Exzellente Wissenschaftskorruption

Eigentlich kaum zu glauben, die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), immerhin eine (Möchtegern-) Exzellenzuniversität, hat Plagiatorin Annette Schavan in den Hoschulrat gewählt, sogar einstimmig!

Der Hochschulrat der LMU setzt sich aus zehn Mitgliedern des Senats sowie zehn Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und insbesondere aus Wirtschaft und beruflicher Praxis zusammen.

Wissenschaft kann Fr. Schavan nicht, wie sie selbst nachgewiesen hat, bleibt für sie also nur noch eine Persönlichkeit aus Kultur, Wirtschaft und beruflicher Praxis zu sein übrig. Schwierige Entscheidung …

In der Süddeutschen hat Huber noch Schleim nachgelegt:

Frau Schavan ist eine der erfahrensten Wissenschaftspolitikerinnen in Deutschland. Sie ist national und international vernetzt“, sagt LMU-Präsident Bernd Huber. „Ich bin sehr froh, dass wir künftig von ihrer Expertise profitieren.“

Auf den Entzug des Dr.-Grades angesprochen verweist LMU-Präsident Huber auf das schwebende Verfahren. Für ihn ist der Fall offenbar nicht klar, dabei ist es unerheblich wie das Verfahren zum Entzug des akademischen Grades ausgeht, denn Fr. Schavan hat abgeschrieben. Ein Faktum wovon sich sogar jeder Laie selbst überzeugen kann. Wie ich bereits an anderer Stelle (da und dort) schrieb kann ein Gericht diesen Sachverhalt nicht mehr ins Gegenteil verkehren, der Entzug erfolgte mit einer vollkommen richtigen Begründung. Das Gericht könnte höchstens noch Verfahrensmängel im Verlaufe der Entscheidungsfindung geltend machen und den Entzug des Dr.-Grades für unwirksam erklären. Meines Erachtens eher unwahrscheinlich, aber ein mögliches Szenario. Selbst dann wäre eine plagiierende Hoschulrätin ohne jeglichen akademischen Abschluss, die ihren Dr. allein auf Grund von Verfahrensfehlern behalten durfte, einfach nur noch peinlich.

Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen ist diese Wahl mehr als äußerst ärgerlich und gegenüber den Mitarbeitern und Studenten eine bodenlose Frechheit, signalisiert man doch mit dieser Entscheidung, daß abschreiben in der Wissenschaft wenig problematisch ist und man damit durchaus beruflich weiter kommen kann. Wie will man an der LMU (und nicht nur dort) in Zukunft gute wissenschaftliche Praxis vermitteln und vor allen Dingen begründen? Fr. Schavan hat im Wissenschaftsbetrieb, genau wie Hr. Guttenberg, ein für alle Male nichts mehr verloren. Offenbar wachen einige Wenige im Deutschen Hoschulrat und an der LMU jetzt auf. Hoffentlich finden sie genügend Rückhalt, um nicht selbst baldigst entfernt zu werden.

Warum sie gewählt wurde erscheint hingegen klar: Dankeschön für’s Zuschustern von Geld. Wissenschaftskorrpution vom Feinsten, denn von Wissenschaft versteht Fr. Schavan nichts. Vielleicht meint man auch noch einige Genderprofessuren an der LMU zu benötigen, immerhin das Spezialgebiet von Fr. Schavan, allerdings ein Wissenschaftsfernes. Außerdem hofft man wohl auch auf weitere Millionen, die die recht gut vernetzte Schavan der Uni beitreiben kann, insbesondere jetzt nach der Bundestagswahl, die der CDU/CSU leider eine beinahe-absolute Mehrheit verschafft hat.

Weiterführendes:

Ein Kommentar

  1. […] diese Person ist nun nicht nur Hochschulrätin an der LMU, sondern wird darüberhinaus auch noch mit einem Botschaftsposten belohnt. Einen Vorteil hätte die […]

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