinder, wie bei jeder Religion, die Grundlage für einen dauerhaften Einfluss und das Abschöpfen finanzieller Ressourcen beim Patienten. Qualifizierte Hebammen haben hier deutlich weniger Zuverdienstmöglichkeiten und sind die Leidtragenden und mit Ihnen die Mütter und deren Kinder.

So lange es die Hebammen also nicht schaffen ihren Laden sauber zu halten und ihr Handeln an wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen orientieren, stellt sich die mehr als berechtigte Frage, ob dieser Berufsstand erhaltenswert ist.

Nachtrag 12.07.2012:
Wie bekannt wurde haben die Hebammen einen Teilerfolg erzielt, die ihnen rückwirkend zum 01.07.2012 einen Ausgleich zu den erhöhten Haftpflichtversicherungsprämien zugesteht.

Dennoch sollte unabhängig von den Verhandlungen über die Vergütungen für Hebammen auch eine Überarbeitung der Inhalte des Bildungsweges und der ethischen Richtlinen des Berufsstandes erfolgen, die darauf abzielen muss, pseudomedizinische Angebote zu eliminieren. Auch eine mögliche Nachfrage durch Patienten nach paramedizinischen Angeboten, darf nicht als Rechtfertigung zur Aufrechterhaltung des Angebotes unethischer Berufpraktiken dienen.

5 Kommentare

  1. Edith sagt:

    Den Kommentar von „Feuerwächter finde ich unglaublich. Hier benutzt jemand das Internet um seine (oder ihre?) Vorurteile zu publizieren und dazu noch einen ganzen Berufsstand abzuqualifizieren.. Selbstverständlich haben Hebammen heute eine qualifizierte Ausbildung und arbeiten danach.

  2. Tatsache ist, daß haufenweise freiberufliche Hebammen Quacksalberei in Form von Pseudomedizin („Alternativmedizin“, „sanfte Medizin“) anbieten und dies offensichtlich auch dürfen, ohne das es anscheinend Bestrebungen gibt dies zu unterbinden, oder gibt es diese?

  3. Rumpel sagt:

    Ich glaube der Grund für die erhöhten Prämien ist banaler:
    Die Gewinnchancen beim Verklagen einer freiberuflichen Hebamme sind wesentlich höher als der Klage gegen ein Krankenhaus bzw. einen Krankenhausarzt. Und wer ein behindertes Kind hat, will und/oder muß natürlich sehen, daß er Geld beschafft für die erhöhten Ausgaben.

    Früher war Geburt mal ein natürlicher Vorgang, warum muß man heutzutage jede Geburt im Krankenhaus abwickeln?
    Warum wurde hier zur Kostensparung eine kleine Geburtsklinik geschlossen, und die Geburten teurer in der großen städtischen abgewickelt?

    Bei der Brillenanpassung durch Augenärzte habe ich früher mehr Pfusch erlebt als heute durch Optiker….

    In den 50ern und 60ern brachte meine Mutter meine Schuhe zur Reparatur zum Schuster. Der residierte in dem üblichen schummrigen Keller, war aber Orthopädieschuster und erkannte, daß ich innen erhöhte Absätze brauchte. Das kostete nicht mehr.
    Als ich in den 70ern studierte, gabs in der Großstadt nur die Schnelldienste in den Kaufhäusern.
    Heute muß ich zum Orthopäden, um mir Einlagen für die Laufschuhe verschreiben zu lassen.

    Ich glaube daß die Hebammenausbildung auch wesentlich praktischer ist als die rein theoretische Heilpraktikerausbildung. Allerdings habe ich bisher keine Erfahrungen mit diesen Berufsgruppen gemacht.

    Heilpraktiker brauchen neben ihrer Ausbildung zumindest einen Hauptschulabschluß, Aurachirurgen würden sich mit Heilpraktikererlaubnis strafbar machen, ohne dürfen sie an der Aura operieren:

    > http://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2010/06/29/gerhard-klugl-der-aurachirurg-im-3sat-tv-ver-bildung-pur/

    Vor Überlastung der Bauchmuskulatur oder Blutdruckanstieg wird gewarnt!
    > http://www.berlin-lebensenergie.de/aurachirurgie.html

  4. @Rumpel
    > Ich glaube der Grund für die erhöhten Prämien ist banaler:
    Ich habe bzgl. der Prämienerhöhung auch nur eine Vermutung geäußert; Einen Beweis könnte nur mit Hilfe eines Zuganges zu den Daten der Versicherer erbracht werden, der mir aber fehlt.

    > Früher war Geburt mal ein natürlicher Vorgang, warum muß man heutzutage jede Geburt im Krankenhaus abwickeln?
    In den nächsten Ferien fährst Du mal nach Schwarzafrika und schaust Dir dort den wundervoll natürlichen Vorgang einer Geburt an und informierst Dich über Mütter- und Kindersterblichkeit sowie über die auftretenden Probleme unter diesen Bedingungen, dann wirst auch Du feststellen, daß eine Geburt so ziemlich zu den gefährlichsten Dingen im Leben einer Frau gehört.

    > Ich glaube daß die Hebammenausbildung auch wesentlich praktischer ist als die rein theoretische Heilpraktikerausbildung.
    Was haben denn Hebammen mit Heilpratikern zu tun? Hebamme kann ein durchaus sinnvoller und qualifizierter Beruf sein, nur verbocken dies viele Hebammen in dem sie ein modernenes Schamanentum betreiben.

    > Heilpraktiker brauchen neben ihrer Ausbildung zumindest einen Hauptschulabschluß
    Also anders gesagt, jeder Idiot darf als Heilpraktiker an Leuten rumdoktern! Es gibt keine geregelte Berufsausbildung zum Heilpraktiker und es wird nur geprüft ob keine unmittelbare Gefahr von der Person für die Mitmenschen ausgeht. Ganz toll! Heilpraktiker ist also nur ein anderes Wort für Quacksalber.

    > Aurachirurgen
    Geistheilerei ist Quark³, meist sind die Geistheiler schlicht nichts anderes als Betrüger, die die Leichtgläubigkeit der Hilfesuchenden schamlos ausnutzen. Einige Geistheiler mögen tatsächlich an den Unfug glauben den sie fabrizieren, wie auch bei Astrologen, aber dadurch wird dem Patienten trotzdem nicht geholfen.
    Weder Heilpraktikertum noch Geistheilerei hat auch nur annähernd irgendetwas mit Wissenschaft zu tun.

  5. Windellond sagt:

    Unverschämt, wie du hier sprichst! Frag doch mal die Frauen, wie es denen ergejen würde, wenn mur noch Ärzte da sind. In vor- wie nachsorge, ebenso bei der Geburt. Wunderbar. Die werden alle kräftig applaudieren. Schwachsinn hier, wirklich.

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