G36

Zugegebnermaßen verstehe ich weder etwas von Militär noch von Waffen, dennoch erscheint mir die Diskussion um das G36 in den letzten Monaten in zunehmendem Maße eigenartig faktenabhold und von anderen Interessen gesteuert. Irgendwie kann ich mich inzwischen nicht des Eindrucks erwehren, als ob es gar nicht wirklich um das Gewehr ginge, sondern um etwas Anderes.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen versteht von Waffen genausoviel wie vom Internet, nämlich nichts, was sie jedoch nicht davon abgehalten hat das G36 als unbrauchbar einzustufen. Da dies jedoch nicht das Ergebnis eigener Expertise sein kann, hat sie es entweder so den ihr vorgelegten Akten entnommen oder ihr spukt etwas Eigenes im Kopf herum, wie schon damals bei den Internetsperren, wo sie auch ihre nachweislich falsche Auffassung mit Gewalt durchsetzen wollte. Gegen ihre Auffassung der Unbrauchbarkeit spricht eine gewisse Beliebtheit der Waffe im Ausland und der langjährige Einsatz bei der Bundeswehr. Wäre es so unbrauchbar wie behauptet, würde ich erwarten, daß es massive Soldatenbeschwerden bis in die Öffentlichkeit geschafft hätten und es in Afghanistan (mehr) Tote deutsche Soldaten durch das G36 gegeben haben müsste.

Man muß bedenken, daß von der Leyen eine zutiefst überzeugte Atlantikerin ist und unter allen Umständen die Vereinigten Staaten von Europa haben will. Genauso wie sie Frankreich über 200 Millionen Euro für Spionagesatelliten, trotz vorhandener Möglichkeiten in Deutschland, in die Kasse spülen will, würde sie es auch bei einem ausländischen Waffenhersteller tun. Ihr geht es nicht um Arbeitsplätze in Deutschland, um die Soldaten, um die Kinder, sondern immer nur um die eigene Profilierung.

Auf der anderen Seite die Geschichte mit dem angeblichen Versuch von Heckler & Koch, via Ministerium Kritikern den MAD an die Fersen zu heften. Versuchte Vertuschung oder doch der Versuch sich gegen Verunglimpfung zu wehren, wenn auch mit verbotenen Mitteln?

  • Warum kocht die Sache gerade jetzt hoch?
  • Sehen wir einen Machtkampf zweier Gruppen innerhalb des Ministeriums oder der Bundeswehr?
  • Soll vielleicht schlicht ein Lieferantenwechsel eingeleitet werden? In der Industrie ist ein solches Vorgehen nicht unbekannt, insbesondere wenn ggf. noch Verträge bestehen, denen man sich vorzeitig entledigen möchte. Das Produkt wird wann immer möglich in Grund und Boden geredet, jeder noch so kleine Mangel wird zur Krise aufgebauscht. Irgendwann ist der Lieferantenwechsel dann perfekt. In der Bundeswehr sollen rd. 170.000 G36 im Einsatz sein. Wenn man um die 1.000,-€/Stück ansetzt, hätte eine Neurausrüstung ein Volumen von 170 Millionen Euro. Verglichen mit anderen Waffengeschäften ein eher kleiner Betrag, aber groß genug um ihn mitzunehmen und perfekt als Einstieg für Nachfolgegeschäfte.
  • Soll von etwas Anderem, Größerem abgelenkt werden?

Klar ist jedenfalls, wann immer von der Leyen mit im Spiel ist, ist höchste Aufmerksamkeit geboten.

2 Kommentare

  1. Eradur sagt:

    Das lustige ist:

    Die Störungen beim G36 sind bei Dauerfeuer von einigen Minuten mit dazu kommenden, tropischen Temperaturen beobachtet worden. Leute lasst euch sagen:

    Es gibt kein einziges Gewehr bei irgendeiner beliebigen Armee, bei welchem das nicht passiert wäre. Material dehnt sich bei Hitze aus, das ist ein Naturgesetz. OB AR 15, M 16, AK 47, M 16 usw. Jedes Sturmgewehr wird bei Dauerfeuer und Hitzeeinwirkung unpräzise. Die meisten anderen Gewehre hätten sich ganz versagt. Die Diskussion uber das G36 ist absolut lächerlich und wird von Politikern geführt, die nicht die geringste Ahnung von Waffentechnik haben.

  2. […] kam letztes Jahr die ganze G36-Diskussion nicht ganz koscher vor und ich vermutete andere Beweggründe hinter der plötzlichen Ausmusterung des Sturmgewehrs G36 von Heckler & Koch als die […]

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