Umwelthilfe: E-Mails löschen

Im Beitrag Klimasünde Internet?“ im heute-Journal von heute wurde gerade auf den hohen Energieverbrauch von Rechenzentren für den Betrieb des Internets hingewiesen. Nicht neu, ich sage schon von Anfang an, nehmt den Fridays-for-Future-Anhängern ihre Händis weg, dann ist allen geholfen. Absurd ist jedoch an diesem Beitrag des heute-Journals, daß man sich nun gerade auf den „hohen“ Energieverbrauch von e-Mails einschießt. Der Schenkelklopfer ist ein Ratschlag von Steffen Holzmann von der Deutschen Umwelthilfe:

Es bringt zum Beispiel was e-Mails zu löschen, die Sie nicht mehr brauchen. Was man noch braucht auch gerne archivieren auf zum Beispiel auf einer Festplatte oder einem optischen Datenträger wie einer CD, DVD, die keine Energie braucht.

Was soll der Unsinn? E-Mails verbrauchen durch ihre bloße Existenz auf irgend einem Speichermedium nicht mehr oder weniger Energie. Ob sich die Festplatte nun in einem Server in einem Rechnezentrum oder zu Hause befindet ist völlig bedeutungslos, die Server verbrauchen dadurch nicht mehr oder weniger Energie. Man kann sogar eine Festplatte komplett sachgerecht vom Stromnetz trennen ohne Datenverlust befürchten zu müssen. Durch Löschen von e-Mails sparte man allenfalls die ein oder andere Festplatte ein, aber dann dürfte man keine Archivierung empfehlen. Auch das Herunterladen der E-Mails und die Herstellung von CDs und DVDs verbraucht Energie, zumal dieser Vorschlag mit seiner Praxisferne sowieso aus der Zeit gefallen wirkt. Handelt es sich bei der Aussage tatsächlich um ein aktuelles Interview? Immer mehr Leute haben überhaupt keinen PC mehr, sondern benutzen nur noch das Händi, mithin haben die keinen CD/DVD-Brenner mehr. Und selbst bei PCs und Laptops wird der Brenner zunehmend eingespart. Was der Mann da von sich gibt ist einfach nur Unsinn.

Überhaupt sind e-Mails wohl kaum der Ressourcenschlucker es Internets. Wollte man ernsthaft sparen, dann hieße es zurück in die neunziger Jahre, also Videos aller Art, ja auch und besonders Pornos, unterbinden, das sind die Bandbreitenfresser. Auch die Webseitenbauer können einen massiven Beitrag leisten, in dem sie die ganzen Skripte, aktiven Inhalte, Tracker und den überflüssigen Müll aus ihren Seiten schmissen. Man rufe nur mal bspw. im Browser einen Tweet ab. Um 280 Zeichen und ein paar Kommentare dazu darzustellen werden einem mehrere hundert Kilobyte an Daten auf den Rechner übertragen. Durch Löschen von e-Mails spart ganz gewiss keinen Strom, da muss an anderer Stelle angesetzt werden.

Mir geht dieser ganze Mist aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nur noch auf den Geist und dafür muss man auch noch Zwangsgebühren abführen. Sie selber halten sich natürlich für Alleswisser und die großen Qualitätsjournalisten und können es natürlich in keiner Weise nachvollziehen, wenn sie trotz ihrer sogenannten „Faktenchecks“ keiner mehr für voll nimmt.

2 Kommentare

  1. […] hat uns ZDF noch weismachen wollen, daß das Löschen von e-Mails Energie sparen würde. Heute nun twittert das ZDF, daß e-Mails CO2 verbrauchen […]

  2. […] Tagen wurde uns mitgeteilt, daß die bloße Existenz von e-Mails Engergie verbraucht und man durch Löschen derselben Energie sparen könne. Dann brach sich die Erkenntnis, daß e-Mails CO2 verbrauchen würden, Bahn. Nun ist der […]

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