Geheiligt sei meine Meinungsblase

Dass praktisch alle Genderisten in ihrer ganz eigenen Meinungsfilterblase leben und jedwede leiseste, wie auch immer geartete Kritik sofort und grundsätzlich mit dem Vorwurf „Hate Speech“ vom Tisch wischen und versuchen sich von demjenigen durch intensives Blocken abzukanzeln, ist lange bekannt.

Der Zeitschrift FrauenRat (Eine feministische „Qualitätspostille“, welche übrigens mit der Ausgabe 6/2015 im immerhin 64. Jahrgang eingestellt wird, s.u.) hat Anne „#Aufschrei“ Wizorek ein Interview gegeben, in dem sie ihren Umgang damit beschreibt. [1]

[…] Das Thema Hate Speech, das ja durch das Internet eine neue Dimension erhalten hat, ist inzwischen Teil meiner Arbeit geworden. Ich kläre darüber auf und zeige die Machtstrukturen auf, mit denen wir auch sonst außerhalb des Internets zu tun haben. Sie dienen dazu, bestimmte Menschen und ihre Ansichten aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen. Meine persönliche Nutzung des Internets hat sich insofern geändert, als dass ich meine E-Mails, aber auch meinen Twitter-Account filtern lasse. Das heißt, Freunde von mir schauen diese durch und leiten nur die konstruktiven, positiven und wichtigen an mich weiter. Alles andere wird registriert und auch dokumentiert. Falls etwas Ernstzunehmendes dabei ist, werde ich darüber informiert. Komplett ausklammern und ignorieren kann ich das eben nicht. Ich weiß natürlich trotzdem, dass solche Reaktionen mal mehr, mal weniger präsent sind. Aber gerade wenn ich das Netz für meine Arbeit nutze, muss ich so nicht jederzeit damit rechnen, wenn ich meinen Twitter-Account öffne gleichzeitig auch Hasskommentare lesen zu müssen. […]

Mit dem Versuch der Verdrängung aus dem öffentlichen Raum hat sie eine perfekte Selbstbeschreibung des Vorgehens ihrer Gesinnungsgenossen abgeliefert. Weitergeleitet wird nur das, was ihnen positiv erscheint und wundern sie sich dann wenn sie in ihrer Filterblase von Außenstehenden nicht mehr Ernst genommen werden.

Wie durchgeknallt muss man eigentlich sein, um selbst den kontinuierlichen Datenstrom seines eigenen Twitterkontos (@marthadear) noch durch Dritte vorselektieren zu lassen, nicht weil man mit dem Beantworten nicht hinterherkommt, sondern weil man nur Positives lesen will? Himmel, es gibt außer dem 140-Zeichen-Universum Twitter noch etwas Anderes auf dieser Welt. Vielleicht sollte sie auch noch das twittern ganz an ihre Freunde abgeben.

Ihre Art ist aber kennzeichnend für unsere Zeit. Nicht nur bei den Genderisten, sondern auch in der Politik (wie ihr Umgang mit der Flüchtlingsflut zweifelsohne belegt). Man ist derart kritikunfähig und realitätsblind, daß man erst gar nicht mit anderen Auffassungen in Kontakt kommen möchte und sie deshalb versucht auszublenden und, sofern möglich, unterdrückt. Meinungen zeigen eben eine gewisse Ähnlichkeit mit Infektionskrankheiten. Man begibt sich daher in eine selbstgewählte Quarantäne, aus Angst sich anstecken zu können. Selbst wenn diese Leute recht hätten, sind sie defintiv die Falschen um irgendwelche Probleme zu lösen, den schwerwiegende Probleme wurden noch nie dadruch gelöst, daß man den Kopf in den Sand steckt, sondern nur durch Konfrontation mit ihnen. Die Entwicklung einer wirksamen Gegenstrategie ist durch Abschottung einfach nicht möglich. Letztlich ist dies auch der Grund, warum der Umgangston auf beiden Seiten zunehmend rauher wird. Kritik in gemäßigter Form dringt nicht durch, es wird schärfer nachgelegt, woraufhin auf der anderen Seite weiter abgedichtet wird, usw. Eine sich selbst verstärkende Spirale, die eine fortwährende Radikalisierung nach sich zieht, bis es knallt.

FrauenRat

Wie eingangs bereits erwähnt, wird die Zeitschrift FrauenRat mit der Ausgabe 6/2015 eingestellt [2].

[…] Wie viele Printmedien leidet auch unsere Zeitschrift unter einem stetigen Abonnentenschwund. Es ist ein Stand erreicht, wo Aufwand und Ertrag in keinem zu rechtfertigendem Verhältnis mehr stehen. Wir sind sicher, dass das schwindende Interesse an unserer Zeitschrift weniger mit ihrer Qualität zu tun hat. Denn seit Jahren bemühen wir uns hier um ein gleichbleibend hohen Niveau und fühlen uns durch regelmäßiges positives Feedback darin bestätigt. Es sind vielmehr der Generationenwechsel, die veränderten Lesegewohnheiten, auch das (Über-)Angebot an Informationen, die unserer nichtkommerziellen Publikation den Markt entzogen haben. […]

Hier ist sie wieder, die Filterblase positives Feedback. Positives Feedback mag gut für das Ego sein, löst aber keine Probleme. Wenn man etwas verbessern will muss man sich die Stellen ansehen, die kritisiert werden, die werden aber systematisch ausgeblendet. Was nicht heißen soll, das der letzte zitierte Satz falsch ist. Unabhängig von der Qualität des Inhalts eines Mediums haben seit Aufkommen des Internets mit seiner umfassenden Digitalisierung und permanenten Verfügbarkeit der Inhalte alle klassischen Druckmedien dieselben Probleme.

Literatur

  • Interview mit Anne Wizorek. FrauenRat 2015, 64 (3): 6.
  • Zeitschrift FrauenRat stellt erscheinen ein. FrauenRat 2015, 64 (4): 36.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.