Gesche Joost: Frauenquote in Talkshows

Jetzt wo der ausgemachten Genderistin Fr. Dr. Joost über die Presse die Möglichkeit geboten bekommt ein größeres Publikum zu erreichen, nutzt sie umgehend die Gelegenheit um mit Verve eines der drängensten Probleme in der Netzpolitik anzugehen. In einem Interview mit dem Spiegel fordert sie eine Frauenquote in Talkshows. Als ob es keine Talkshows mit und von Frauen gäbe. Abgesehen davon wäre eine solche Frauenquote dann auch noch ein Eingriff in die Pressefreiheit. Das Beste wäre es vielleicht Talkshows als Solche zu quotieren.

Gerade wurde ich wieder in ein Gremium eingeladen, das fast nur aus Männern bestand. Da habe ich mich dann beschwert und gesagt: Das kann doch nicht euer Ernst sein.

Nein, die toughe Vorzeigefrau, vor ein paar Jahren einer von „100 Köpfen von morgen“ und hat heute Angst vor ein paar Männern in einem Gremium? Warum wohl, weil dort nicht alle ihre Ansichten widerspruchslos hinnehmen? Auch der Rest des Interviews klingt eher nach auswendig gelernten Statements mit Schlüsselwörtern um auf Wählerfang zu gehen, nicht jedoch nach einem tieferen Verständnis der Problematik. Doch der Reihe nach.

Sie sieht keinen Interessenkonflikt zwischen Ihrer Arbeit und Mitarbeit im „Kompetenzteam“. Ihre Professur ist nun mal eine Stiftungsprofessur der Deutschen Telekom, ob das Gehalt jetzt vom Land Berlin kommt oder nicht ist dabei unerheblich. Auch stellt sich die Frage wie sie beide Tätigkeiten zeitlich miteinander in Einklang bringen will. Entweder man ist politisch unterwegs oder man übt seine Lehrverpflichtung aus, beides zusammen dürfte nicht möglich sein ohne eines von Beiden zu vernachlässigen. Aber Peer Steinbrück hat es ihr ja mit seinen Vortragsreisen und dem Abgeordnetenmandat vorgemacht.

Sie will die Netzneutralität im Gesetz festgeschrieben wissen, aber richtig überzeugend kling das für mich nicht. Eben wie nach dem Munde dahergeredet:

Der kritische Punkt ist aber, dass die Telekom hauseigene Dienste von der Drosselung ausnehmen will. Das führt zu einer Zweiklassengesellschaft im Internet und das widerspricht einem freien und innovationsfreudigen Netz. Wir brauchen ein Gesetz, das die Netzneutralität festschreibt.

Bei allen anderen Dingen haben wir auch eine Mehrklassengesellschaft, bei Autos, Möbeln, Restaurants, Wohnraum etc., warum also sollte es im Internet auf einmal anders sein? Welche besondere Bedeutung kommt der Netzneutralität ihrer Meinung zu?

Ähnlich Nichtssagend ihre Meinung zur Vorratsdatenspeicherung (VDS):

Eine generelle Vorratsdatenspeicherung ist kritisch – Ausnahmen kann es nur bei schwersten Straftaten und nach rechtsstaatlichen Grundsätzen geben. Die Speicherung von Bewegungsprofilen lehne ich ab.

Typisches windelweiches Politgerede ohne eigentliche Aussage. Sie sieht sie kritisch, fein, d.h. aber nicht das sie dagegen ist, aber richtig dafür ist sie auch nicht, denn Ausnahmen soll geben. Entweder man hat VDS oder nicht, ein bißchen schwanger geht nicht. Außerdem scheint sie übersehen zu haben, daß es bei der VDS schon seit einiger Zeit gar nicht mehr nur um schwerste Straftaten oder gar um Terrorismus wie anfangs geht. Nach ihrer Aussage ist im Grunde alles möglich, das entspricht auch der Position der SPD, man kann am Schluss in jede beliebige Richtung umfallen.

Ich forsche mit meinen Doktoranden über ein Nachbarschaftsprojekt in Berlin-Mitte, einem Senioren-Computer-Club. Da bringen sich Ältere Skypen, Fotoshoppen, Programmieren gegenseitig bei, alles auf hohem Niveau.

Genau so habe ich mir immer die typische Arbeit eines Designers, pardon, einer Designerin vorgestellt. Die da entstehenden Dissertationen sind sicherlich auf ihre Art lesenswert, besonders im Hinblick auf ihr eigentümliches Verständnis von Wissenschaft, wie ich neulich zum dritten Video bereits schrieb.

Auch zu Partizipationsmöglichkeiten und Online-Petitionen fällt ihr nichts weiter ein, als daß sie es mal wieder kritisch sieht, bei gleichzeitiger Offenhaltung aller Wege.

Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Einerseits kann man durch das Netz auf einen Schlag viele Menschen erreichen. Ich selbst gebe auch gern Mitmach-Workshops. Dazwischen Brücken zu schlagen, zwischen analog und digital, ist mein Ziel. Und dazu gehören auch Beteiligungsplattformen online.

Das ganze Interview ist nur eine Ansammlung von leeren Worthülsen. Meiner Meinung nach steckt da bei ihr nichts dahinter. Sie versteht nicht wirklich wovon sie redet, allerdings bei Designern mit Genderhintergrund auch nicht weiter überraschend.

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