Einen eigenen BER für Stuttgart

Überrascht es in diesem unserem Lande noch irgendwen? Ist es wirklich überhaupt noch eine Meldung wert? Stuttgart bekommt jetzt seinen eigenen BER: Stuttgart 21 kommt wegen Brandschutz bis zu zwei Jahre später und wird erstmal 500 Millionen teuer.

Schwere Sorgen bereiten den Bauherren der Brandschutz im unterirdischen Bahnhof, der Lärmschutz, der Artenschutz von Käfern und Eidechsen – und ganz allgemein die lange Dauer der Planverfahren und der behördlichen Genehmigungen.Eine Verzögerung der für 2021 geplanten Bahnhofseröffnung um zwei Jahre erscheint nicht ausgeschlossen.

Also wird’s vor 2025 mit Sicherheit nichts.

Den Zeitplan torpedieren könnte vor allem der Brandschutz. Nach der Änderung der Rettungs-Strategie durch die Feuerwehr im Jahr 2014 wurde eine Reihe von Szenarien zur Umgestaltung der Fluchttreppen im Bahnhof durchgespielt. Schließlich zeigte sich, dass die bisherige Statik Treppenhäuser, die bis zu 90 Minuten feuerbeständig sein sollen, nicht tragen könnte.

Kleiner souverän-kostenloser Tipp von einem Berliner nach Schwabenland: Werft auch mal einen Blick auf die Entrauchungsanlage, da sollten sich locker noch ein paar weitere Jährchen Verzögerung rausholen lassen, hat beim BER auch super geklappt.

Die Überschreitung des Zeithorizonts kommt indes nicht völlig überraschend. Schon in seinen Prognosen von 2013 hatte Kefer die Wahrscheinlichkeit einer Verzögerung der Eröffnung von 2021 auf 2022 mit 80 Prozent angegeben, die Verzögerung auf 2023 mit 40 Prozent.

Na wartet mal ab, wenn erst die ersten Rufe nach Abriss von Stuttgart 21 durchs Land schallen: „Lassts uns zuschütten Jungs*innen“.

Der Artenschutz für Juchtenkäfer und Eidechsen zwingt die Bahn, Tunnel statt Tröge zu bauen;

Also nun schon gebt’s zu Leute, wer hat hier gemeinerweise die Juchtenkäfer in der Wildnis ausgesetzt? Die AfD oder Putin? Wie dem auch sei, ich bin sicher, bei Bahn und Politik wird es noch genug Tröge geben, an denen sich die Schweine suhlen können. Apropos, da fällt mir gerade was ein, also bei den Trögen. Rettung ist nah’, denn die Deutsche Bahn AG hat doch vorgesorgt und damals aus dem Kanzleramt so’n Sonderposten Pofalla günstig abgestaubt. In seiner politischen Anschlussverwendung® kann dieser Terminator dann rechtzeitig Kostensteigerungen und Bauarbeiten für beendet erklären und fertig ist der Bahnhof. Zug muss ja keiner fahren, ja noi wer will ah scho’ nach Stuttgart, gelle.

Mal so rein prophylaktisch gefragt, kann man sich in seinen Reisepass auch ’ne and’re Staatsbürgerschaft, sozusagen eine Pseudonymschaft, eintragen lassen? Muss ja nun inzwischen wirklich nicht mehr gleich jeder wissen, daß man aus Deutschland kommt.

2 Kommentare

  1. uwe hauptschueler sagt:

    Der Seniorchef, der Fa. für Tunnelbohrmaschinen, Herrenknecht hat sinngemäß in der Süddeutschen behauptet: Der Gotthardtunnel sei planmäßig fertig geworden, weil Politiker bei dem Projekt nur wenig zu sagen gehabt hätten.

  2. Damit liegt er mit Sicherheit nicht ganz falsch. Beim BER tragen auf jeden Politiker wie Wowereit und Platzeck, aber auch Ramsauer eine erhebliche Mitschuld. Sie wollten sich zwar später im Ruhme sonnen, hatten aber fachlich nicht das Niveau ihre Kontrollaufgabe auch wahrnehmen zu können, also haben sie es gelassen. Seit geraumer Zeit bin ich der Meinung, daß sich das BER-Debakel nicht allein durch Schlamperei erklären lässt. Dass was veröffentlicht wird passt nicht zusammen.

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