Tag Archiv für Deutsche Telekom

Telekomischer Lifestyle

Lifestyle, ich kann es schon nicht mehr hören. Haben wir nicht genug Konzerne die sich bereits mit Lifestyle befassen? Die Einkaufsstraßen der Städte sind voll von Klamottenläden und jetzt sollen die Telekomläden auch dazu mutieren, so der Technikvorstand, Claudia Nemat, übrigens eine ehemalige MacKinsey: Weiterlesen

BGH hält Internetsperren für zulässig

Man kommt sich in diesem Lande immer mehr vor wie im Film „Und ewig grüßt das Murmeltier“. Wie ein Boomerang den man einfach nicht los wird, wenn man ihn wegwirft, kommen die immer gleichen Sachverhalte wieder und wieder auf die Tagesordnung, ohne daß es grundlegend neue Voraussetzungen dafür gibt. Alles dreht sich im Kreis, Dinge werden nie abgehakt. Vor einigen Wochen war es die Vorratsdatenspeicherung (die demnächst wieder kommt), gestern waren es nun die Internetsperren in Form von BGH-Urteilen und dann auch noch mit der Spannbreite an Schlagzeilen von „Gema scheitert mit Klage für Internetsperren“ (Golem) über „Illegale Musikdownloads: Bundesgerichtshof ebnet Weg für Netzsperren“ (Spiegel) und „Bundesgerichtshof schließt Netzsperren nicht aus“ (Zeit) bis zu „BGH erlaubt Internetsperren gegen Tauschbörsen“ (RP-Online). Die Urteile sind noch nicht öffentlich zugänglich, aber eine Pressemitteilung des BGH (Nr. 194/2015). Weiterlesen

Vorratsdatenspeicherung auf Steuerzahlerkosten

Die Deutsche Telekom fordert eine Erstattung der durch die Vorratsdatenspeicherung (VDS) entstehenden Kosten, falls der neuerliche Entwurf von Heiko Maas aus dem Justizministerium gestzeskraft erlangen sollte.

Man braucht sich da nicht allzu viel vorzumachen, die VDS wird immer vom Bürger bezahlt werden, entweder fließen direkt Steuergelder an die Firmen zur Unterhaltung der VDS-Infrakstruktur oder die Kosten werden in die Endkundenpreise eingerechnet und steuerlich als Aufwand geltend gemacht. Für den Steuerzahler läuft es im Endeffekt auf ein Nullsummenspiel heraus. Weiterlesen

Unterschiede und Merkmale von DKIM, PGP und S/MIME

Ab 20. Februar will die Deutsche Telekom ihre Rechnungs-e-Mails mit weiteren Sicherheitsmerkmalen ausstatten, um das Erkennen von Fälschungen zu erleichtern (via heise). Kernbestandteil der neuen Merkmale ist eine kryptografische Signatur. Endlich muss man sagen, denn die Technik hierfür steht schon seit längerem zur Verfügung und wird bereits vielfältig verwendet. Allerdings verwendet die Telekom weder PGP (bzw. GnuPG) oder S/MIME, sondern das allgemein weniger bekannte DKIM. Die meisten Anwender bekommen schon lange DKIM-signierte Mails, wissen es jedoch noch nicht. Das ebenfalls neu eingeführte „E-Mail-Siegel“ (vor dem Absender ein blaues @-Zeichen mit Haken) ist nur eine optische Darstellung einiger am Verbund beteiligter Webmailer (GMX, WEB.DE, freenet und 1&1) und bei Anwendungen der Telekom selbst. Alle anderen, insbesondere diejenigen, die mit einem e-Mailprogramm, arbeiten haben nichts davon, sie könnten die Herkunft einer e-Mail nur anhand der zunächst unsichtbaren DKIM-Signatur verifizieren. Weiterlesen

Adblocker: Irreführende Warnmeldungen

Die Aktion von 1 & 1 bei GMX und Web.DE mit den irreführenden Sicherheitshinweisen um unbedarfte Nutzer zum Entfernen von Werbeblockern zu verleiten passt vollkommen ins Bild. Das dürfte auch nicht die letzte Aktion gewesen sein. Vor zwei Wochen hatte ich hier auf ein Interview der Internetworld mit Philip Missler, dem Geschäftsführer des Werbeunternehmens InteractiveMedia CCSP GmbH (Deutschen Telekom), in dem er klar stellt, daß seiner Meinung nach Adblocker „vehement in das Recht der Publisher eingreifen“. Das ist natürlich blanker Unsinn, da die Veränderungen auf dem Rechner des Benutzers und auf Veranlassung des Benutzers stattfinden. Noch darf man auf dem eigenen Rechner tun und lassen was man will, auch wenn es den Werbefuzzies nicht passt. Aber die Einstellung der Werbebranche ist damit deutlich formuliert worden. Das Feindbild sind Adblocker und aus Sicht der Werbeunternehmen tatsächlich so etwas wie Schadsoftware. Unter diesem Aspekt sind die Aussagen der Unternehmen die Malware-Warnungen dienten nur zur Sicherheit der Kunden und seien keine Täuschungsabsicht wenig glaubwürdig und meiner Meinung nach eine reine Schutzbehauptung. Es geht ausschließlich darum, Werbeblocker ausszuschalten, egal wie, um mehr Umsatz generieren zu können.

