Säuberungsaktion beim Handelsblatt

Es ist schon erschreckend für was man heute wieder binnen Stunden beruflich kalt gestellt werden kann und das obwohl einem eine positivie Entwicklung des Unternhemens durch die eigene Arbeit bescheinigt wird. Der Herausgeber des Handelsblatts, Gabor Steingart, hatte in seinem „Morning Briefing“ eine launige aber durchaus zutreffende Beschreibung zu den Vorgängen in der SPD, insbesondere zum Verhalten von Martin Schulz, veröffentlicht. Seine wenighen Zeilen wären sang und klanglos untergegangen, erst durch das Chassen von Steingart sind sie, dem Streisand-Effekt sei Dank, erst richtig bekannt geworden.

Der perfekte Mord
Innerhalb der SPD hat ein bizarrer Machtkampf begonnen. Der mittlerweile ungeliebte Parteichef Martin Schulz will den derzeit beliebtesten SPD-Politiker, Außenminister Sigmar Gabriel, zur Strecke bringen und an dessen Stelle im Ministerium Quartier beziehen. Das Duell wird nach den Regeln des Parteienkampfes ausgetragen, also im Verborgenen. Besondere Raffinesse wird dabei vor allem von Schulz verlangt, da er sich nicht beim Mord an jenem Mann erwischen lassen darf, dem er das höchste Parteiamt erst verdankt.

Der Tathergang wird in diesen Tagen minutiös geplant. Der andere soll stolpern, ohne dass ein Stoß erkennbar ist. Er soll am Boden aufschlagen, scheinbar ohne Fremdeinwirkung. Wenn kein Zucken der Gesichtszüge mehr erkennbar ist, will Schulz den Tod des Freundes aus Goslar erst feststellen und dann beklagen. Die Tränen der Schlussszene sind dabei die größte Herausforderung für jeden Schauspieler und so auch für Schulz, der nichts Geringeres plant als den perfekten Mord.

Dieser Vorfall ist ein offen ausgetragener Konflikt, weitaus demokratiegefährdender sind jedoch die subtilen Vorgehensweisen. Ob Zeitungen, wo oftmals die SPD als teilhabendes Medienunternehmen meinungslenkend eingreifen kann, oder dem öffentlich-rechtlichen Staatsfunk, die Auswahl der schreibenden Zunft erfolgt bereits ganz am Anfang. Jemand der nicht von vornherein auf Linie ist, wird gar nicht erst beachtet. So entsteht bzw. entstand über die Jahre hinweg langsam ein meinungseinheitliches, linkes Umfeld, welches die eigenen Standpunkte für sakrosankt hält und Kritiker übergreifend als rechtsextrem gelten lässt, um sie durch diese Diskreditierung von vornherein von der gesellschaftlichen Diskussion ausschließen zu können. Man verwahrt sich zwar gegen die Auffassung, daß man von der Politik täglich gesagt bekomme, wie man zu berichten habe, aber man bemerkt nicht, daß dies gar nicht notwendig ist. Man ist bereits auf Regierungslinie, berichtet als Aktivist in der eigenen Sache und weiß daher wie „richtig“ zu berichten ist, tägliche Anweisungen sind daher nicht notwendig. Im Gegenteil, Mitarbeiter denen man ein tägliches Briefing verpassen müsste, wären unsichere Kandidaten und würden gegen politisch gefestigte Charaktere ausgewechselt werden.

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