Adblocker greifen vehement in das Recht der Publisher ein

In der Ausgabe 26/2013 der Internetworld (PDF) hat sich einer der Geschäftsführer der InteractiveMedia CCSP GmbH — ein Werbeunternehmen der Deutschen Telekom —, Philip Missler, in einem Interview zu Werbelockern im Internet geäußert:

Wie stehen Sie zum Thema Adblocker?
Missler: Der Dienstleitungsansatz von Adblockern ist aus unserer Sicht hochgradig problematisch. Jeder Publisher hat das Recht, sein Angebot so zu präsentieren, wie er das für richtig hält — inklusive Werbung. Der Nutzer kann dann frei entscheiden, ob er das Angebot nutzen möchte. In dieses Recht der Publisher greifen die Adblocker vehement ein, indem sie Teile der Inhalte ausblenden.

Merkwürdige Auffassung. Jeder Publisher kann sein Angebot präsentieren wie er will, denn die Adblocker arbeiten auf den PCs der Kunden, nicht bei den Providern oder gar auf den Servern des Publishers. Es ist allein der Kunde, der sich entschieden hat, auf seinem Rechner einen Adblocker zu installieren. Es liegt allein in der Entscheidungshoheit des Kunden, wie er das Angebot des Publishers auf seinem eigenen Rechner nutzen will und offensichtlich will dieser die angebotenen Werbeanzeigen gerade nicht sehen. Die Adblocker verletzten somit in keinster Weise die Rechte des Publishers, sondern sind eher eine unverblümte, wenn auch indirekte, Meinungsäußerung des Kunden zu dem Angebot, die da lautet: „Ich will den ganzen Werbemüll einfach nicht sehen!“. Hr. Missler hat genug Anlass darüber nachzudenken, warum das wohl so ist, aber offenbar ist er der Meinung der Kunde sei verpflichtet, sich alles dargebotene auch ansehen zu müssen. Zum Glück irrt er sich hierbei.

Es ist eine echte Krankheit dieser Zeit, daß sich bei einer ganzen Reihe von Leuten die Meinung festgesetzt hat, sie hätten auf den Bildschirmen und Festplatten fremder Leute irgendwelche Rechte.

3 Kommentare

  1. Demnächst verlangt man noch, die Zeitung ausschließlich durch Brillen einer bestimmten Firma zu lesen.

  2. kleenerspinner sagt:

    Wetten dass Fr. Merkel das absegnen würde, wenn sie könnte.

  3. […] ins Bild. Das dürfte auch nicht die letzte Aktion gewesen sein. Vor zwei Wochen hatte ich hier auf ein Interview der Internetworld mit Philip Missler, dem Geschäftsführer des Werbeunternehmens […]

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