Demo gegen Mohammed-Schmähvideo in Berlin

Luftaufnahme der Demo auf dem Wittenbergplatz

Luftaufnahme der Demo auf dem Wittenbergplatz

Am Samstag den 6. Oktober fand in Berlin bei regnerischem Wetter die angekündigte Protestkundgebung gegen das Video über den Propheten Mohammed („Innocence of Muslims“) statt. Es waren wohl einige hundert Demonstranten, überwiegend aus der Levante mit einigen Sprenkeln aus Südostasien, die sich mit Kind und Kegel im Laufe des Nachmittags auf dem Wittenbergplatz versammelt hatten. Gegen 18:00 Uhr waren die Redner fertig und die ersten Auflösungserscheinungen zeigten sich. Rednersprache war, bis auf die Koranrezitierungen und den ein oder anderen Schlachtruf, Deutsch (recht Gutes übrigens). Es verlief alles ruhig und friedlich, und von den Ordnern der Veranstalter wurde darauf geachtet, daß der Rasen nicht betreten wurde.

Protestplakat: „We protest against disrespect of our beloved Prophet Mohammad“

Protestplakat: „We protest against disrespect of our beloved Prophet Mohammad“

Wie erwartet forderten die Redner mehr Respekt für die Religion und wandten gegen die Verunglimpfung des Propheten Mohammed sowie gegen die Aufführung des Videos. Trotz der mehr oder weniger verhüllten Frauen, war das Verhalten der Teilnehmer eher säkular geprägt. Zumindest unterhielt man sich bei den wenigen Koranrezitierungen genauso weiter wie vorher und auch das Händitelefonat wurde währenddessen nicht unterbrochen.
Protestplakat: „I ♥ Muhammad“

Protestplakat: „I ♥ Muhammad“

Weder vom Teilnehmerkreis noch von den Inhalten her, wäre die Beschreibung „Demonstration der Moslems“ zutreffend, auch wenn die Teilnehmer durchaus als moslemisch anzusehen waren. Das Mohammed-Video war Anlass der Demo, aber nicht unbedingt deren Hauptthema, sondern amerikanische Politik und Zionismus. Generell gewann man bei den Reden den Eindruck, daß die Meinung vorherrscht, daß auch die Erstellung des Videos als eine staatlich oragnisierte Provokation aufgefasst wird. Warum man dann allerdings wissentlich in die Falle tappt und sich provozieren lässt, bleibt offen.

Protestplakat: „Zionismus ist Rassismus“

Protestplakat: „Zionismus ist Rassismus“

Neben dem abgebildeten „Zionismus ist Rassissmus“ gab es eine ganze Reihe weiterer Plakate, die sich gegen den Zionismus wandten: „Zionisten vernichten Anstand und Moral in der Gesellschaft“, „Zionismus ist die Ursache des Nah-Ost-Konfliktes“, „End of Zionism = Peace“.

An einer Stelle hat der Redner das Problem auf den Punkt gebracht, auch mit der direkten Ansprache an deutsche Politiker, in dem sagte daß „der Islam nicht von der Politik getrennt werden kann“. Hier liegt tatsächlich die Ursache des Problems. Allerdings ist es keines welches den Islam alleine betrifft, sondern generell alle abrahamitischen Religionen, da sie in ihren „heiligen Schriften“ strikte Vorgaben für den Einzelnen und für das Zusammenleben in der Gemeinschaft machen. Genau aus diesem Grund gibt es die, leider unvollständige, Trennung von Staat und Kirche in Deutschland. Hier wir es in Zukunft noch so einige Reibungsverluste geben, bis der Islam als gezähmt angesehen werden kann.

Protestplakat: „Seid ihr taub, seid ihr stumm? Dieser Film bringt Leute um?“

Protestplakat: „Seid ihr taub, seid ihr stumm? Dieser Film bringt Leute um?“

Wie immer bei Demos fanden sich einige besonders dämliche Plakate, bei denen der Urheber vergessen hatte nachzudenken. So auch hier eines mit dem Spruch: „Seid ihr taub, seid ihr stumm? Dieser Film bringt Leute um?“. An wen richtet er sich eigentlich? Der Film mag nicht jedem gefallen, aber umbringen tut er niemanden, es sind immer Menschen die töten und in diesem Falle waren es einzig und allein Teile der Beleidigten, also Angehörige der „Religion des Friedens“, die gebrandschatzt und getötet haben, und das zum wiederholten Male. Das hat nichts mit amerikanischer Politik oder Zionismus zu tun.

Demonstranten am Wittenbergplatz

Demonstranten am Wittenbergplatz. Man beachte die Liebeserklärung an Günter Grass (r.u.)¹

Protestplakat: „Stoppt den Völkermord; Stoppt das Massaker“

Protestplakat: „Stoppt den Völkermord; Stoppt das Massaker“

Protestplakat: „Milliardenschwere Waffengeschenke Deutschlands an Israel. Steuerzahler, eure Steuern werden missbraucht!“

Protestplakat: „Milliardenschwere Waffengeschenke Deutschlands an Israel. Steuerzahler, eure Steuern werden missbraucht!“

Fahne


1Ursache ist sein Gedicht „Was gesagt werden muss“

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