Adblocker: Irreführende Warnmeldungen

Die Aktion von 1 & 1 bei GMX und Web.DE mit den irreführenden Sicherheitshinweisen um unbedarfte Nutzer zum Entfernen von Werbeblockern zu verleiten passt vollkommen ins Bild. Das dürfte auch nicht die letzte Aktion gewesen sein. Vor zwei Wochen hatte ich hier auf ein Interview der Internetworld mit Philip Missler, dem Geschäftsführer des Werbeunternehmens InteractiveMedia CCSP GmbH (Deutschen Telekom), in dem er klar stellt, daß seiner Meinung nach Adblocker „vehement in das Recht der Publisher eingreifen“. Das ist natürlich blanker Unsinn, da die Veränderungen auf dem Rechner des Benutzers und auf Veranlassung des Benutzers stattfinden. Noch darf man auf dem eigenen Rechner tun und lassen was man will, auch wenn es den Werbefuzzies nicht passt. Aber die Einstellung der Werbebranche ist damit deutlich formuliert worden. Das Feindbild sind Adblocker und aus Sicht der Werbeunternehmen tatsächlich so etwas wie Schadsoftware. Unter diesem Aspekt sind die Aussagen der Unternehmen die Malware-Warnungen dienten nur zur Sicherheit der Kunden und seien keine Täuschungsabsicht wenig glaubwürdig und meiner Meinung nach eine reine Schutzbehauptung. Es geht ausschließlich darum, Werbeblocker ausszuschalten, egal wie, um mehr Umsatz generieren zu können.

Die Unternehmen regen sich zwar über die „Kostenloskultur“ auf, aber begründen nie warum sie unbedingt daran teilnehmen wollen. Genausowenig wie eine Brauerei gezwungen ist Freibier auszugeben, ist irgendjemand verpflichtet eine Internetseite zu unterhalten oder Dienstleistungen im Internet anzubieten, schon gar nicht kostenlos. Wenn die Unternehmen meinen, sie verdienten zu wenig, hindert sie niemand daran ihre Dienste von heute auf morgen einzustellen, gemäß der in den meisten AGB’s enthaltenen Klausel. Das ist ihr gutes Recht. Aber offensichtlich ist der Nutzen immer noch groß genug, als das eine Einstellung in Frage käme. Insofern ist die Klage über Adblocker nur ein Lamentieren mit vollem Bauch.

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