Die Unternehmen regen sich zwar über die „Kostenloskultur“ auf, aber begründen nie warum sie unbedingt daran teilnehmen wollen. Genausowenig wie eine Brauerei gezwungen ist Freibier auszugeben, ist irgendjemand verpflichtet eine Internetseite zu unterhalten oder Dienstleistungen im Internet anzubieten, schon gar nicht kostenlos. Wenn die Unternehmen meinen, sie verdienten zu wenig, hindert sie niemand daran ihre Dienste von heute auf morgen einzustellen, gemäß der in den meisten AGB’s enthaltenen Klausel. Das ist ihr gutes Recht. Aber offensichtlich ist der Nutzen immer noch groß genug, als das eine Einstellung in Frage käme. Insofern ist die Klage über Adblocker nur ein Lamentieren mit vollem Bauch.

Weiterführendes:

Adblocker greifen vehement in das Recht der Publisher ein

In der Ausgabe 26/2013 der Internetworld (PDF) hat sich einer der Geschäftsführer der InteractiveMedia CCSP GmbH — ein Werbeunternehmen der Deutschen Telekom —, Philip Missler, in einem Interview zu Werbelockern im Internet geäußert:

Wie stehen Sie zum Thema Adblocker?
Missler: Der Dienstleitungsansatz von Adblockern ist aus unserer Sicht hochgradig problematisch. Jeder Publisher hat das Recht, sein Angebot so zu präsentieren, wie er das für richtig hält — inklusive Werbung. Der Nutzer kann dann frei entscheiden, ob er das Angebot nutzen möchte. In dieses Recht der Publisher greifen die Adblocker vehement ein, indem sie Teile der Inhalte ausblenden.

Merkwürdige Auffassung. Jeder Publisher kann sein Angebot präsentieren wie er will, denn die Adblocker arbeiten auf den PCs der Kunden, nicht bei den Providern oder gar auf den Servern des Publishers. Es ist allein der Kunde, der sich entschieden hat, auf seinem Rechner einen Adblocker zu installieren. Es liegt allein in der Entscheidungshoheit des Kunden, wie er das Angebot des Publishers auf seinem eigenen Rechner nutzen will und offensichtlich will dieser die angebotenen Werbeanzeigen gerade nicht sehen. Die Adblocker verletzten somit in keinster Weise die Rechte des Publishers, sondern sind eher eine unverblümte, wenn auch indirekte, Meinungsäußerung des Kunden zu dem Angebot, die da lautet: „Ich will den ganzen Werbemüll einfach nicht sehen!“. Hr. Missler hat genug Anlass darüber nachzudenken, warum das wohl so ist, aber offenbar ist er der Meinung der Kunde sei verpflichtet, sich alles dargebotene auch ansehen zu müssen. Zum Glück irrt er sich hierbei.

Es ist eine echte Krankheit dieser Zeit, daß sich bei einer ganzen Reihe von Leuten die Meinung festgesetzt hat, sie hätten auf den Bildschirmen und Festplatten fremder Leute irgendwelche Rechte.

Kundenverarsche „E-Mail made in Germany“

Die Deutsche Telekom und United Internet (Web.DE & GMX) haben heute ihr gemeinsames Projekt „E-Mail made in Germany“ vorgestellt, bei dem sie in Zukunft den Mailverkehr zwischen ihren Mail-Servern verschlüsselt übertragen werden, d.h. der Transportweg wird verschlüsselt, das ist etwas anderes als wenn die e-Mails verschlüsselt werden, denn am Ende des Weges wird wieder entschlüsselt. Es ist sicherlich nicht prinzipiell falsch was Deutsche Telekom und United Internet hier vorhaben, aber es geht im Grunde am eigentlichen Problem vorbei. Zunächst stammt der dazugehörige Standard STARTTLS (RFC 2595, RFC 3207) bereits von 1999 und 2002. Man muss sich also fragen, wieso die das erst jetzt implementieren und dies nicht schon vor zehn Jahren erfolgt ist. Bei den genannten Providern kann der Endkunde bereits seit Jahren seine e-Mails verschlüsselt über TLS (Nachfolger des veralteten SSL) einreichen, sofern er dies auf seinem Rechner in seinem e-Mailprogramm konfiguriert hat, d.h. die Technik ist bei den Unternehmen schon lange im Einsatz und wird jetzt nur auf den Austausch der E-Mails zwischen ihnen ausgedehnt. Weiterlesen

Drosselkom: Was genau sind reguläre Internetdienste?

Der Sprecher der Deutschen Telekom, Philipp Blank, hat gestern dem Deutschlandfunk ein Interview gegeben, in dem er erneut versucht die künstliche Drosselung der DSL-Anschlüsse als Notwendigkeit zu rechtfertigen, indem indirekt den Eindruck erweckt, daß im bestehenden Netz ein Mangel an Übertragungskapazitäten herrsche.

Fakt bei uns ist: Drei Prozent der Kunden verursachen mehr als 30 Prozent des Datenvolumens. Das bedeutet für die Kunden: Lieschen Müller subventioniert bisher den Heavy User.

Allerdings legt die Deutsche Telekom wohlwissend keine Kalkulation vor, denn der dürfte dann zu entnehmen sein, daß es für die Betriebskosten des bestehendes Netzes nahezu unerheblich ist, ob und wieviel Daten fließen. Weiterlesen