Eure Frauen sind Euch ein Acker …

Eingang der Al-Nur Moschee in Berlin-Neukölln.

Eingang der Al-Nur Moschee in Berlin-Neukölln.

Anscheinend überrascht wird mal wieder vom Inhalt einer Predigt in der Berliner Al-Nur Moschee berichtet (Focus, Die Welt). Der Imam meinte, Frauen müssten die sexuellen Bedürfnissen ihres Ehemannes jederzeit bereitwillig erfüllen und dürften sich keinesfalls verweigern, für den Haushalt sorgen und eine Arbeit nur mit Genehmigung des Ehemannes annehmen. Das Alles ist nicht wirklich neu, wird aber nun als extremistisch tituliert, nachdem in den vergangenen Jahren systematisch verharmlost und beschönigt wurde. Nun wird es an dieser Stelle interessant, denn der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg e.V. (TBB) hat wegen des Verdachts der Beleidigung, der Volksverhetzung und der öffentlichen Aufforderung zu Gewalt Strafanzeige gestellt.

Der Prediger stachele zum Hass gegen Frauen auf, teilte Ayse Demir, Vorstandssprecherin des Türkischen Bundes, mit. Diese finstere Ideologie müsse „geächtet, gestoppt und betraft werden“.

Abgesehen davon, daß ähnliche Regelungen auch bei uns noch vor nicht allzu langer Zeit galten, wurde nur Bezug auf den Koran genommen, so z.B. auf Sure 2:223¹ („Die Kuh“) [1]:

Eure Frauen sind ein Saatfeld für euch; darum bestellt euer Saatfeld wie ihr wollt. Doch schickt (Gutes) für eure Seelen voraus und fürchtet Allāh und wisst, daß ihr Ihm begegnen werdet. Und verheiße den Gläubigen die frohe Botschaft.

oder auf Sure 4:34¹ („Die Weiber“) [1]:

Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allāh die einen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen hingeben. Darum sind tugendhafte Frauen die Gehorsamen und diejenigen, die (ihrer Gatten) Geheimnisse mit Allāhs Hilfe wahren. Und jene, deren Widerspenstigen ihr befürchtet: Ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie! Wenn sie euch dann gehorchen, so sucht gegen sie keine Ausrede. Wahrlich Allāh ist Erhaben und Groß.

Al-Nur Moschee in Berlin-Neukölln mit angeschlossenem Jugend- und Familienzentrum.

Al-Nur Moschee in Berlin-Neukölln mit angeschlossenem Jugend- und Familienzentrum.

Diese und andere Aussagen im Koran sind klar und unmißverständlich. Eine Ehefrau die sich verweigert versündigt sich somit vor Gott. Dem Prediger hier Extremismus vorzuwerfen greift deutlich zu kurz, denn er predigt nur wie in seiner „heiligen“ Schrift geschrieben. Rein logisch betrachtet, verfälscht ein Prediger der nicht dieser Auffassung ist, die Offenbarung Allāhs und widerspricht somit Gott, mithin macht er sich der Gotteslästerung schuldig. Ein nach den Schriften gelebter Islam führt zwangsläufig in ein System wie es in Saudi Arabien herrscht. Man darf gespannt sein, wie nun verschiedene Seiten versuchen werden, die Worte des Imams von den Inhalten des Korans zu trennen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte vor einigen Tagen noch einmal in einem Interview, daß der Islam zu Deutschland gehöre, aber nicht der Islamismus. An der Predigt wird deutlich, daß die Trennung von Islam und Islamismus über die Androhung oder Ausübung von Gewalt nicht tragfähig ist. Die Gewalt lässt sich nicht vom Koran abtrennen, sie ist ein immanenter Bestandteil von ihm!

Über kurz oder lang werden sowohl die Politiker, als auch die hier lebenden Moslems die Tatsachen zur Kenntnis nehmen müssen, daß nicht die Auslegung des Korans und der begleitenden Schriften das Problem darstellt, sondern der Koran selbst. Der Koran ist zutiefst gewalttätig, antisemitisch, frauen- und überhaupt menschenfeindlich.

Noch eine rein prinzipielle Überlegung. Es wird gern gefordert, Gläubige müssten die weltlichen Gesetze über die der religiösen Schriften stellen. Eine, wie ich finde, logisch unmögliche Forderung und in letzter Konsequenz nur ein Euphemismus für „ihr müsst Teilen von Eurem Glauben entsagen“, denn wie können Gottes Gebote eine Unterordnung erfahren? Daher halte ich Religionsfreiheit als eigenständiges Grundrecht in einer Republik für unsinnig, da nicht wirklich praktikabel. Religionsfreiheit ist außerdem nur ein Untermenge von Meinungsfreiheit und sollte auch so formuliert werden.

Referenzen

  1. Zitiert nach der Koranausgabe, wie er von den Salafisten bei der Aktion „Lies!“ verteilt wurde:
    Die ungefähre Bedutung des Al Qur’ān Al Karīm. Aus dem arabischen von Abu-r Ṛidā’ Muhammad ibn Ahmad ibn Rassoul, 5. überarbeitete Auflage März 2012. Hrsg. Ibrahim Abou Nagie, 50765 Köln.

1Die Nummerierung der Absätze variiert je nach Koranübersetzung etwas.

2 Kommentare

  1. […] der auf diese Art ungewollten öffentlichen Breitenwirkung der Predigt des ägyptischen Gastpredigers Abdel Moez al-Eila in der Berliner Al-Nur Moschee und seiner Absetzung passierte nun genau das Vermutete, nämlich der […]

  2. […] ist fester Bestandteil der Erziehung in islamischen Ländern. Wenn Kinder von klein an mit diesen und anderen Aussagen konditioniert werden ist es nur wenig verwunderlich, daß sie sich als Erwachsene auch […]

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